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Lettres pastorales / Hirtenbriefe
Bischofswort zum 24. Mai 2008: Vereint mit den Christen in China

In seinem Brief an die katholische Kirche in der Volksrepublik China* hat Papst Benedikt XVI. den 24. Mai, den liturgischen Gedenktag der Allerseligsten Jungfrau Maria unter dem Titel „Hilfe der Christen“, zu einem Tag des Gebets für die Kirche in China erklärt. Katholiken auf der ganzen Welt sind an diesem Tag eingeladen, „sich im Gebet mit der Kirche in China zu vereinen“. Gerne möchte ich dieses wichtige Anliegen allen Katholiken und Menschen guten Willens in der Erzdiözese empfehlen.

Treue und Beharrlichkeit, zum Teil unter Inkaufnahme großen Leids, haben die chinesische Kirche und viele ihrer Mitglieder in den vergangenen Jahrzehnten gekennzeichnet. Zahlreich sind die christlichen Märtyrer, die sich bedingungslos in den Dienst der Kirche gestellt und ihre Treue zu Jesus Christus mit ihrem Leben bezahlt haben.

Trotz mancher positiver Entwicklungen in den vergangenen Jahren bleibt den Christen in China das grundlegende Menschenrecht Religionsfreiheit im vollen Umfang bis heute verwehrt. Mit Sorge denken wir an diesem Tag an alle Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien, die wegen ihres Glaubens in Haft sitzen oder unter Hausarrest stehen. Möge unser Gebet sie auf dem Weg der Wahrheit und der Liebe bestärken. Ihr Leben und ihr Einsatz seien für uns ein Zeugnis gelebten Glaubens.

Grund zur Hoffnung und Anlass zur Freude ist die unerschütterliche Vitalität der katholischen Kirche in China, die sich allen politischen Zwängen und Spaltungen zum Trotz dynamisch entwickelt und bereit ist, ihren diakonischen Dienst zum Wohle der Gesellschaft zu leisten.

In diesem Jahr, in dem die olympischen Spiele in Peking stattfinden, wendet sich die Weltöffentlichkeit dem Reich der Mitte mit besonderem Interesse zu. Dabei werden Licht und Schatten sichtbar. Nutzen wir diese Zeit, um den Christen in China wie allen anderen unterdrückten bzw. benachteiligten Religions- und Volksgruppen, die ein schweres Kreuz tragen, unsere ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken und ihnen in Worten und Werken unsere Solidarität und Verbundenheit zu bekunden.

Vertrauend auf die Kraft des Gebets lade ich alle Gläubigen und Menschen guten Willens ein, am Wochenende des 24. und 25. Mai, in den Gottesdiensten zum Fronleichnamsfest unserer unterdrückten Glaubensbrüdern und -schwestern in China und darüber hinaus in aller Welt zu gedenken.

Luxemburg, am Hochfest Christi Himmelfahrt 2008

+ Fernand Franck

Erzbischof von Luxemburg

* Brief des Heiligen Vaters Benedikt XVI. an die Bischöfe, die Priester, die Personen des gottgeweihten Lebens und an die gläubigen Laien der katholischen Kirche in der Volksrepublik China (gegeben zu Rom am Pfingstsonntag 2007).

 
Fernand FRANCK Mgr
Archevêque . Erzbischof
 
 
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