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Recensions de livres / Buchtipps
Forte, Bruno: Dem Licht des Lebens folgen.
Religiöses Buch des Monats März 2005

Forte, Bruno: Dem Licht des Lebens folgen.

Freiburg: Herder Verlag, 2005. 256 S.

Dieses Buch beruht auf den Meditationen, die der Theologe Bruno Forte, seit September 2004 Erzbischof von Chieti-Vasto, im vergangenen Jahr bei den traditionellen Exerzitien im Vatikan für den Heiligen Vater und seine engsten Mitarbeiter gehalten hat. Leider bringt der deutsche Titel nicht mehr so eindeutig wie der italienische Originaltitel („Seguendo te, luce della vita“: Dir folgend, Licht des Lebens) bereits eines der Grundanliegen des Autors zum Ausdruck: dass die Berufung des Christen „die Begegnung mit jemandem, nicht mit etwas“ ist.

Nach einer allgemeinen Einführung über den Sinn von Exerzitien, über ihren Ausgangspunkt und ihr Ziel folgen die einzelnen Meditationen, angeordnet zu fünf thematisch bestimmten Tagen mit jeweils vier Betrachtungseinheiten. Wer sich nicht eine ganze Woche frei nehmen kann, dem ist es natürlich ebenso möglich, über einen längeren Zeitraum hinweg jeden Tag nur eine Betrachtung durchzuführen. In jedem Fall sollte man sich aber ausreichend Zeit für die einzelnen Meditationen einräumen, denn der Autor weist in der Einführung ausdrücklich darauf hin, dass Exerzitien eben geistliche „Übungen“ sind, die mehr als eine bloß passive Lektüre erfordern, nämlich ein wirkliches Sich-selbst-Beteiligen des Lesers. Jede der Meditationen stellt deshalb gegen Ende dem Leser direkt einige Fragen nach dem eigenen Glauben und mündet schließlich ein in ein Gebet.

Die Meditationen des ersten Tags handeln von der Freiheit, von der Freiheit Gottes und von der Freiheit der Menschen, zu der sie von Gott berufen sind. Der zweite Tag betrachtet das Kreuz als Ereignis, das „ebenso wie den Sohn auch den Vater betrifft“ und gleichermaßen den Geist mit einbezieht, am dritten Tag wird die Auferstehung als ebenso trinitarisches Ereignis entfaltet. Der vierte Tag stellt die Kirche als Abbild der göttlichen Dreifaltigkeit dar. Der fünfte Tag schließlich rückt die Kirche in ihrer Sendung, das Evangelium in der konkreten Alltagswirklichkeit zu verkünden und zu leben, in den Mittelpunkt. An allen fünf Exerzitientagen werden die Betrachtungen zu den Geheimnissen der Heilsgeschichte ergänzt durch Meditationen zu beispielhaften Gestalten des Alten (Abraham, Mose) und des Neuen Testaments (Petrus, Paulus), vor allem aber zu Maria als Urbild der Kirche.

Im spürbaren Ringen um die jeweils geeignetste Ausdrucksform für die Inhalte seiner Botschaft legt sich der Autor nicht auf einen bestimmten Sprachstil fest. Der Text ist deswegen sowohl lehrreich wie erbaulich, ist ebenso der traditionellen theologischen Begrifflichkeit verpflichtet, wie auch immer wieder originelle, ungewohnte Sichtweisen und Formulierungen (z.B. „Die Schönheit der Trinität“) auftauchen, die dem Leser überraschend neue Sichtweisen selbst auf gut Bekanntes (etwa das Gleichnis vom barmherzigen Vater) ermöglichen. Das Buch ist ein wunderbarer Begleiter für die Fasten- und Osterzeit, darüber hinaus aber auch eine wertvolle Orientierungshilfe für den ganzen christlichen Lebensweg.

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

 
 
 
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