Franz-Peter Tebartz-van Elst: Glaube braucht Gestalt.
Franz-Peter Tebartz-van Elst: Glaube braucht Gestalt.
Ermutigung zu einer missionarischen Spiritualität.
Kevelaer: Verlag Butzon & Bercker 2006. - 208 S.
Welches Gesicht verbindet ein Suchender mit einem gläubigen Christen? Wie zeigt sich der christliche Glaube durch den einzelnen Menschen? Welchen Raum nimmt christlicher Glaube im Wohnumfeld und in unseren gesamten gesellschaftlichen Zusammenhängen ein? Es sind diese alten Fragen, die viele Glaubende beschäftigt. Und in größeren Kontexten, wenn es um die Beiträge der Kirche zum Gemeinwohl des Staates geht, stellen sich auch viele andere Menschen – mit Interesse und Sorge über manche (Selbst-)Beschränkung – diese Fragen.
Der Münsteraner Weihbischof und frühere Professor für Pastoraltheologie und Liturgiewissenschaft an der Universität Passau beantwortet diese Fragen in einem ermutigenden Kontext. In sieben Kapiteln legt er Grundlagen, beleuchtet Einzelphänomene und zeigt Zukunftsoptionen auf.
- Im ersten Kapitel „Ostern“ arbeitet er wesentliche Spuren des erlösten Christen heraus und geht am Phänomen der Gottvergessenheit nicht vorbei.
- Im Kapitel „Kirche“ beschreibt er mit prozesshafter Seelsorge oder mit dem Begriff einer Pastoral der Offenheit zentrale und für Glaubende wie Noch-nicht-Glaubende erkennbare Sinnbilder für das Christentum.
- Im Kapitel „Maria“ stellt er die Gottesmutter als Ermutigung zur sicher nicht immer einfachen Begegnung mit dem Neuen und Ungewohnten dar.
- Im Kapitel „Liturgie“ geht es dem Autor um Grundhaltungen, die wir als Menschen vordergründig durch unseren Körper und unsere Sinnesorgane zum Ausdruck bringen, die in ihrer Wirkung beim bewussten Umgang für unsere Nächsten aber weitaus mehr deutlich machen können.
- Dem Gestaltwandel der Gemeinden ist ein Abschnitt im Kapitel „Communio“ gewidmet, der Wege für Veränderungsmöglichkeiten aufweist.
- Im Kapitel „Zukunft“ schließlich geht es um Erinnerungen an das Ziel des christlichen Glaubens.
Es ist ein leises, dem allzu raschen Leser sich leicht entziehendes Buch. Dominant sind in jedem Gedankenschritt die gut verständlichen Hinweise auf den Reichtum der biblischen Botschaft und die Glaubenstradition der Kirche. Die offene und glaubenssichere Sprache verrät einen klaren Blick für die möglichen Gestaltformen christlichen Glaubens heute und morgen. Die deutlichen Wegmarken, Deutungen und Auslegungen laden zur persönlichen Auseinandersetzung ein.
(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)