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Lettres pastorales / Hirtenbriefe
Sozialwort der katholischen Kirche in Luxemburg
1. Einleitung Auch in Luxemburg gibt es Armut, Not, Ungerechtigkeit und Unbehagen. Trotz vieler lobenswerter Anstrengungen von Politik und Gesellschaft stehen Menschen am Rande. Trotz einer blühenden Wirtschaft und einer engagierten Arbeitsmarktpolitik verlieren Menschen ihren Arbeitsplatz oder finden keine Arbeit. Trotz eines ständig wachsenden Wohnungsmarkts gibt es nicht genügend Wohnraum für Menschen mit niedrigem Einkommen. Trotz eines gut ausgebauten Sozialsystems geraten Menschen in Existenzangst. Ihr Beziehungsnetz hält sie nicht mehr. Kinder stehen unter Druck – zu Hause und in der Schule. Manche jungen Menschen finden keine Orientierung und haben keine Hoffnung in ihre und unser aller Zukunft. Zu viele alte Menschen vereinsamen. Mancher kranke Mensch erlebt sich als Versager. Unsere Gesellschaft ist starken Spannungen ausgesetzt. Der soziale Zusammenhalt ist gefährdet. Ausländische Mitbürger, Studenten, Migranten, Flüchtlinge finden nicht immer Anschluss. Unsicherheit geht um und wird missbraucht. Diese düstere Seite in einem der reichsten Länder der Erde fordert uns als katholische Kirche in Luxemburg heraus, zu sehen, zu urteilen und zu handeln. Dabei wollen wir, getreu dem Evangelium, unsere Welt aus der Perspektive und mit den Augen derer anschauen, die am Rande stehen und sogar manchmal am Ende ihrer Kräfte angelangt sind: Menschen bei uns und Menschen auf der ganzen Welt. Als Christen wissen wir, dass Gerechtigkeit immer nur vorläufig ist und Stückwerk bleibt. Als Christen geben wir die Hoffnung auf eine gerechte Welt nicht auf. Jesus von Nazareth hat uns den Weg gezeigt und gelegt. Ihm folgen wir nach, wenn wir uns für eine bessere Welt für alle Menschen einsetzen. Not und Unterdrückung lösen beim Christen weder Ohnmacht noch Gewalt aus. Sie wecken vielmehr sein klares, unbändiges Engagement für den geschwächten Mitmenschen und machen ihm Mut, ungerechte Strukturen anzuprangern. Dem Ruf von Jesus Christus folgend, habe ich im September 2006 dazu eingeladen, die Augen für Notsituationen zu öffnen, diese zu erkennen und sie in ihren Zusammenhängen zu verstehen. Den Analysen und Vorschlägen müssen nun Handlungen folgen. Als Christen setzen wir uns für eine gerechtere Welt ein. Diesem Anliegen ist das Sozialwort verpflichtet. Selbstverständlich können wir mit diesem bescheidenen Beitrag weder Luxemburg noch die Welt einfach so verändern. Auch reicht es nicht, andere aufzufordern, die notwendigen Veränderungen anzugehen. Als Bürger dieser Gesellschaft können und müssen wir selber damit anfangen und uns zuerst selber verändern. Ein erneuerter Lebensstil auf dem Weg der kleinen Schritte ist möglich, ja erfordert. Unser eigener Einsatz auf dem Weg in eine gute Zukunft für alle Menschen soll Zeichen setzen und zum Mitmachen anspornen. Dabei zählen wir nicht zuletzt auf eine enge Zusammenarbeit mit allen Kirchen, die im Rat christlicher Kirchen im Großherzogtum Luxemburg zusammengeschlossen sind. 2. Zur Entstehung des Sozialworts Dankbar nehme ich deshalb die Eingaben und Initiativen entgegen, die auf meine Einladung zu einem Sozialwort der katholischen Kirche in Luxemburg im September 2006 [1] hin zustande kamen. Die Anregungen und Gespräche haben sich vielfach an den Impulstexten zu Armut, Arbeit und Beschäftigung, Migration und Flucht, Erziehung und Bildung, Familien- und Lebensfragen sowie Politik orientiert, diese bestätigt oder kritisch hinterfragt, verbessert, ergänzt und weitergeführt. Damit ist ein erstes wichtiges Ziel erreicht. Der breit angelegte Konsultationsprozess hat über hundert Eingaben [2] hervorgebracht. Sehr viele Einzelpersonen und Gruppen haben sich an diesem Prozess beteiligt. Ihnen allen möchte ich herzlich danken für die Beteiligung und die weiterführenden Anregungen. Die Ergebnisse eines fruchtbaren Begegnungstags wurden von der Arbeitsgruppe „Sozialwort“ aufgegriffen und in ein systematisches Raster übertragen, das dem Sozialwort als Struktur dient. Der Arbeitsgruppe gilt mein Dank für ihre unermüdliche Arbeit und Sorge, den Prozess partizipativ zu gestalten und in Bewegung zu halten. Mit diesem Sozialwort kommt der Prozess im Anschluss an meine Einladung nun in eine weitere entscheidende Phase. Das, was beigetragen wurde und Aufnahme fand, wird hier nun formuliert und systematisch zusammengestellt. Die Übereinstimmungen sind breit und die Akzente klar. Niedergeschrieben setzen sie Maßstäbe, an denen wir uns auch in Zukunft messen können. Der Prozess selber wird also weitergeführt werden müssen. Das gemeinsam Erarbeitete und hier Aufgegriffene soll das soziale und karitative Engagement unserer Kirche ausrichten und leiten. Diesem Zweck dient der beiliegende, auf fünf Jahre ausgelegte Ziel- und Handlungsplan [3] , mit dessen Weiterschreibung und Umsetzung die Präsidenten und Sekretäre der drei in der Arbeitsgruppe „Sozialwort“ vertretenen Gremien – Diözesankommission Diakonie und Caritas, Luxemburger Kommission „Justitia et Pax“ und Katholikenrat – unter Leitung des für die diakonische und soziale Dimension zuständigen Bischofsvikars beauftragt sind. Zusammen mit dem Bischofsrat, dem Priester- und dem Pastoralrat sowie allen Kräften unserer Diözese sollen sie dafür Sorge tragen, dass unsere Kirche ihrer sozialen und diakonischen Verpflichtung nachkommt, damit „die Eucharistie im Leben das wird, was sie in der Feier bedeutet“ [4]. Das große Anliegen einer lebendigen Kirche für das Leben der Welt wurde nach der programmatischen Antrittsenzyklika „Deus caritas est“ im nachsynodalen Schreiben „Sacramentum caritatis“ von Papst Benedikt XVI. bestätigt und weiter vertieft. Hier ermutigt Papst Benedikt die Kirche und die Gläubigen, sich auf die Lebenswelt und ihre Herausforderungen einzulassen und an einer besseren Welt für alle Menschen mitzuarbeiten. Das Sozialwort schreibt sich ganz entschieden und aus innerer Dynamik in das „eucharistische Jahr“ des diözesanen Pastoralprojekts „Dräischrëtt“ ein. Es ist dem Programm „Deus caritas est“ zutiefst verpflichtet und legt es für unsere Situation hier in Luxemburg aus. Beten wir dafür und arbeiten wir weiter daran, dass die Eucharistie immerwährende Quelle des Lebens und des Wandels zum Guten bleibe! 3. Tugenden, die die Themen neu beleuchten Mehrfach wurde im Konsultationsprozess auf die Querverbindungen zwischen den Themen hingewiesen. So hängen zum Beispiel Armut und Arbeit ebenso zusammen wie Familie und Erziehung. Wie kann diese Zusammengehörigkeit am besten zum Ausdruck gebracht werden? Die Art und Weise, wie die Themen behandelt werden, wie sie politisch umgesetzt werden, ist hierbei entscheidend. Alle Einzellösungen bringen zu wenig, wenn sie nicht einer gemeinsamen Anstrengung verpflichtet sind. Das innere Maß aller einzelnen Handlungen und Forderungen sind die Tugenden [5]. Durch sie erhält unser Handeln Authentizität und innere Qualität. Die bekannten Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Besonnenheit, Tapferkeit und Klugheit ebenso wie die theologischen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe durchdringen das einzelne Handeln und richten den Menschen am Guten und am Willen Gottes aus. Drei Grundeinstellungen sind auf die Einladung zu einem Sozialwort hin als wegweisend identifiziert worden. Diese Werthaltungen sollen das soziale und karitative Handeln der Kirche prägen! (1) Aus ihrer innersten Würde heraus sollen der Mensch und die Gemeinschaft der Menschen handeln. (2) Sie sollen Gerechtigkeit anstreben in Luxemburg, in Europa und in der Welt und (3) sich deswegen aktiv am gesellschaftlichen und politischen Leben beteiligen. Diese drei Tugenden fließen in die Verantwortlichkeit für den Nächsten, für sich selbst und für die Gesellschaft ein; sie geben der Verantwortung vor Gott und vor der Welt eine spezifische Gestalt. 3.1. Ein Leben gemäß seiner Würde Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie ist ihm geschenkt. Wir Christen glauben, dass der Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen wurde. Als Gabe und Aufgabe weist deshalb die Würde des Menschen auf seine Größe und seine Einzigartigkeit hin. So groß ist der einzelne Mensch, dass er seine Würde nicht verspielen oder gar verlieren kann. Dennoch kann er hinter seiner wahren Größe zurückbleiben, sozusagen im Schatten seiner Würde leben, und nicht in deren Licht. Wer sich seine Größe als Mensch, seine Würde oder Gottebenbildlichkeit vor Augen führt, sieht sich und seine Mitmenschen anders und in einem neuen Licht. Er schätzt das Geschenk des Lebens an seinem Anfang und an seinem Ende sowie in all seinen vielfältigen Formen. Dieses alles verändernde Bewusstsein soll gefördert werden, damit der Mensch und unsere Gesellschaft aus ihrer wahren Größe heraus handeln und leben. Konkret heißt das: Unsere Gesellschaft braucht Orte der Nachdenklichkeit und der Besinnung, wo der Mensch Mensch sein kann – vor sich, vor seinen Mitmenschen und vor Gott. Die Kirche wird in den nächsten Jahren weitere offene Angebote der Besinnung und der Nachdenklichkeit ins Leben rufen und fördern. 3.2. Den Standpunkt der Gerechtigkeit einnehmen Nichts ist schwieriger zu bestimmen als Gerechtigkeit. Jedem das Seine, heißt eine uralte Formel, die die Richtung angibt. Es geht um ein Gleichgewicht in der Verschiedenheit, nicht um Gleichmacherei. Wie viele Differenzen sind notwendig, damit der Einzelne sich und sein Leben gemäß seinen Vorstellungen gestalten kann? Welche Differenzen aber verletzen die prinzipielle Gleichheit der Menschen? Nicht jeder wird angesichts dieser Fragen zur selben Antwort kommen. Deshalb gehört die Frage der Gerechtigkeit auch in den Raum der Politik, wo es darum geht, gemeinsame Spielregeln auszuhandeln, umzusetzen und gegebenenfalls auch durchzusetzen. Die politische Gestaltungsaufgabe ist sowohl dem sozialen Zusammenhalt als auch dem Gemeinwohl verpflichtet. Die Frage nach der Gerechtigkeit öffnet festgefahrene Situationen und alte Regeln auf ihren Sinn und ihre Bedeutung hin. Sie soll Bewegung und Richtung in die Diskussion bringen. Die Frage nach der (sozialen) Gerechtigkeit ist eine Grundeinstellung, die Menschen auszeichnet, die auf der Suche nach einer besseren, gerechteren Gesellschaft sind. Die Frage ist nicht bereits Antwort. Sie ist auch nicht einfach Kritik an bestehenden Verhältnissen, die als ungerecht erlebt werden. Sie hat vielmehr als Hintergrund die Überzeugung, dass wir es noch besser machen können. Diesen Glauben an die mögliche stete Verbesserung wollen wir als Kirche unterstützen und uns vom Standpunkt der Gerechtigkeit offen und fragend leiten lassen. Konkret heißt das: Die gesellschaftlichen Zusammenhänge und Umverteilungs-mechanismen sind transparent zu machen und ihre Plausibilität ist aufzuzeigen. Die Kirche unterstützt sowohl in ihren eigenen Reihen als auch in der Gesellschaft Organisationen, die sich der Frage nach mehr Gerechtigkeit stellen, und trägt deren Anliegen in Verkündigung, Liturgie und Diakonie mit. 3.3. Sich aktiv am gesellschaftlichen und politischen Leben beteiligen Versteht man unter Politik die Gestaltung des Gemeinwohls in einer konkreten Gesellschaft, dann darf kein Mitglied dieser Gesellschaft apolitisch abseits stehen oder stehen gelassen werden. Kein Mensch lebt für sich allein. Und die Solidargemeinschaft darf nicht nur dort in Erscheinung treten, wo Not ist. „Die Beteiligung am gemeinschaftlichen Leben ist nicht nur eines der wichtigsten Ziele des Bürgers, der aufgerufen ist, seine eigene Bürgerrolle frei und verantwortungsbewusst mit den anderen und für die anderen wahrzunehmen, sondern auch einer der Pfeiler aller demokratischen Ordnungen.“ [6] So fasst das Kompendium der Soziallehre der Kirche diese für den Fortbestand der Demokratie so notwendige Tugend der Partizipation zusammen. Die Gesellschaft braucht Menschen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen. Dies ist in ganz besonderem Maß Aufgabe der gewählten Politiker. Über die bereits bestehenden Formen einer partizipativen Demokratie (Wirtschafts- und Sozialrat, Berufskammern, Gewerkschaften …) hinaus gilt es jedoch gerade heute, einer sich immer stärker einbringenden Zivilgesellschaft weitere sinnvolle Beteiligungsmöglichkeiten einzuräumen. Ohne zuverlässige Informationen ist die Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen nicht möglich. Hier sind nicht nur die Medien in der Bringschuld. Politische Meinungsbildung setzt voraus, dass die Kerninhalte und die Optionen möglichst objektiv dargestellt werden. Eine Kultur der sachlichen Auseinandersetzung ermutigt Menschen, sich zu beteiligen. Polemik und Positionsgefechte hingegen entmutigen und laden zum schweigenden Rückzug aus der öffentlichen Debatte ein. Müssten in unserer hochinformierten und überschaubaren Gesellschaft nicht vermehrt neue Methoden für eine breite partizipative politische Kultur eingesetzt und getestet werden? Konkret heißt das: Eine breite Partizipation an den politischen Entscheidungen soll auf kommunaler, nationaler und EU-Ebene gefördert werden. Auch innerhalb der Kirche soll die Beteiligung gefördert werden. Die Kirche wird sich auch in Zukunft an einer fundierten Meinungsbildung in ethischen und gesellschaftlichen Fragen beteiligen und ihren Standpunkt in den öffentlichen Diskurs einbringen. 3.4. Mitverantwortlich sein für einen „wahren Humanismus“ [7]
„Die christliche Liebe drängt uns dazu, Missstände anzuprangern, Vorschläge zu unterbreiten und uns zu engagieren für eine kulturelle und soziale Entwicklung, sie drängt uns zu einer effektiven Tatkraft, die alle, denen das Schicksal des Menschen aufrichtig am Herzen liegt, dazu anspornt, einen eigenen Beitrag zu leisten. Die Menschen erkennen immer deutlicher, dass sie alle dasselbe Schicksal teilen und daher aus einem umfassenden und solidarischen Humanismus heraus gemeinsam Verantwortung übernehmen müssen.“ [8]
Diese drei genannten Tugenden drücken den Willen der am Sozialwort beteiligten Menschen und der Kirche aus, Verantwortung in der Gesellschaft mit zu übernehmen. Die Enzyklika „Ut unum sint“ (1995) hatte schon betont, dass für eine Entwicklung der Welt zum Besseren hin die gemeinsame Stimme der Christen und ihr Einsatz nötig sind, damit „der Achtung der Rechte und der Bedürfnisse aller, besonders der Armen, der Gedemütigten und der Schutzlosen zum Sieg verholfen wird“ [9] . Dieser Einsatz erfolgt im Bewusstsein, als pilgerndes Gottesvolk gemeinsam mit allen Menschen unterwegs zu sein. Mit diesem Sozialwort wollen wir als Christen und als Kirche unseren Beitrag zu einem „wahren Humanismus“ und einer gerechteren Gesellschaft leisten. 4. Acht Handlungsfelder des sozialen Engagements der katholischen Kirche in Luxemburg in den kommenden fünf Jahren In der „Einladung zu einem Sozialwort der katholischen Kirche in Luxemburg“ waren sechs Leitfragen gestellt worden, denen die sechs angefügten Impulstexte entsprachen. Was fehlt Dir? Was arbeitest Du? Woher kommst Du? Was hast Du gelernt? Mit wem wohnst Du zusammen? Wofür engagierst Du Dich? Der Konsultationsprozess ebenso wie die anschließenden Beratungen haben die Themen und Handlungsfelder zum Teil bestätigt, zum Teil abgeändert und neue hinzugefügt. [10] Acht Handlungsfelder wurden zurückbehalten. Für jedes dieser Felder werden Ziele und Aktionen formuliert, die in einem Ziel- und Handlungsplan [11] aufgegriffen werden, um so sicherzustellen, dass wir bereit sind, uns an unseren Zielen zu messen und messen zu lassen. Die acht Handlungsfelder:
4.1. Not sehen und handeln Armut nimmt in unserer Gesellschaft viele verschiedene Formen an. Sie manifestiert sich als materielle, soziale, emotionale oder spirituelle Not. Staat und Gesellschaft sind angesichts solcher Notlagen gleichermaßen gefordert. Als Kirche verpflichten wir uns, die Not unserer Mitmenschen zu sehen. Not sehen und handeln, lautet unser Leitmotiv. Das „sehende Herz“ [12] nimmt auf gleicher Augenhöhe Anteil am Lebensgeschick eines Menschen. Dessen Not tut dem „sehenden Herzen“ weh, rüttelt es auf und fordert zum Handeln heraus. Jede Not hemmt den Menschen in seiner ganzheitlichen Entwicklung und in seinem Lebenspotenzial. Damit hindert sie ihn und uns alle, unsere Größe und Würde zu leben. Wer die Not des Nächsten nicht wahrnimmt, der schadet nicht nur diesem Menschen, er schadet der ganzen Menschheit. Der barmherzige Samariter (Lk 10,25-37) behält seine Aktualität und bleibt für Christen eine dauernde Herausforderung und Ermutigung zugleich! Not sehen und handeln, heißt konkret beispielsweise [13]:
4.2. Für das Leben lernen Wie Kinder und Erwachsene lernen, hängt stark mit ihrem Umfeld und ihren Erfahrungen mit dem Erlernten zusammen. Der Praxiswert ist Schlüssel und Motivation zugleich, um Wissen aufzunehmen und zu verarbeiten. Die Schule und andere Bildungsinstitute müssen diesen Praxiswert in einer sich rasch verändernden Welt für die Schüler und Studierenden antizipieren. Der Erfolg zeigt sich nicht erst nach dem Abschluss der Ausbildung, wenn die erlernten Fertigkeiten, Kenntnisse und Kompetenzen sich im Lebens- und im Berufsalltag als hilfreich bewähren. Es geht um die ganzheitliche Entwicklung der Person, der Gemeinschaft und der Gesellschaft. Als Kirche wollen wir unseren Beitrag zum Lernen für das Leben weiterhin erbringen – in der Schule, in den Pfarrverbänden und den Organisationen. Für das Leben lernen, heißt konkret beispielsweise: Die Kirche wird im Religionsunterricht sowie in der Kinder- und Jugendseelsorge Kinder und Jugendliche unterstützen, damit sie ihr persönliches Lebensprojekt entdecken, entfalten und verwirklichen können. 4.3. Arbeit anerkennen und fördern Arbeitend verwirklicht der Mensch sich in seinem Lebens- und Berufsumfeld. Die Arbeit ist eine grundlegende Dimension des menschlichen Daseins. Mit seiner Arbeitskraft trägt der Mensch nicht nur zur Erreichung betrieblicher Ziele bei, sondern beteiligt sich auch am Aufbau der gesamten Gesellschaft. Dies geschieht zuerst in der Familien- und der Erziehungsarbeit. Am sichtbarsten geschieht dies heute auf dem öffentlichen und dem privaten Arbeitsmarkt. Ehrenamtliche Arbeit und bürgerschaftliches Engagement tragen ebenfalls zur Verwirklichung von Mensch und Gemeinschaft bei. Ein arbeitsloser Mensch ist auf die Solidarität der Gesellschaft angewiesen. Er braucht Unterstützung, Beratung, manchmal auch Weiterbildung. Staat und Gewerkschaften leisten hier lobenswerte Arbeit. Darüber hinaus braucht der Mensch aber auch die Anerkennung als Mensch, als jemand, der gebraucht wird. Neue Formen von lokaler und solidarischer Wirtschaft sollen gefördert werden; dabei gilt es, viele kleine Angebote bezahlter Arbeit in Einklang zu bringen mit den Kompetenzen und Fertigkeiten der Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt verfügbar sind. Neue Unternehmer sind gefordert! Ein Beispiel ist die sogenannte „Wirtschaft in Gemeinschaft“ (économie de communion), wie sie von einzelnen Gruppen in der Kirche und in der Gesellschaft bereits authentisch gelebt wird – solche positiven Erfahrungen könnten weitergegeben und ausgebaut werden. Jeder Mensch wird zum Aufbau unserer Gesellschaft gebraucht! Arbeit anerkennen und fördern, heißt konkret beispielsweise: Die Kirche wird verstärkt das „Réseau pour le Travail et la Promotion Humaine“ in seiner Arbeit mit arbeitslosen Menschen sowie das gewerkschaftliche und staatliche Engagement im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit unterstützen. 4.4. Zum Miteinander in der einen Gesellschaft beitragen Dass wir in einer plurikulturellen Gesellschaft leben, ist gewusst. Gewusst ist auch, dass manche Gruppen nebeneinander und aneinander vorbei leben. Hier möchte die Kirche über die bestehenden Ansätze hinaus verstärkt Anstrengungen in ihren Zusammenkünften und Feiern machen, um das Miteinander zu fördern. Dies ist nicht nur eine Frage der Sprache(n), sondern auch eine Angelegenheit der gegenseitigen Gastfreundschaft. Für den sozialen Zusammenhalt und das gute Miteinander in unserer Gesellschaft ist diese Einstellung nicht nur gegenüber ausländischen Mitbürgern, sondern auch gegenüber allen spezifischen Gruppierungen notwendig. In unserer Gesellschaft besteht das Risiko, dass Randfamilien, Kinder und Jugendliche, obdachlose und abhängige Menschen sowie andere Gruppen ausgeschlossen werden. Diesem Exklusionsverhalten ist eine Kultur der sozialen Kohäsion entgegenzusetzen und zu pflegen. Unsere Gesellschaft braucht jeden einzelnen Menschen! Voneinander, füreinander und miteinander lernen ist möglich und fruchtbar für die gesamte und eine Gesellschaft, in der wir leben und die wir uns gemeinsam teilen. Zum Miteinander in der einen Gesellschaft beitragen, heißt konkret beispielsweise: Zusammen mit den katholischen Missionen unterschiedlicher Sprache und Kultur sollen neue und vorbildliche Wege einer intergemeinschaftlichen Pastoral gesucht und festgelegt werden. 4.5. Familien- und Lebensfragen ansprechen Vor allem Familien tragen den einzelnen Menschen und bieten ihm den Rahmen, sich ganzheitlich zum Wohl der kleinen und der großen Gemeinschaft zu entwickeln. In der Ehegemeinschaft zwischen Mann und Frau wird die Liebe zur Sorge um den anderen [14] und für den anderen. In der Offenheit für Kinder und in der Aufnahme von Kindern wachsen Mann und Frau als Eltern. Familien sind lebendige Formen gemeinschaftlichen Zusammenlebens. Sie entwickeln und gestalten sich jeden Tag neu. Manches Zusammenleben glückt und gelingt. Manches bricht auseinander. Neue Formen des Zusammenlebens sind entstanden. Glück und Leid werden in den Familien und familienähnlichen Gemeinschaften gemeinsam getragen. Kinder und Jugendliche, kranke, behinderte und gebrechliche Personen, enttäuschte und entwurzelte Menschen finden hier Aufnahme, Geborgenheit und Orientierung. Geeignete Rahmenbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Gesellschaftspolitik und das Recht können die vielen offenen Fragen und das geschützte Gespräch in der Familie oder zwischen Freunden über Leben und Tod, Freude und Leid, Gut und Böse nicht ersetzen. Diese Fragen sind bedrängend, und jede Antwort fordert die ganze Person und ihr Umfeld. Die Kirche weiß sich einer „Kultur des Lebens“ [15] und einer „Zivilisation der Liebe“ [16] zutiefst verpflichtet. Beide Ansätze stehen für die prophetische Botschaft von Jesus. Die Kirche wird diese auch weiterhin als herausforderndes Angebot und in aller Offenheit einbringen in die gesellschaftlichen Debatten. Sie wird ebenfalls Gesprächskreise fördern, in denen Menschen auf der Suche sich gegenseitig stärken können und freimütig Orientierung suchen dürfen. Familien- und Lebensfragen ansprechen, heißt konkret beispielsweise: Die Kirche wird ihre Anstrengungen zum Wohl der Familie und der Kinder verstärken und eine integrierte Seelsorge für Eltern, Kinder und Familien entwickeln und umsetzen. 4.6. Mithelfen, dass Wohnen erschwinglich wird Wohnen stellt in Luxemburg nicht nur für obdachlose Menschen oder Kleinverdiener ein Problem dar. Die Schwierigkeiten sind seit langem bekannt, und es gibt zurzeit mit dem Wohnungspakt auch neue Pisten zu ihrer Behebung. Die Kirche und ihre Organisationen wurden im Lauf des Prozesses für ein Sozialwort auch als Eigentümer von Grundstücken und Gebäuden angesprochen und herausgefordert, sich an Lösungen zu beteiligen. Die Diözese wird ihrer Pflicht mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln nachkommen. Manche Kirchenfabriken, Ordensgemeinschaften und Organisationen besitzen ebenfalls Grundstücke, die für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden könnten. Die Kirche richtet einen eindringlichen Appell an alle, die über Bauterrains oder leerstehende Wohnungen verfügen, ihre Verantwortung zu übernehmen. Eigentum ist laut der Soziallehre der Kirche sozialpflichtig. Vor allem für Christen gilt es, sich wo immer möglich engagiert, überzeugt und vorbildlich an einer Offensive für mehr und einfachen Wohnraum zu beteiligen. Verkäufer oder Vermieter von Wohnraum dürfen keine Wucherpreise verlangen. Der Bau von Mietwohnungen für sozial schwache Menschen und deren menschliche und soziale Begleitung und Betreuung sollen auch von kirchlichen Organisationen mutig angegangen werden. Die Wohnungsnot fordert alle, ihren Beitrag zu leisten. Mithelfen, dass Wohnen erschwinglich wird, heißt konkret beispielsweise: Die Kirche lädt die einzelnen Christen und ihre korporativen Mitglieder dringend ein, ihr Wohnungsbaupotenzial auszuwerten und sozial einzusetzen. 4.7. Umweltgerecht und nachhaltig handeln Unsere Umwelt – Tiere, Pflanzen und Natur – als Mitwelt und Schöpfung Gottes erkennen und anerkennen, verändert den Blick und den Umgang mit dieser geschenkten Wirklichkeit radikal. Die universale Bestimmung der Güter dieser Welt macht uns zu Gästen auf dieser Erde. Als Gästen gehört uns die Erde nicht; sie bietet uns und allen Menschen Heimat und Schutz. Die Zerbrechlichkeit und die Anfälligkeit unseres Lebensraums sind endlich dabei, anerkannt zu werden und ins allgemeine Bewusstsein zu treten. Die Kirche ist auch hier gefordert, ihren Beitrag zu leisten. So soll sie vorbildlich handeln, wenn es um unsere Um- und Mitwelt geht. Durch die Unterzeichnung der Charta Oecumenica, der Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa, haben wir uns am 22. Januar 2006 gemeinsam mit unseren Schwesterkirchen in Luxemburg verpflichtet, „einen Lebensstil weiter zu entwickeln, bei dem wir gegen die Herrschaft von ökonomischen Zwängen und Konsumzwängen auf verantwortbare und nachhaltige Lebensqualität Wert legen [17] . Die Möglichkeiten, umweltschonend und umweltgerecht zu handeln, sind enorm. Initiativen wie das Autofasten haben eine starke Symbolkraft, wenn es gelingt, den konkreten Verzicht mit einem Sinngehalt zu verknüpfen. Solarzellen auf den Dächern mancher Kirchengebäude stehen für Zivilcourage und zeigen den Weg für die kirchlich und politisch Verantwortlichen. Die Welt, in der wir leben, gehört uns nicht. Natur und Rohstoffe dürfen nicht einfach von einer Generation verbraucht werden. Die Lebensgrundlagen sowohl der Menschen in den Ländern des Südens als auch der zukünftigen Generationen dürfen nicht von uns zerstört werden. Diese Einstellung soll durch konkrete Gesten bezeugt werden. Umweltgerecht und nachhaltig handeln, heißt konkret beispielsweise: Die Kirche wird sich im kommenden Jahr mit ihrer Verantwortung im Bereich Umwelt und Schöpfung auseinandersetzen und ein Grundlagenpapier mit ökologischen Leitlinien erarbeiten. 4.8. An der einen Welt mitarbeiten Die Luxemburger Öffentlichkeit sowie das Parlament stehen hinter dem Engagement der Regierung, bis 2009 ein Prozent des Bruttosozialprodukts in die Entwicklungszusammenarbeit zu investieren. Viele Pfarrverbände pflegen partnerschaftlich angelegte Projekte in Entwicklungsländern, und in vielen Hilfsorganisationen leisten engagierte Christen hervorragende Arbeit. Das diözesane Werk Bridderlech Deelen arbeitet in diesem Jahr mit 24 Partnern in 13 Ländern zusammen. Missio Luxemburg und viele auf dem Boden der Kirche gewachsene Nichtregierungsorganisationen unterstützen pastorale und soziale Projekte in Ländern des Südens. Der Einsatz für fairen Handel zieht weite Kreise. Dennoch bleibt das Gefälle zwischen Reich und Arm zu groß, sowohl zwischen den reichen und den armen Ländern als auch innerhalb der einzelnen Länder – ein weiterer Ausdruck schreiender Ungerechtigkeit in unserer Welt. Wir können uns nicht mit dem bereits Erreichten trösten, zu groß ist die bleibende Not. Vor dieser Not sowie vor Krieg und Verfolgung fliehen Menschen aus ihrer Heimat. Sie hoffen, bei uns Schutz und Lebensrecht zu erhalten. Neben der konkreten Hilfe für diese Menschen bei uns bleibt aber auch noch viel Entwicklungszusammenarbeit zu leisten, damit die Menschen überall auf der Welt in Frieden und Freiheit menschenwürdig leben können. Die Kirche engagiert sich auch weiterhin, Mittel und Ressourcen für den Dienst an der einen Welt zur Verfügung zu stellen. An der einen Welt mitarbeiten, heißt konkret beispielsweise: Die menschenwürdige Aufnahme, Begleitung und Behandlung von Flüchtlingen gehört zu den unverzichtbaren Geboten der Menschlichkeit. Die Kirche wird den diesbezüglichen Einsatz für Flüchtlinge weiterhin tatkräftig unterstützen. 5. Weiterführung des Prozesses In den hier nur kurz angesprochenen acht Handlungsfeldern hat der Konsultationsprozess viele gute Empfehlungen hervorgebracht, bestehende Aktionen sichtbar gemacht und neue Ziele formuliert. Diese wurden in den beiliegenden Ziel- und Handlungsplan aufgenommen, um in den kommenden fünf Jahren ausgeführt zu werden. Exemplarisch wird hier im Sozialwort jeweils ein konkretes Ziel auf diözesaner Ebene hervorgehoben. Im Ziel- und Handlungsplan werden weitere Ziele und Aktionen angeführt [18] . Damit die mit diesem Sozialwort der katholischen Kirche in Luxemburg eingegangenen Verpflichtungen auch Wirklichkeit werden, habe ich die Arbeitsgruppe „Sozialwort“ beauftragt, dafür Sorge zu tragen, dass der auf fünf Jahre angelegte Ziel- und Handlungsplan im Sinn eines weitergehenden Prozesses zusammen mit allen Kräften unserer Kirche umgesetzt wird. Ich lade alle Mitbrüder, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Pfarrverbände, Gremien und Dienststellen ein, ihre Arbeit und ihr Engagement im diakonischen und sozialen Bereich bewusst in die Dynamik des Sozialworts einzuschreiben. Alle Christen und Christinnen ermutige ich, ihren Glauben konkret zu leben. So wird die Kirche vermehrt das, was sie in der Eucharistie feiert: Leben für das Heil der Welt! „Die in der Gottesliebe verankerte Nächstenliebe ist zunächst ein Auftrag an jeden einzelnen Gläubigen, aber sie ist ebenfalls ein Auftrag an die gesamte kirchliche Gemeinschaft, und dies auf all ihren Ebenen: von der Ortsgemeinde über die Teilkirche bis zur Universalkirche als ganzer. Auch die Kirche als Gemeinschaft muss Liebe üben. Das wiederum bedingt es, dass Liebe auch der Organisation als Voraussetzung für geordnetes gemeinschaftliches Dienen bedarf.“ [19] Diesem Verständnis einer nicht nur individuellen, sondern auch gemeinschaftlichen, organisierten Liebe sind dieses Sozialwort, sein Prozess und seine Umsetzung verpflichtet. Gerne schließe ich mich hier dem eindringlichen Aufruf des Papstes an alle Gläubigen an, „wirklich Friedensstifter und Urheber von Gerechtigkeit zu sein“ [20] . Der Beitrag zu einer gerechten Gesellschaft, in der soziale Kohäsion angestrebt wird, gehört wesentlich zum Auftrag der Kirche und der Christen. Hierin treffen wir uns mit allen Menschen, die das Gleiche wollen und tun. Einem wahren Humanismus und der Zusammenarbeit aller Menschen guten Willens sind keine Grenzen gesetzt. 6. Schluss Unsere ersten kleinen Schritte sollen Zeugnis, Ermutigung und Einladung an alle Menschen sein: Eine bessere Welt für alle ist möglich! Das glauben wir und das wollen wir mit unserem Lebensstil bezeugen. Die genannten Tugenden sollen unser Engagement in diesem Sinn beseelen und ausrichten. Würde und Größe des Menschen zu leben, befreit zum wahren Menschsein in der großen Menschheitsfamilie. Wer die Würde und die Größe des Menschen bei sich erkennt, erkennt sie auch bei seinem Nächsten und bei allen Menschen. Er wird zum Bruder und zur Schwester aller Menschen, zum Sohn und zur Tochter Gottes. Die so erfahrene und gelebte Gleichheit fordert dazu auf, den Standpunkt der Gerechtigkeit einzunehmen und sich am gesellschaftlichen und politischen Leben aktiv und verantwortlich zu beteiligen. Unser Glaube verpflichtet uns! Wir feiern Christi Tod und Auferstehung im Geheimnis des Glaubens als Befreiung von Sünde und Tod. In dieses Mysterium des Glaubens schreiben wir uns ein, wenn wir unser Leben in der Eucharistie in Einklang mit dem Leben von Jesus bringen und ihm in unserem täglichen Leben konkret nachfolgen. Er schenkt uns seine Kraft, die Kraft der Auferstehung und des Lebens in Fülle. Möge der lebendige Gott uns auf dem Weg der Nachfolge Christi mit seinem Segen zum Heil der Welt begleiten! Und auf dem Pilgerweg in eine für alle Menschen gute Zukunft leuchte uns auch Maria, die Trösterin der Betrübten, deren Hochfest wir heute begehen, als Zeichen sicherer Hoffnung [21] voran! Luxemburg, am 5. Mai 2007 [1] Die Einladung und die sechs Impulstexte sind in einer eigenen Broschüre veröffentlicht: Einladung zu einem Sozialwort der katholischen Kirche in Luxemburg, hrsg. vom Erzbistum Luxemburg, 2006 (ISBN-10 2-9599807-3-5 bzw. ISBN-13 978-2-9599807-3-2); sie sind ebenfalls im Internet veröffentlicht. [2] Die Eingaben können in dem Maß, wie sie von ihren Autoren zur Veröffentlichung freigegeben wurden, im Internet eingesehen werden. [3] Der Ziel- und Handlungsplan kann heruntergeladen werden. [4] Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 89, 1, KA 4-2007, S. 68. [5] Tugend, Werthaltung, Grundeinstellung und Grundhaltung werden hier synonym verwendet. [6] Kompendium der Soziallehre der Kirche, hrsg. vom Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden, Freiburg 2006, Art. 190, S. 151, mit Verweis auf Johannes XXIII., Enzyklika Pacem in terris: AAS 55 (1963) 278. [7] Benedikt XVI., Enzyklika Deus caritas est, 30b, AAS 98, KA 3-2006, S.33. [8] Kompendium der Soziallehre der Kirche, a.a.O., Art. 6, S. 29. [9] Johannes Paul II., Enzyklika Ut unum sint, 43, AAS 87 (1995) 946, zitiert nach DCE, 30b. [10] Wurden die vier Felder „Armut“, „Arbeit und Beschäftigung“, „Erziehung und Bildung“ sowie „Familien- und Lebensfragen“ als prioritäre Themen für das Sozialwort bestätigt, so wurde ein anderes Feld abgeändert, ein weiteres gestrichen und drei neue hinzugefügt. Das Thema „Migration“ soll unabhängig vom Thema „Flucht“ behandelt werden; letzteres gehört in das achte Kapitel „An der einen Welt mitarbeiten“. Der Themenkreis „Politik“ entfällt als Handlungsfeld und ist unter der Werthaltung „Sich aktiv am gesellschaftlichen und politischen Leben beteiligen“ (siehe 3.3.) mitbehandelt. Hinzugefügt wurden die Themen „Wohnungsmarkt in Luxemburg“, „Umweltverantwortung und nachhaltige Entwicklung“ sowie „Entwicklung aller Völker“. [11] Siehe den Anhang, der integraler Bestandteil des weiterzuführenden Prozesses Sozialwort ist. [12] „Das Programm des Christen – das Programm des barmherzigen Samariters, das Programm Jesu – ist das ,sehende Herz’. Dieses Herz sieht, wo Liebe nottut, und handelt danach“ (DCE, 31b). [13] Hinter jedem Handlungsfeld wird jeweils ein Ziel oder eine Aktion aus dem Ziel- und Handlungsplan als Beispiel aufgegriffen, um den Zusammenhang zwischen Sozialwort und zukünftigem Engagement zu verdeutlichen. Bei der Auswahl standen Ziele oder Handlungen im Vordergrund, die die Kirche auf diözesaner Ebene angehen möchte und kann. [14] Vgl. DCE, 6. [15] Johannes Paul II., Enzyklika Evangelium vitae: AAS 87 (1995) 101. [16] Paul VI., Apostolisches Schreiben Octogesima adveniens, 46: AAS 63 (1971) 433-435. [17] “Charta Oecumenica, Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa, 2001, Punkt 9: Die Schöpfung bewahren, http://www.cec-kek.org/Deutsch/ChartafinG.htm. [18] Der Ziel- und Handlungsplan kann von http://www.cathol.lu/spip.php?rubrique122 heruntergeladen werden. [19] DCE, 20. [20] Sacramentum caritatis, 89. [21] Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen gentium, Nr. 68. Fernand FRANCK Mgr
Archevêque . Erzbischof
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