Das Thema der Muttergottesoktave 2005 hängt eng zusammen mit dem Weltjugendtag 2005 in Köln (15.-21. August) und das vertraute Evangelium von den drei Weisen aus dem Osten (Mt 2,1-12), deren Reliquien im Dom zu Köln aufbewahrt werden, dient als biblischer Hintergrund. In den drei Weisen wagen „Andersgläubige“ den Aufbruch in die Fremde, um den zu suchen und zu finden, der allen Heimat geben kann.
Die drei Weisen haben ein gutes Auge für die Zeichen der Zeit. Sie entwickeln ein ehrliches Suchen und Fragen und sie bringen den Mut auf, die eigene kleine Welt aufzubrechen und sogar Neues zu wagen. Auf ihrem Weg beweisen sie viel Teamgeist, ihre Spiritualität ist geprägt vom Geist des Durchhaltevermögens, sie zeichnen sich aus durch gute Menschenkenntnis und gehen auf einem anderen „Weg“ heim in ihr Land.
Im Rahmen der Journées Mondiales de la Jeunesse lassen sich in den kommenden Monaten hunderttausende von jungen Menschen aus aller Welt eben auf diesen Weg des Suchens ein. Es sind wache, suchende und fragende junge Menschen, sie alle haben die Sehnsucht nach Echtheit und Authentizität und sie stellen dieselben W-Fragen: Wie gelingt mein Leben? Welcher Mensch verdient mein Vertrauen und meine Liebe? Woher komme ich und wohin gehe ich? Wo ist Gott? Natürlich haben die Jugendlichen nicht sofort das Ziel der Anbetung vor Augen, denn genau wie bei den drei Weisen kommt zuerst das Suchen.
Und während der Weltjugendtage lernen sich die Jugendlichen dann kennen, ihre Sichtweisen werden verändert und die Lebenshorizonte erweitert. Vielen wird klar, dass das „Christsein“ durchaus verbindend, zeitgemäss und alltagstauglich sein kann. Die christliche Identität der teilnehmenden Jugendlichen wird gestärkt und das Zugehörigkeitsgefühl zur Weltkirche untermauert.
Ich bin davon überzeugt, dass durch die Weltjugendtage dann viele Jugendliche in die Erfahrung dessen kommen, was Gotteserkenntnis, Gebet und auch Anbetung bewirkt. Es geht einfach darum, im Labyrinth unserer komplizierten Welt und inmitten zahlloser Wünsche und Angebote zu erkennen, dass der Mensch seine Existenz nicht sich selbst verdankt, sondern dass sein Ursprung und Lebenssinn einzig und allein in Gott gründet. Wer anbetet, der ruht in Gott und wer in Gott ruht, der geht nicht so schnell in die Knie vor den Herausforderungen des Lebens.


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