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23. Oktober 2017

„Fenster zur Ewigkeit offenhalten“

Erzbischof Jean-Claude Hollerich feierte in St. Wendel/Saar ein denkwürdiges Festhochamt während der Wendelinus Wallfahrt

Erzbischof Jean-Claude Hollerich vor dem geöffenten Wendelinus Schrein in St. Wendel. (Fotos: Bodo Bost)

Die Stadt St. Wendel erlebte unter dem aus dem Hause Luxemburg stammenden Kurfürsten und Erzbischof Balduin von Trier, der St. Wendel in den Jahren 1326 - 1328 erwarb und verwaltungsmäßig an Trier band, einen besonderen Aufschwung. Unter ihm entstand die noch heute stehende Basilika mit dem Reliquien-Schrein und der Wallfahrt zu dem Heiligen. In diesem Jahr feiert die Kirche und die Stadt St. Wendel das 1400. Todesjahr des heiligen Wendelinus. Der wie der Heilige Willibrord aus einer iroschottischen Mönchstradition stammende Wendelinus hatte als Einsiedler im St. Wendeler Land gelebt und war um 617 in Tholey gestorben.

Der geöffnete Wendelinus Schrein.

Seine letzte Ruhestätte fand er in St. Wendel, das damals noch Basona Villare hieß. Erste Spuren seiner Verehrung finden sich um 800 im Nordsaarland. Kurz danach erhielt St. Wendel seinen heutigen Nahmen. Die Verehrung des Heiligen ist im ganzen gallofränkischen Bereich Westeuropas verbreitet, auch in Luxemburg, und kam seit dem 18. Jahrhundert infolge der Auswanderung auch auf den Balkan und in die Neue Welt.

In diesem Jahr war erstmals Erzbischof Hollerich eingeladen, am Tag der Pfarrgemeinde St. Wendelinus, das Festhochamt zu feiern. Er wurde zu Beginn des Gottesdienstes vom Vorsitzenden des Pfarrverwaltungsrates, Anton Stier, besonders willkommen geheißen. Die diesjährige Wendelinus Wallfahrt war vor einer Woche mit einem Gottesdienst von Bischof Stefan Ackermann von Trier eröffnet worden, mit einem Gottesdienst des Pfarrers von Lampedusa hatte sie einen weiteren Höhepunkt erlebt.

Erzbischof Hollerich stellte seine Predigt unter das Thema „St. Wendelin als Fenster für die Ewigkeit“. Bereits in seiner Begrüßung hatte Erzbischof Hollerich darauf hingewiesen, dass das Saarland mit dem Heiligen Wendelinus schon vor dem Heiligen Willibrord einen Volksheiligen hatte, dessen Grab zu einem Zentrum des Glaubens und des Lebens einer ganzen Region geworden ist. Selbst das Grab von Kaiser Lothar in der Abtei Prüm in der Eifel, das einige Jahrhunderte später entstand, hätte nie so viele Menschen angezogen und war mit der Zeit vergessen worden. Wendelinus und Willibrord dagegen wurden nie vergessen. Sie sind Vorbilder für die Menschen auch heute geblieben. Heilige lebten für die Ewigkeit, während die Menschen heute allzuoft nur auf diese Welt ausgerichtet leben, sagte Erzbischof Hollerich. Trotzdem sei das Leben des Heiligen Wendelinus auch als Einsiedler keine Flucht vor der Welt gewesen. Der Heilige Wendelinus habe als Einsiedler im Einklang mit Gottes Schöpfung gelebt, das mache den Heiligen auch heute wieder sehr sympathisch. Selbst der Papst hat seine letzte Enzyklika, „Laudato Si“ den Fragen der Umwelt und Bewahrung der Schöpfung in unserer Zeit gewidmet und darin gezeigt, dass viele Menschen über die Grenzen des Christentums hinaus auch heute Gott durch und in seiner Schöpfung entdecken. Der Heilige Wendelin habe durch sein Leben als Einsiedler auch für viele Menschen von heute ein Fenster zur Ewigkeit geöffnet, das beweist seine unverminderte Verehrung weltweit, auch im Erzbistums Luxemburg, wo es über 10 Kirchen mit dem Wendelinus Patrozinium gibt. Am Ende des Gottesdienstes besuchte der Luxemburger Erzbischof auch das während der Wallfahrt geöffnete Grab mit den sterblichen Resten des Heiligen.

Dechant Klaus Leist bei der seiner Danksagung für den Erzbischof aus Luxemburg.

Konrad Adenauer jun. in St. Wendel

Der Gottesdienst wurde konzelebriert von Dechant Klaus Leist aus St. Wendel und Präfekt Edmund Dillinger aus Saarbrücken. Musikalisch wurde er mitgestaltet vom Kirchenchor aus Haltern am See. Die diesjährige Wendelinus Wallfahrt dauert noch bis Allerheiligen. Ein weiterer Höhepunkt ist am Mittwoch, dem 25. Oktober um 19.00 Uhr ein Vortrag von Konrad Adenauer, einem Enkel des gleichnamigen Bundeskanzlers über „Konrad Adenauer und die Kirche“. Der erste deutsche Bundeskanzler gilt neben Robert Schuman und Alcide de Gasperi als einer der Gründerväter Europas. Während für den Luxemburger Schuman und den Italiener de Gasperi Seligsprechungsverfahren eingeleitet wurden, lehnt die Kirche in Deutschland ein solches Verfahren für Adenauer ab. Auch darüber wird sein Enkel in St. Wendel sprechen.

Bodo Bost

Der Erzbischof zusammen mit dem Kirchenchor von Haltern am See.
 
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