Der Sonntag der Weltmission, so wie im Übrigen der ganze Weltmissionsmonat Oktober, erinnert uns Christen an den Auftrag, missionarisch zu leben. Missionarisch leben heißt Jesus Christus nachfolgen und in der Spur seiner Sendung gehen. Das wiederum bedeutet Begegnung wagen: Begegnung zunächst mit ihm selbst, im Gebet, in der Liturgie, in unseren christlich inspirierten Handlungen.
Doch ihm begegnen wir auch im Nächsten. Die Begegnung mit Christus führt automatisch zur Begegnung mit dem Mitmenschen und umgekehrt. Mit dem Mitmenschen der glaubt, der so glaubt wie wir oder anders glaubt; und mit demjenigen, der nicht glaubt. Mit all diesen Menschen wollen wir die Begegnung wagen. In ihnen begegnen wir Christus. Ob dann etwas vom Christlichen auf sie übergeht, steht oft nicht in unserem Ermessen. So oder so, wir werden nie entbunden, aus tiefster Überzeugung unseren Glauben zu leben und zu bezeugen. Das ist die beste und glaubwürdigste missionarische Tätigkeit.
All diesen Menschen gegenüber wollen wir offene Hände haben: offen für die Berührung, offen zum Händedruck, offen für Gespräch und Austausch, offen auch zum Teilen. Teilen wir mit ihnen unser Gebet, unsere Sympathie, unseren materiellen Reichtum oder auch unsere Armut. Besonders empfehle ich das Werk der Glaubensverbreitung: es unterstützt Projekte in den jungen Missionskirchen, die im Dienst von Glaube und Dialog stehen; die Begegnung wagen.
Frucht der Begegnung ist der Friede. Die zarte Pflanze, die aus den zwei Händen des Plakatbildes erwächst, bringt den Frieden zum Ausdruck. Hass überwinden, Vorurteile abbauen, gemeinsam einstehen für Gerechtigkeit - darum geht es. Beten wir mit dem Hl. Franz von Assisi: “Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens!”
Luxemburg, den 8. September 2004,
Fest Mariä Geburt