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Mon passage préféré de la Bible / Mein liebstes Bibelwort
Ist das nicht der Zimmermann...
Mc 6,2

Nach der Auferstehung der Tochter des Jaïrus kehrt Jesus nach Nazareth zurück und lehrt am Sabbat in der Synagoge. Die Leute wundern sich: „Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen!“ Doch es scheint ihnen unmöglich, dass der Sohn des Zimmermanns, dessen Familie unter ihnen lebt, zu solchem befähigt sei. Und sie nehmen Anstoß an ihm und lehnen ihn ab. Jesus sagt daraufhin: „Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat ...“

Jesus war Zimmermann. Damit erhält die christliche Botschaft eine besondere Ausrichtung. Sie anerkennt die menschliche Arbeit. „Daher war dieses Evangelium auch ein ,Evangelium der Arbeit‘, weil der, der es verkündete, selbst ein Mann der Arbeit war, der handwerklichen Arbeit, wie Josef von Nazareth“, heißt es in der Enzyklika „Laborem exercens“.

In der Antike wurde die physische Arbeit vornehmlich den Sklaven überlassen. Körperliche Arbeit hatte kaum einen eigentlichen Stellenwert. Mit dem Christentum kam eine gedankliche Wende. Die Grundlage zur Bewertung menschlicher Arbeit ist nicht ihr wirtschaftlicher Wert, sondern die Tatsache, dass der, der sie verrichtet hat, Person ist. Die Arbeit verleiht dem Menschen Würde.

Wohl hat diese Botschaft fast zweitausend Jahre gebraucht, bis dass sie, auch in christlichen Gebieten, voll zum Durchbruch gekommen ist. Doch seit der Enzyklika „Rerum novarum“ von Papst Leo XIII. aus dem Jahre 1890 hat sich dieses Evangelium der Arbeit sicherlich zumindest in unseren Landen durchgesetzt. Setzen wir uns dafür ein, dass zweitausend Jahre nach diesem Evangelium der Arbeit diese Errungenschaft dort, wo sie besteht, nicht in Frage gestellt, und dort, wo sie unbekannt ist, eingeführt wird.

 
François BILTGEN
Ministre des Cultes
 
 
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