+Erzbistum
+Pfarrverbände
+Dienststellen
+Bewegungen
MOBILE
 
Kontakt
 
Sitemap
 
Presse
 
Chargement...
Sehen Sie auch ...
 
Lettres pastorales / Hirtenbriefe
Sehen und handeln
Bischofswort zur Fastenkampagne Bridderlech Delen 2004

Jeden Tag fluten unzählige Bilder über uns hinweg; einige beeindrucken uns, die meisten werden kaum wahrgenommen, ganz wenige bleiben in uns haften. Die Bilder zeigen uns die Menschen unserer Zeit; die Bilder erzählen von ihrem Leben, von ihren Freuden und Erfolgen, von ihren Ängsten und Sorgen; die Bilder zeigen uns das Leben der Menschen und die Bedingungen dieses Lebens. Leider haben die meisten Bilder mit Leid und Armut, mit Gewalt und Zerstörung zu tun.
Die Bilder dokumentieren die Wirklichkeit - aber die Bilder können die ganze Wirklichkeit nicht einfangen. Viele Menschen leiden noch viel mehr, als es durch die Bilder vermittelt wird.
Die österliche Busszeit lädt jedes Jahr ein, den eigenen Lebensstil zu überdenken, Gewohnheiten in Frage zu stellen und neue Akzente zu setzen. Ein neues und erneuertes Sehen könnte eine Fastenübung werden, die nicht ohne Folgen bliebe. Ein erneuertes Sehen könnte bedeuten, dass wir bei einzelnen Bildern verbleiben, dass wir Bilder aushalten, dass wir uns Bilder unter die Haut gehen lassen, dass wir Bilder sprechen lassen. Ein erneuertes Sehen könnte bedeuten, dass wir es wagen, vom Bild zur Wirklichkeit hinüber zu gehen, dass wir uns auf eine Begegnung mit den Menschen, die vor uns aufleuchten, einlassen, dass wir die Menschen einladen und sie in unser Leben hinein nehmen.
Solidarität und Teilen beginnt mit der Wahrnehmung des anderen. Zuerst bekommt der andere Mensch ein Gesicht - auch dank der Bilder in den Medien. Er tritt aus der Anonymität heraus; Armut, Hunger, Analphabetismus, Krankheit und Unterdrückung werden konkret: da ist eine Frau, ein Mann, ein Kind, denen Würde und Rechte verweigert werden, die vom Tisch der Gemeinschaft ausgeschlossen sind, die schutzlos Gewalt und Elend ausgeliefert sind. Wir sind oft beeindruckt von den hohen Zahlen der Opfer bei Terrorakten und Katastrophen; wir müssen unbedingt unsere Sehkraft stärken, damit der Mensch als Person in den Blick kommt: ein einziges Kind, das gezwungen wird, Soldat zu sein, ist zuviel, ein einziger Mann, der ausgebeutet und geschlagen wird, ist zuviel, eine einzige Frau, die verstümmelt und missbraucht wird, ist zuviel! Jeder einzelne Mensch muss uns wichtig und einmalig werden!
Das Fastenhilfswerk „Bridderlech Deelen“ hat sich in den vergangenen Jahren dank der Hilfe vieler kontinuierlich eingesetzt für Menschen in den ärmsten Ländern dieser Welt. Mit Hilfe der grosszügigen Unterstützung der Luxemburger Regierung konnten und können an vielen Orten viele Projekte mit den Menschen und für die Menschen realisiert werden. Im Kampf gegen Armut und Hunger, gegen Krankheit und Analphabetismus werden auch weiterhin viele Mittel gebraucht.
Gerne wiederhole ich die Einladung des Papstes, in der Fastenzeit eine „besondere Aufmerksamkeit für die Menschen, die in Not sind“ zu haben. Aus dem Sehen und aus der Aufmerksamkeit soll dann ein Handeln werden, eine konkrete Solidarität. „Bridderlech Deelen“ hat die Kompetenz und die Erfahrung, unserem Teilen bei den Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika ein Gesicht zu geben.

Luxemburg, den 16. Februar 2004

+Fernand Franck
Erzbischof von Luxemburg

 
Fernand FRANCK Mgr
Archevêque . Erzbischof
 
 
In dieser Rubrik
© Église catholique à Luxembourg Kontakt | Webmaster Tools
 
logo

http://www.cathol.lu//prier-et-celebrer-beten-und-feiern/spiritualite-spiritualitat/recensions-de-livres-buchtipps/article/gabriela-grunden-wer-glaubt-fragt

© Église catholique à Luxembourg
certains droits réservés