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Lettres pastorales / Hirtenbriefe
Aufruf des Erzbischofs von Luxemburg zur Solidarität mit den Menschen im Heiligen Land und zum Gebet für den Frieden im Nahen Osten
Kollekte vom 20. August 2006

Seit jeher wussten sich die Christen in aller Welt mit dem Heiligen Land verbunden. Hier hat Jesus gelebt und gewirkt, hier hat er das Evangelium verkündet, hier ist er gestorben und auferstanden - hier ist der Geburtsort der Kirche.

Bereits der Apostel Paulus hat seine Gemeinden in Kleinasien um Hilfe und Unterstützung für die Brüder und Schwestern in Jerusalem gebeten. Die Weltkirche tut es heute immer noch mit der „Kollekte für die Christen im Heiligen Land“. Die Kirche in Luxemburg will diesem Anliegen am Sonntag, dem 20. August 2006, mit einer Kollekte entsprechen.

Der verstorbene Papst Johannes Paul, der während seiner Amtszeit nicht müde wurde, Zeugnis zu geben von seiner besonderen Hinwendung und Nähe zu den Christen des Heiligen Landes, hat anlässlich der Versammlung der Union der Hilfswerke für die Orientalischen Kirchen (ROACO) vom 24. Juni 2004 die Wichtigkeit der Unterstützung der Christen dort mit folgenden Worten unterstrichen: „Eine bedeutsame Gelegenheit, um (die) solidarische Gemeinschaft zum Ausdruck zu bringen, die alle Gläubigen in Christus verbindet, ist die Kollekte für das Heilige Land (…).“ Des Weiteren sagte er: „Es bedarf eines beharrlichen inständigen Gebets für den Frieden unter jenen Völkern, die im Land Jesu leben. Den schwer geprüften Christen, die aufgrund von andauernden Gewalttaten und zahlreichen anderen Problemen unter wirtschaftlicher Verarmung, sozialen Konflikten, sowie menschlicher und kultureller Demütigung leiden, darf die Unterstützung der gesamten katholischen Kirche nicht fehlen.“

Die gegenwärtige dramatische Lage zwingt uns zu einer ganz speziellen Anstrengung auch in materieller Sicht. Denn die Christen des Heiligen Landes und im gesamten Nahen Osten, die sich als kleine Minderheit unter den derzeitigen Umständen isoliert und verlassen fühlen, müssen sich durch die Solidarität, die uns alle mit Christus vereint, ermutigt fühlen, in ihrem angestammten Umfeld auszuharren. Christliche Gemeinschaften und Einrichtungen im Heiligen Land warten auf Hilfe für ihre alltäglichen Bedürfnisse und für die außergewöhnlich gewordenen Nöte zahlreicher Schulen, karitativer Einrichtungen und der unterschiedlichsten pastoralen Einrichtungen, in deren Umkreis die Heiligen Stätten liegen und wo sich das Leben der Christen entfaltet.

Ich richte deshalb den dringenden Appell zur Durchführung der „Kollekte für das Heilige Land“ in den Sonntags- und Vorabendmessen des 20. August in allen Kirchen und Kapellen des Erzbistums. Seit Wochen verfolgt die Welt mit großer Sorgen das tragische Schicksal aller leidtragenden Bevölkerungsgruppen in der Nahost-Region. Deshalb rufe ich verstärkt alle Menschen guten Willens auf, von Gott das ersehnte Geschenk eines dauerhaften Friedens zu erflehen.

Luxemburg, am 9. August 2006

 
Fernand FRANCK Mgr
Archevêque . Erzbischof
 
 
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