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9. Februar 2019

Jesus ins Netz gegangen?

Wegweiser zum 5. Sonntag im Jahreskreis von Andrée Biltgen (10.02.2019)

Beim Lesen des Evangeliumtextes von diesem Sonntag war meine erste Reaktion Abwehr und Unverständnis. Ich möchte nicht gefangen werden, sondern mich frei für meinen Glauben und die Nachfolge Jesu entscheiden und muss mich doch nicht einfangen lassen und in das „Netz“ Jesu geraten.

Fische, die ins Netz geraten, überleben in der Regel diesen Vorgang nicht, und Jesus hat doch das Leben, sogar das Leben in Fülle den Menschen versprochen!

Was kann Jesus mit diesem Bild gemeint haben? Für den Fischer Simon und die anderen Fischer war dieses Bild absolut einleuchtend. Aber wie kann ich heute diesen Text anders verstehen?

Mein erster Gedanke: Jesus zieht mich durchaus in seinen Bann, aber eben nicht mit Gewalt oder List, sondern durch sein Vorbild, seine Ideen, sein Handeln. Und oft genug zieht er mich dadurch aus anderen „Netzen“, in denen ich manchmal gefangen bin: Meine Bequemlichkeit, meine mangelnde Zivilcourage, mein nur halbherziger Einsatz für meine Überzeugungen, mein Gefangensein im Alltagstrott und den Terminen, …

Und noch eine andere Assoziation drängt sich mir auf: Wollte Jesus nicht vielleicht ein Netzwerk knüpfen, in dem die Menschen, die seinem Ruf folgen, sich zusammen tun, zusammen Dinge ändern, zusammen gegen den Strom schwimmen, zusammen versuchen, die Welt ein wenig besser zu machen und – um im Bild der Fischerei zu bleiben – sich für eine nachhaltige Zukunft der nach uns folgenden Generation einsetzen, so wie Jesus das gewollt hat und uns vorgelebt hat?

Andrée Biltgen

Quelle: wort.lu

 
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