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Recensions de livres / Buchtipps
Gianfranco Ravasi: Über die Liebe.
Das religiöse Buch des Monats Januar 2008

Gianfranco Ravasi:

Über die Liebe.

München: Verlag Neue Stadt. - 124 S.

Der bekannte Mailänder Bibelwissenschaftler Gianfranco Ravasi, seit einigen Monaten Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur, hat im Jahr 2004 ein kleines Büchlein über die Liebe verfasst. Da dieses Buch wie eine einfache Hinführung zu der ausgefeilten Theologie der 2006 erschienenen ersten Enzyklika „Deus caritas est“ von Papst Benedikt XVI. wirkt, hat der Verlag Neue Stadt Ravasis Buch jetzt auch auf Deutsch herausgebracht.

Der Autor setzt darin bei den drei Arten an, wie Gott sich als Liebe offenbart: in der Schöpfung, in der Verzeihung, schließlich in der Erlösung durch Jesus Christus. Danach werden die Bilder erläutert, welche die Bibel immer wieder für die göttlichen Liebe verwendet: Gott als Bräutigam, als Vater und Mutter, als Freund, aber auch als ein „eifersüchtiger“ Gott. Auch auf die Liebe zwischen Mann und Frau als Abbild der göttlichen Liebe wird verwiesen, und ein Exkurs greift die Problematik auf, wie die Liebe Gottes angesichts des Leids überhaupt möglich sein kann. Nach diesem Blick auf die Liebe Gottes wendet sich Ravasi der Liebe des Menschen zu und untersucht einige Aspekte, die für den Menschen wesensnotwendig zur Liebe gehören, wobei davon auszugehen ist, dass in der Liebe des Menschen letztlich die Liebe Gottes widerscheint. So gehören zur Liebe im biblischen Verständnis nicht nur Eros und Freundschaft, sondern auch Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Solidarität, nicht zuletzt aber auch Furcht – nicht im Sinne von Angst, aber im Sinne einer Ehrfurcht, die auch um die Verletzlichkeit der Liebe weiß. Im dritten Kapitel wird schließlich gezeigt, wie nach dem biblischen Verständnis die Liebe des Menschen zu Gott untrennbar verknüpft ist mit der Liebe zum Nächsten, so dass Jesus in seiner Abschiedsrede schließlich genau dies als SEIN Gebot bezeichnet: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe!“ (Joh 15,12).

Gianfranco Ravasi versucht ganz bewusst, nicht zu viele Worte zu machen, um das Geheimnis der Liebe zu erklären. Sein Verdienst besteht gerade darin, die herangezogenen – teils bekannten, zum Teil aber auch unbekannteren – Bibelstellen „zum Sprechen zu bringen“, was oft genug auch dadurch geschieht, dass Ravasi sie in Beziehung setzt zu Gedanken und Worten großer Dichter und Schriftsteller wie Franz Kafka, Emily Dickinson oder Albert Camus, wodurch einmal mehr zum Ausdruck kommt, dass dieses Thema letztlich „unerschöpflich“ ist. In jedem Fall gibt das Buch von Gianfranco Ravasi aber seinen Leserinnen und Lesern wertvolle Impulse, sich diesem großen Thema immer wieder neu auf der Grundlage der Heiligen Schrift anzunähern.

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der St. Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

 
 
 
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