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Recensions de livres / Buchtipps
Franz-Josef Bode, Hans Joachim Meyer (Hg.): Du führst uns hinaus ins Weite.
Das religiöse Buch des Monats April 2008

Franz-Josef Bode, Hans Joachim Meyer (Hg.):
Du führst uns hinaus ins Weite.
Deutscher Katholikentag Osnabrück 2008. Das Begleitbuch.
Freiburg: Herder Verlag. – 175 S.

„Du führst uns hinaus ins Weite“ – mit diesem Leitwort stellt der Katholikentag 2008 das befreiende und rettende Handeln Gottes an den Menschen in den Mittelpunkt. Denn in Psalm 18, dem das Leitwort (leicht abgewandelt) entnommen ist, besingt der Dichter die Errettung aus höchster Not. Die Autoren des „Begleitbuches“ erschließen mehr meditierend als argumentierend verschiedene Zugänge zu diesem Leitwort. Sie sehen darin eine Schärfung des Realitätssinns und wenden sich gegen eine allzu gefällige Deutung.

Zwei Worten widmen sie dabei besondere Aufmerksamkeit: „Du“ und „Weite“. In der sehr persönlichen und vertraulichen Anrede „Du“ sieht etwa Franz-Josef Bode das unterscheidend Christliche. Dass Gott sich wie ein Gegenüber, wie ein vertrauter Mensch anreden lässt, und dass er in Jesus Christus Mensch geworden ist, müsse immer wieder neu in Erinnerung gerufen und gerade jenen erklärt werden, die neugierig sind auf alle möglichen Formen von Spiritualität. Darin sieht Bode auch eine Aufgabe des Katholikentags. Theo Paul, Generalvikar des Bistums Osnabrück, weist darauf hin, dass am Anfang des Glaubens nicht die Moral steht, sondern die Beziehung – zu Gott und den Menschen, die von ihm begeistert sind. Paul sieht im vertrauten „Du“ den „Ausgangs- und Orientierungspunkt der Pastoral“, die „die Liebe Gottes und seine unverdiente Zuwendung zu jedem Einzelnen immer wieder neu ins Bewusstsein“ rufen müsse (S. 103).

Die Weite, von der der Psalm spricht, hat in den Augen der Autoren viele verschiedene Facetten. Sie befreit, so Bischof Bode, aus der Enge des eigenen Daseins und „dem ewigen Kreisen um uns selbst und unsere Probleme“ (S. 8). Sie könne den Gemeinden nach den vielen Zumutungen der letzten Jahre neuen Schwung verleihen, neue Möglichkeiten und Wege zu entdecken, „sich den Suchbewegungen der Menschen zu stellen und ihnen den christlichen Glauben als Einladung zu erfülltem Leben anzubieten“ (S. 21/22). Auch in der Ökumene und in der Gestaltung des öffentlichen Lebens könne sie befreiend wirken. Theo Paul sieht in Aufbruch und Dialog die Aufgaben der Kirche in der Gegenwart - nicht in Abgrenzung und Rückzug. Dazu gehört in seinen Augen auch, „neue Orte und Formen [zu] fördern, an denen Glaube in Gemeinschaft erfahrbar wird“ (S. 112).

Die Autoren (neben Bode und Paul auch Hans Joachim Meyer, Georg Steins, Detlef Stäps und Heinz Wilhelm Brockmann) skizzieren ein anspruchsvolles Leitbild für den Katholikentag. Unabhängig davon, ob man teilnimmt oder das Geschehen aus der Entfernung mit Interesse verfolgt, lohnt sich die Lektüre der Beiträge. Denn sie bieten über den Tag hinaus Anregungen, wie das Christentum in der Gegenwart Wirkung entfalten kann.

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der St. Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

 
 
 
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