„Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben;
ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben;
ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen;
ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben;
ich war krank, und ihr habt mich besucht;
ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.“
Diese Worte Jesu drücken zutiefst das aus, was wir Menschen und Gewerkschaftler unter Solidarität verstehen. Es gibt kaum eine Textpassage in der Bibel, die einen tieferen sozialen Charakter aufweist.
Sechs Zeilen umfassen die ganze Menschheit: diejenigen, die Essen haben und es mit den Hungrigen teilen; die Menschen, die Wasser haben und es mit den Durstigen unserer Erde teilen, oder mein Verhältnis zu Freunden, Flüchtlingen, Gastarbeitern oder ganz einfach zu Obdachlosen; ich kümmere mich um kranke und/oder ältere Mitmenschen. Ja sogar diejenigen, die sich etwas haben zu Schulden kommen lassen, denen solten wir verzeihen und wir sollen uns um sie kümmern. Jesus ruft die Menschheit auf, nicht Egoismus walten zu lassen, uns nicht allein um unsere materiellen Werte zu kümmern. Unsere Mitmenschen, vor allem diejenigen, die schwächer sind als wir, brauchen unsere Hilfe, unser Verständnis und unser konkretes Handeln.
Eine intensiver gelebte Solidarität, eine tiefer gehende Liebe zum Menschen kann es nicht geben als das Wort „Solidarität“ mit einem konreten Inhalt zu füllen.