Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Jesus hat in seinem Gebet neben den Bitten auch ein Gebot versteckt: Er verlangt von uns das bedingungslose Verzeihen und Vergeben dessen, was uns ein anderer angetan hat.
Dabei meint er letztlich einen wirklichen Neuanfang mit demjenigen, der uns geschädigt, gekränkt oder beleidigt hat. Es genügt nicht, einfach zu sagen: „Das will ich ihm wohl verzeihen, aber vergessen werde ich es nie“. Das ist kein Neuanfang und auch kein aufrichtiges Vergeben. Wird Gott uns unsere Schuld vergeben, wenn wir selber dazu nicht in der Lage sind?
Mir scheint immer, dass es wenig Sinn hat, Gott um Frieden in der Welt zu bitten, solange wir uns nicht selbst im Kleinen darum bemühen. Der Anfang allen Friedens zwischen den Menschen und den Völkern und zwischen Gott und den Menschen ist das Verzeihen, gefolgt vom Vergeben. Am Ende steht dann die Versöhnung. Denn sonst wächst aus dem „Unverzeihlichen“ die Feindschaft, aus der Feindschaft der Hass und aus dem unversöhnlichen Hass letztlich der Krieg.