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Recensions de livres / Buchtipps
Bernhard Meuser: Christ sein für Einsteiger
Das religiöse Buch des Monats April 2007

Bernhard Meuser: Christ sein für Einsteiger
München, Pattloch Verlag, 304 S.

Die Zahl der Neuerscheinungen zu religiösen Themen hat in den letzten Jahren zugenommen. Natürlich sind dies lange nicht nur erhellende oder für die Kirchen und Religionsgemeinschaften erfreuliche Titel. Und die Zahl der Bildbände und andere Folkloretitel befriedigen ein offensichtliches Interesse an Wärme, Trost und Mut, die den Kirchen und ihren Vertretern wieder zugesprochen werden. Was bei dieser Entwicklung noch fehlt, sind einerseits neue Autoren, die sich mit einem anderen Blickwinkel und einer neuen Schreibe der Thematik widmen. Andererseits stellen viele Bücher nur die dunklen Kapitel der Kirchengeschichte oder nur den „guten Gott“ in den Mittelpunkt.

Dieser Einseitigkeit erliegt Bernhard Meuser, Theologe und Publizist, in seinem Buch „Christ sein für Einsteiger“ in keiner Zeile. Seine Überlegungen gehen von der Frage des Lesers aus: Wie wäre es, wenn ich wirklich Christ sein wollte? Der im Titel angesprochene „Einsteiger“, so merkt man bei der Lektüre schnell, kann dabei sowohl ein wirklicher Neueinsteiger von außen sein, ebenso aber auch ein bereits Getaufter, der vielleicht wirklich Ernst machen will mit seinem Glauben, oder auch ein Wiedereinsteiger, der zum Glauben und zur Kirche zurückfinden will.

Meuser nutzt für die Beschreibung des Christseins die „alten“ Regeln des Heiligen Benedikt von Nursia, die dieser für seinen jungen Orden im 6. Jahrhundert niederschrieb. Alle 74 „Werkzeuge der geistlichen Kunst“ werden für das Jetzt und Hier beschrieben. Was hat Benedikt für seine Ordensmitglieder beabsichtigt und wie sieht dies für den Leser heute aus? Wie wäre es, wenn wir mit der Zusage Gottes, durch Jesu Wunden seien wir geheilt (1. Petr 2,24) ernst machten - ohne Ausflüchte. Eine Stärke der Beschreibungen, wie wir heute mit Benedikts Werkzeugen umgehen können, liegt eindeutig in der Nähe zum Alltagsleben. In vielen Erläuterungen spürt man den Lebensatem, die Erfahrungen in guten und schlechten Tagen, die eigenen Zweifel und die der Umwelt. Und am Ende eines jeden Kapitels stehen scheinbar einfache Aufforderungen, was man als erste Schritte tun könnte. Diese führt Meuser in seinem Schlusskapitel „Kleine Schule des Betens“ nochmals zusammen, auf dass ein guter Glaubensstart gelinge.

Bernhards Meuser schreibt klar und verständlich, gleichzeitig unmissverständlich und kompromisslos. Und es ist gut, wenn der Leser in einem Buch über das Christsein zusammenzuckt: „Will ich das wirklich?“. Hier wird alles andere als eine folkloristische Erlösungsgeschichte beschrieben, sondern das Angebot Gottes an den Menschen und dessen Antwortmöglichkeiten im Alltag.

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

 
 
 
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