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8. März 2019

Vorsicht vor sogenannten Geistlichen!

Ein etwas anderer Kommentar zu zehn simplen „Präventionsmaßnahmen“

Spätestens bei „Präventionsvorschlag 3“ - „Lassen Sie Ihre Kinder nicht taufen...“ -, aber eigentlich gleich schon ab Nummer 1 - „Halten Sie Ihre Kinder generell fern von sogenannten Geistlichen.“ - beschleicht mich ein ungutes Gefühl, das sich in der Folge noch verdichtet. Bei 5 und 6 ist es dann wirklich so weit, ich habe Angst! Wir, als Eltern – und nicht nur wir und nicht nur Eltern –, haben wahrscheinlich so ziemlich alles falsch gemacht, was man laut den sogenannten Atheisten (danke für die „sogenannten Geistlichen“) falsch machen kann: Unsere Kinder sind getauft, gehen (gerne) zur Messe, reden mit dem Pfarrer, sind Messdiener und in der Katechese – gut, die Katechese wird von Titularkatechet(inn)en gehalten, aber auch egal, besser einmal zu viel warnen als nicht genug; das ist wohl so eine Art vorbeugende Prävention. Aber zurück zu unseren Kindern: Nur gut, dass sie nicht auch noch in Pfadfindergruppen sind, „wo Geistliche zirkulieren“. Nicht auszudenken...

Gott sei Dank sind wir jetzt gewarnt. Mich wundert nur, dass die Atheisten in ihrem eifrigen Streben nach Aufklärung und Prävention auf halber Strecke stehen geblieben sind – und nur vor Kirche und Klerus warnen, da würde mir noch weit mehr einfallen. Eine Mitteilung in bestenfalls mittelmäßigem Deutsch, zum Teil in der Presse abgedruckt zum Teil ignoriert, kann doch nicht alles gewesen sein. An ihrer Stelle hätte ich im Dienste der Allgemeinheit und der offensichtlich einen Wahrheit Warnschilder aufgestellt – „Vorsicht: Katechese! Achtung: Priester!“ –, Mahnwachen vor Kirchen abgehalten – die Kerzen hätte man ihnen spendieren können –, Flyer vor Pfarrsälen an (noch) unbesorgte, ja offensichtlich unvorsichtige Eltern verteilt und Busse plakatiert… ah nein, ich erinnere mich dunkel, letzteres hatten sie schon getan.

Nein, einen „Generalverdacht gegenüber allen katholischen Geistlichen“ wolle man nicht erheben, so die wachen Humanisten, nur den Eltern dringend raten, Kinder mögen sich generell von Geistlichen fernhalten und keinen Kontakt zu ihnen haben – Glückwunsch: radikaler kann man das kaum formulieren. Der Unterschied ist mir nicht ganz klar, aber wahrscheinlich bin ich intellektuell etwas überfordert – wen wundert’s bei diesem Maßnahmenkatalog, der hoffentlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Mir würden noch ganz andere beschwörende „Schicken Sie ihre Kinder nicht…“-Slogans einfallen. Warum nicht auch die Straßenseite wechseln, wenn Sie einem Pfarrer begegnen? Warum keine Erstkommunionunterlagen schreddern – da gibt es ja eine gewisse Vorerfahrung?

Es bleibt eine einzige Frage zum Schluss: Wie muss sich ein Geistlicher fühlen, der so etwas liest? Aber darauf kann um der lieben „Freiheit“ Willen hier leider wirklich keine Rücksicht genommen werden…


Dieser Text bezieht sich auf eine rezente Pressemitteilung von AHA.

 
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