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17. Februar 2021

„Im Hier und Jetzt“: Mitarbeiter der Hoffnung und des Lichtes

Kommentar zum Aschermittwoch von Karsten Steil-Wilke (17.2.2021)

Ein Krankenhausseelsorger hat mir zuletzt geschildert, wie es zugeht, wenn er Patienten auf der Corona-Station besucht. „Ich bin angezogen, wie ein Astronaut, mit mehreren Lagen Schutzkleidung, Masken, Handschuhe, Unmengen an Desinfektionsmitteln. Es ist keine Form von Nähe und Berührung möglich. Als ich ein Lied anstimmen wollt, ist mir fast schwarz vor Augen geworden, aufgrund des Sauerstoffmangels. Die sakramentale Segensgeste erfolgt, indem ich den Menschen aus der Distanz mit Weihwasser segne.

Distanz, Sterilität, strenge Restriktionen. Aus guten Gründen ist zur Zeit fast alles, was sterbenden und kranken Menschen guttut, sie aufrichtet, eingeschränkt oder untersagt. Viele Menschen bedrückt die Situation mit anhaltenden Einschränkungen des gewohnten Alltagsvollzuges zunehmend, bis hin zu depressiven Verstimmungen. Was uns bleibt ist die einfache, aber zunächst unsichtbare Kraft des Gebetes und des Vertrauens in die gute und verlässliche Führung durch unseren Gott.

Vor dem eingangs skizzierten Szenario wirken diese Worte für viele Menschen abgedroschen und inhaltslos. Es ist unsere ganze Kreativität gefragt, um ebenfalls neue Formen und Gesten zu finden, damit die Glut und das Feuer der Frohen Botschaft unter veränderten Vorraussetzungen sicht- und spürbar bleibt.

Die Schrifttexte des Aschermittwoch sind im Gegensatz dazu durchwoben von ermutigenden, aufrichtenden und hoffnungsvollen Worten:
Die Erste Lesung aus dem Buch Joël spricht von einem barmherzigen und reumütigen Gott, den der biblische „Tun-Ergehen-Zusammenhang“ („Jeder kriegt, was er durch seine Taten verdient!“) reut, der die Umkehr und Sorgen der Menschen und der Schöpfung sieht.
Er möchte alle diese begrenzten und lieblosen Logiken und Zusammenhänge durchbrechen (Vers 18: „Da erwachte im Herrn die Leidenschaft für sein Land und er hatte Erbarmen mit seinem Volk.“) Das Evangelium mahnt uns, dass nicht eine telegene Frömmigkeit entscheidet, sondern, die in der Unscheinbarkeit des eigenen Herzens vollzogene Umkehr von allem toten, leblosen und aschegewordenen in unserem Leben hin zum Lebendigen, zum Licht und Wärmendem (Vers 18: „sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“).
Der Gott der Bibel stellt dem die Freiheit, das Ende der Sklaverei und die Zukunft des Auszuges aus Ägypten entgegen, die Auferstehungsfreude des Ostersonntages.

Die Apostel in der Zeit nach Jesu sind Mitarbeiter der Hoffnung und Freude, der Rettung. Ihre Gnade heißt Hoffnung. Jetzt ist der entscheidende Moment, das Herz immer wieder neu zu dieser Hoffnung und Zuversicht zu bekehren (1. Kor 6, 2: „Siehe, jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; siehe, jetzt ist er da, der Tag der Rettung.“). Das Gestern und Morgen zählt nichts. Es zählt die gelebte Haltung von erfüllter Zukunft, Hoffnung und Licht im Hier und Heute. Kurzum: Die Freude an der Frohen Botschaft, am Evangelium und ihrer diskreten, sichtbaren und wirksamen Bezeugung.

Karsten STEIL-WILKE
karsten.steil cathol.lu
 
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