Pater Pedro: Kämpfer der Hoffnung.
Pater Pedro: Kämpfer der Hoffnung.
Wie ich den Kindern Madagaskars eine Zukunft gab.
Berlin: Ullstein Verlag 2007. 297 S.
Der Autor schildert ungeschminkt die Not der Menschen auf der Müllinsel in Madagaskar und den Kampf gegen internationale Hilfsprogramme
Weitergabe des Glaubens kann gelingen, wenn persönlicher Glaube und Verstand in einem subjektiven Lebenszeugnis zum Ausdruck gebracht werden. Dieser Vorbildcharakter Einzelner ist es, der Menschen veranlasst, ein solches Buch zur Hand zu nehmen. Nicht viele Personen des Zeitgeschehens lassen eine Nähe zu ihrem Handeln und Glauben zu. Diese sehr verständliche Zurückhaltung bringt uns auf dem Buchmarkt meist nur biografische Zeugnisse als Nachrufe. Gerade aber die Relevanz eines Glaubenszeugnisses für den Einsatz in dieser Welt bleibt dadurch leider oft verborgen.
Distanzierte Autobiografie
Pater Pedros Autobiografie merkt man diese Scheu an und sie tut dem Buch gut. Offensichtlich bedurfte es seitens des französischen Originalverlages mancher Überzeugungskünste, den zu den Lazerusbrüdern des Hl. Vinzenz von Paul zählenden Autor zu diesem Werk zu überreden. Pater Pedro findet durch die im Vordergrund stehende Beschreibung seiner jetzigen Aufgabe in Madagaskar die notwendige Distanz, auf die hin er im zweiten Teil des Buches von sich, seiner Herkunft und seiner Motivation berichtet.
Entdeckung tiefster Armut
Der Sohn slowenischer Eltern, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien ausgewandert sind, lernt in den ärmlichen Verhältnissen einer Einwandererfamilie deren tiefe religiöse Verwurzelung kennen. Ebenso sehr prägt ihn die Beziehung zu seinem Vater, von dem er das Maurerhandwerk erlernt und der ihm ein schlichtes, aber umso klareres Lebensvorbild wird. Neugierde, sportlicher Ehrgeiz und Verantwortung für Familie und Freunde prägen die Schullaufbahn des Jungen, der nach Schulbildung und Studien in Europa von seinem Orden in der Zeit der Veränderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil im Missionseinsatz in Madagaskar seinen Weg macht. Aber erst die Entdeckung tiefster Armut und das Aufgeben der menschlichen Würde bei den Menschen auf der Müllinsel vor der Inselhauptstadt Antananarivo entfacht in Pater Pedro die Klarheit, gerade diesen Menschen die christliche Erlösungsbotschaft zu verkünden und mit ihnen einen Weg für zukunftsfähige Lebensgrundlagen zu suchen und zu finden.
Ungeschminkte Teilhabe
Pater Pedro lässt den Leser ungeschminkt teilhaben an der Not der Menschen, an dem gemeinsamen Kampf gegen internationale Hilfsprogramme, die eher eigenen Notwendigkeiten folgen statt den selbst gefundenen Hilfswegen der Betroffenen. Und der Autor verbindet seinen überzeugenden Hilferuf an alle Menschen guten Willens mit seinen religiösen Wurzeln und dem im Wissen geerdeten Glauben. Indem er die Scheu vor der Schilderung seines eigenen Beispiels ablegt, weckt er durch klare Sprache und eindeutige Beschreibungen beim Leser ein Verständnis für den religiös orientierten Kampf gegen das Unrecht in der Welt.
(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)