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1999
Nicht ein wenig, sondern alles

Im Leid erkennt man die wahren und treuen Freunde. Viele waren begeistert, solange Zeichen und Wunder geschahen, solange man Halleluja und Hosanna rufen konnte, verschwanden aber, als der Sohn Gottes sich nicht selbst helfen konnte, und ohnmächtig ans Kreuz genagelt wurde.

Ein Jünger der ersten Stunde blieb: Johannes. Alles, was er in diesen drei Jahren bei Jesus erlebt hatte, hatte in ihm nicht nur Begeisterung, sondern eine tiefe Freundschaft hinterlassen: die vielen Predigten, die Krankenheilungen und Befreiungen, die Totenerweckungen, die Brotvermehrung und die Stillung des Sturmes, das Gebet auf dem Tabor und im Ölberg, Jesu Liebe zu den Menschen, besonders auch zu den Verstoßenen und Unberührbaren, und dann besonders die letzte Nacht vor seinem Leiden; die Fußwaschung, die Ratschläge, die Ankündigung seines Fortgehens, das Abendmahl und die Worte, die er dazu sprach. Er wollte bei ihm sein, auch in diesen schweren Stunden des Leidens, wo sein Freund wie ein Stück Vieh zum Kalvarienberg geführt wurde. Er hörte seine letzten Worte am Kreuz, all das drang in sein junges Herz. Er stand unter dem Kreuz und sah, wie sie das Herz seines Freundes durchbohrten und wie Blut und Wasser herausströmten. Er war einer der ersten beim leeren Grab drei Tage nach dem Sterben Jesu, und mit den andern Jüngern wurde er Zeuge der Auferstehung Christi. Jesus zeigte sich ihnen mehrmals, er aß mit ihnen, sprach mit ihnen, zeigte ihnen seine Wunden, viele Zeichen und Wunder geschahen in diesen Tagen vor der Himmelfahrt.

Dieser Johannes, der treu bei Jesus in all seinen Leidensprüfungen stand, und der auch später weder durch Folter noch durch Verbannung von der Liebe Gottes zu trennen war, ist unsere erste Informationsquelle. Weder Zeitschriften, Fernsehsendungen noch gelehrte Bücher, sondern die Worte dessen. der wirklich sagen kann: „Ich habe es gesehen und ich kann bezeugen: Gott ist Liebe. So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß Er seinen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern das ewige Leben hat. Er hat seinen Sohn als Sühnopfer für uns alle hingegeben, damit wir alle Anteil haben am göttlichen, ewigen, himmlischen Leben. So weit geht des Vaters Liebe für uns, so weit geht des Sohnes Liebe für uns, daß er sich total hingibt, um uns Menschen das Leben in Fülle zu geben und uns auch dorthin zu bringen, wo Er ist, beim Vater. Er hat alles gegeben, er hat alles aus Liebe gegeben, niemand hat eine größere Liebe wie er. Er ist wahrhaft der Sohn Gottes, er ist auferstanden, er lebt. Wir haben ihn gesehen, mit ihm gesprochen, ihn mit unseren eigenen Händen berührt. Unser Zeugnis ist wahr, glaubt an die Liebe des Vaters, glaubt an die Liebe des Sohnes, glaubt an die Liebe des hl. Geistes“.

Ein Ratschlag: Knie nieder vor einem Kruzifix und lass die Worte dieses treuen Jüngers Jesu auf dich wirken: So sehr hat Gott die Welt geliebt, so weit ging Gottes Liebe für dich, so tief verneigte sich Gott vor dir, damit du nicht verlorengehst, sondern damit du das ewige Leben hast. Laß diese Worte in deinen Gedanken groß werden. Sieh auf seine Wunden, auf seinen gegeißelten, geschlagenen Körper, auf sein durchbohrtes Herz, sieh auf seine Arme, geöffnet, um dich zu umarmen. Alles aus Liebe, nicht nur ein wenig, sondern alles, seinen Leib, sein Blut, sein Leben, alles ... für dich ... für mich ... für uns alle.

 
Albert FRANCK
 
 
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