Seit nunmehr 20 Jahren pilgert das Weltjugendtagskreuz durch die Kontinente der Erde. Es ist das wichtigste Zeichen für die geistliche Vorbereitung auf die grossen Weltjugendtage, mit denen es von Anfang an aufs Engste verbunden war. Millionen von jungen Christinnen und Christen aus der ganzen Welt verbinden mit diesem Kreuz die Gewissheit, dass der Glaube an Jesus Christus sie trotz aller Verschiedenheiten, Sprachen und Kulturen eint. Verbunden mit dem Weltjugendtagskreuz ist immer auch die Freude an der Begegnung und die Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben der Völker.
Im ausserordentlichen Heiligen Jahr 1983/1984 wurde auf Wunsch Papst Johannes Pauls II. ein 3,80 Meter hohes Holzkreuz gefertigt und im Altarbereich des Petersdoms aufgestellt. Nachdem die Heilige Pforte geschlossen und das Heilige Jahr somit beendet war, vertraute der Papst am Palmsonntag 1984 der Jugend das Kreuz an und seit diesem Tag pilgert es durch die Welt. Ende 1985 gab Karol Wojtyla dann bekannt, dass von nun an jedes Jahr ein Weltjugendtag gefeiert werden solle. Um das „Kreuz des Heiligen Jahres“ sind dann die Weltjugendtage entstanden und um dieses Kreuz haben sie sich entwickelt.
Auf der Pilgerreise durch die Kontinente der Welt wurde das Kreuz auch an markante Orte gebracht, die für die Jugendlichen eine Kreuzeserfahrung symbolisieren. Lange vor dem Fall des Eisernen Vorhangs war es in Prag, es besuchte die Elendsquartiere von Manila und im Vorfeld des Weltjugendtages in Toronto wurde es von Jugendlichen auf Ground Zero inmitten New Yorks getragen.
Seit einem Jahr befindet sich das Weltjugendtagskreuz nun auf einer Pilgerreise zur Vorbereitung der Journées Mondiales de la Jeunesse in Köln. Diese Pilgerreise des Kreuzes soll der geistlichen Vorbereitung auf den XX. Weltjugendtag dienen und in diesem Sinne war das Weltjugendtagskreuz anlässlich des Pélé des Jeunes, der Route Echternach und der Springprozession auch schon in Luxemburg unterwegs.
Obschon das Leid unzertrennbar zu unserem Menschsein dazugehört, versuchen wir das Kreuz auf jede Weise zu vermeiden und gerade durch diese Haltung wird unser Alltag zusehends härter und kälter. Auf die Frage was eigentlich passiert wäre, wenn Christus nicht Mensch geworden und am Stamm des Kreuzes gestorben wäre, antwortete Papst Benedikt XVI.: „Dann würde uns ein wichtiger Zugang zu Gott fehlen und letzten Endes würden wir dann nicht wissen, wer Gott eigentlich ist. Wenn aber die Gottesfrage keine Beantwortung findet, wenn der Weg zu ihm verschlossen bleibt und wenn es die Vergebung nicht gibt, dann wird das menschliche Leben zu einem sinnlosen Experiment. Insofern hat Gott selbst die Wolken an einer Stelle weggerissen und das Licht angemacht, um uns den Weg zu zeigen, der die Liebe ist und die Wahrheit und der uns leben lässt.“
Von Natur aus sind wir Menschen oft in uns selbst verschlossen und ohne unseren menschgewordenen Gott kämen wir aus dieser Horizontalität nicht heraus. In Jesus Christus steigt Gott zu uns hinab in das Reich der Angst, der Verzweiflung, des Egoismus, der Einsamkeit, der Konkurrenz und des Todes und er schenkt damit unserer Horizontalität eine Vertikale. Aus dem Minus dieser Welt wird ein Plus und die Sinnlosigkeit wird in Sinn, der Verlust in Gewinn und der Tod in Leben umgewandelt.


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