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Lettres pastorales / Hirtenbriefe
Wort des Erzbischofs von Luxemburg zum internationalen und europäischen Tag der Menschen mit Behinderungen

Der 3. Dezember ist der europäische Tag der Menschen mit Behinderungen. Dieses Datum wurde gewählt, damit er mit dem gleichnamigen internationalen Tag, der 1992 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde, übereinstimmt. Das Europäische Behindertenforum hat im diesjährigen Jahr der Chancengleichheit für alle den 3. Dezember unter das Motto gestellt: „Menschen mit Behinderung: Aktive Teilhaber am Binnenmarkt“.

Auch nach Jahrzehnten europäischer Einigung sehen viele Menschen in der Europäischen Union vor allem eine Wirtschaftsgemeinschaft, die den gemeinsamen Markt vorantreibt. Die wirtschaftliche Integration ist mittlerweile auch weit fortgeschritten. Bei der Gestaltung eines gemeinsamen europäischen Binnenmarktes muss allerdings der wirtschaftliche und der soziale Fortschritt Hand in Hand gehen. Das heißt: die wachsende Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft geht mit der Verwirklichung eines europäischen Sozialraumes einher, der soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Chancengleichheit für jeden Einzelnen anstrebt und verwirklicht.

Die Lage behinderter Menschen ist nach wie vor durch ungleiche Chancen gekennzeichnet. Trotz vielfach anzuerkennender Initiativen sind weitere Maßnahmen notwendig, um ihre berufliche und gesellschaftliche Integration sicherzustellen. Hierzu bedarf es einer abgestimmten und übergreifenden europäischen und nationalen Politik. Der europäische Binnenmarkt darf für behinderte Menschen kein Fremdwort sein. Auf dem Erwerbssektor könnten etwa die Verbreitung und der Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Arbeitsmethoden und Arbeitseinsätze auf dem Binnenmarkt flexibler zu gestalten und Arbeit dadurch für alle zugänglicher zu machen.

Bereicherung für alle

Als Christen wissen wir, dass jeder Mensch mit seiner je einmaligen Lebensgeschichte eine Bereicherung für alle darstellt, die ihm als Mitmensch begegnen und mit ihm die Freude, aber auch die Sorgen des Lebens teilen.

Aus Anlass des diesjährigen Welttages der Menschen mit Behinderungen kann ich nur alle in Kirche, Gesellschaft und Politik bitten, überwindbare Erschwernisse, denen Menschen mit Behinderungen ausgesetzt sind, immer weiter abzubauen und neue Diskriminierungen zu verhindern.

 
Fernand FRANCK Mgr
Archevêque . Erzbischof
 
 
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