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Mon passage préféré de la Bible / Mein liebstes Bibelwort
...denn den Seinen gibt es der Herr im Schlaf.
Ps. 127, 2b

Obwohl oder vielleicht weil ich kaum eine Nacht ununterbrochen schlafend verbringen kann, ist dieser Vers aus Psalm 127 mein liebstes Bibelwort geworden. Der Psalmist dieses Wallfahrtsliedes besingt hier sein Grundvertrauen in Gottes Vorsehung. Gleich am Anfang behauptet er lapidar: „Wenn nicht der Herr das Haus bewacht, müht sich jeder umsonst, der daran baut. Wenn nicht der Herr die Stadt bewacht, wacht der Wächter umsonst„(Vs 1). Damit will er nicht dem Fatalismus das Wort reden: „Der Mensch denkt, Gott lenkt“, ein Wort, das leicht missverstanden werden kann, als wäre es mit Nichtstun getan.

Doch braucht der Mensch nicht krampfhaft um sein Leben besorgt zu sein. Denn wenn er, wie Jesus, Gott als seinen „Abba“ erfahren kann, dürfen wir darauf vertrauen, dass Er tatsächlich alles zum Guten lenkt.

Insofern trifft es zu: „Der Mensch denkt, Gott lenkt.“ Auch wenn der Mensch manches falsch denkt und dadurch viel Unheil verursacht, Gott lenkt alles zum Guten. Nichts ist so negativ, dass Gottes kreative Liebe daraus nicht etwas Positives zustande bringen könnte. Gott rettet uns zwar nicht immer aus allen Nöten, aber sehr wohl in allen Nöten, indem er uns von innen heraus die Kraft seines Geistes schenken will, mit Missgeschick und Leiden, Krankheit und Tod geistig fertig zu werden, es positiv zu verarbeiten.

Wer aus diesem Gottvertrauen lebt, versteht den Psalmisten, wenn er behauptet: „Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch erst spät niedersetzt, um das Brot der Mühsaal zu essen, denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf.“

Der französische Schriftsteller Charles Péguy hat dies verstanden und in seinem „Lob auf den Schlaf“ wunderbar formuliert (ich zitiere aus dem Gedächtnis):

Der Mensch, der nicht schlafen kann, ich liebe ihn nicht, sagt Gott.

Der Schlaf ist der Freund des Menschen. Der Schlaf ist der Freund Gottes.

Der Schlaf ist womöglich das Schönste, was ich erschaffen habe!

Und selbst ruhte ich am siebten Tag.

Wer ein reines Herz hat, schläft. Und wer schlafen kann, hat ein reines Herz...

Wer nicht schläft, ist der Hoffnung untreu. Und dies ist die größte Treulosigkeit.

Denn es bedeutet, Demjenigen untreu zu sein, der die Treue in Person ist.
Glücklich ist der, der hoffen kann. Und der, der schläft. . . !

Ich schlafe nicht immer ununterbrochen gut und tief. Aber ich möchte doch treu sein in der Hoffnung.

 
Jean VAN OSCH smm
Pfarrer in der Europäischen Pfarrei
 
 
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