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Lettres pastorales / Hirtenbriefe
Bischofswort zum Welttag der Kranken 2012

Am 11. Februar, am Fest Unserer Lieben Frau von Lourdes, begeht die Kirche den „Welttag der Kranken“. Lourdes ist im Laufe der Zeit zu einem Ort der Begegnung Gottes mit dem Leid und den Krankheiten der Menschen geworden. Hunderttausende kommen an die Grotte von Massabielle, um Trost, Linderung und Genesung zu erbitten. Der Glaube und die Zuversicht der Menschen sind stärker als ihre Schmerzen und ihre Verzweiflung.

Wir waren zwei
Miteinander unterwegs,
in Verzweiflung,
Angst und Erschöpfung.

Wir waren zwei.
ER kam zu uns, ging mit,
brach das Brot,
gab Hoffnung und Zuversicht.

Wir sind zwei.
Nie wieder ohne IHN,
um Brot zu teilen,
Hoffnung zu geben und Zuversicht.

Wir sind zwei.
Sag, wo ist ER?
Wo wir ausschauen nach IHM,
und mitgehen wie ER.

Im 2. Kapitel des Markusevangeliums wird erzählt, wie vier Männer einen Gelähmten, der sich selbst nicht mehr helfen kann, auf einer Tragbahre zu Jesus bringen. Dieser Mensch ist gänzlich angewiesen auf seine Familie und seine Freunde. Nur mit Hilfe von anderen kann er zu dem heilenden Lehrer Jesus gelangen und in ihm den ganz Anderen, Gott selbst, erfahren.

Ohne die anderen, ohne den Anderen bleibt der Gelähmte, bleibt jeder von uns, in seinen engen Grenzen gefangen und dringt nicht vor bis zum Horizont der Hoffnung, den Jesus uns auch in Zeiten des Leidens und der Krankheit eröffnet.

Am diesjährigen „Tag der Kranken“ wünsche ich allen betagten und erkrankten Menschen, dass sie in der Begegnung und im Gespräch mit anderen Menschen Zuversicht und Geborgenheit finden mögen. Glaube und Kirche sollen zur Heimat werden, zum Bindeglied zwischen Himmel und Erde, zum Ort, an dem Gebet und Sakrament uns die Liebe des Anderen erschliessen.

Wenn der Glaube uns hält und trägt, dann kann etwas erfahrbar werden von der Weite unseres Lebens, die über unseren Alltag, über diese Zeit und Welt, hinausweist. Er wird dann zu einem sicheren Anker im Sturm des Lebens.

Ihr dürft darauf vertrauen, dass ihr einen festen Platz in meinen Gebeten habt. Ich möchte euch aber auch darum bitten, dass Ihr die Anliegen unserer Kirche betend vor den ganz Anderen, den heiligen Gott Jesu Christi bringt.

Mit meinem bischöflichen Segen

 
Jean-Claude HOLLERICH
Archevêque de Luxembourg . Erzbischof von Luxemburg
 
 
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