+Erzbistum
+Pfarrverbände
+Dienststellen
+Bewegungen
MOBILE
 
Kontakt
 
Sitemap
 
Presse
 
Chargement...
Sehen Sie auch ...
 
Recensions de livres / Buchtipps
Paul Konrad Kurz: Gotteserfahrungen
Religiöses Buch des Monats Juni 2006

Paul Konrad Kurz: Gotteserfahrungen.
Biblische Gestalten sprechen
Kösel Verlag, München 2006, 210 Seiten

Als Sprachkundiger machte sich Paul Konrad Kurz über viele Jahre hinweg einen Namen. In vielen Aufsätzen begleitete er die literarische Produktion im Bereich der erzählenden Literatur in ihrer Entwicklung, trennte die Spreu vom Weizen, lenkte die Aufmerksamkeit auf (im Spannungsfeld von Literatur und Theologie) bisher nicht aufgefallene Autoren. Er fand die rechten, nicht vereinnehmenden Worte, wenn gerade jüngere Autoren - beabsichtigt oder unbeabsichtigt - Spurenelemente eines Glaubens an einen Schöpfergott in ihre fiktionalen Texte aufnahmen. Daneben setzte er sich selbst der Kritik mit eigenen Gedichten aus und beteiligte sich so am Schaffen derjenigen, die er als Kritiker begleitete. Nach Fertigstellung seines Werkes „Gotteserfahrungen“ starb er Ende des vergangenen Jahres.
?Vor diesem Hintergrund können seine Texte über Menschen der Bibel nochmals eine andere Wirkung entfalten. Sein Buchkonzept verlangt die Weitsicht eines gereiften Menschen, mit großer biblischer Sachkenntnis, reicher menschlicher Erfahrung und durchlebter Glaubenweisheit. Kurz lässt in seinem Buch 24 Menschen zu Wort kommen. 23 Personen sind Gestalten aus dem Alten und Neuen Testament. An 24. Stelle, vielleicht um auch die biblische Zahl 12 zu komplettieren, ist der Leser, die Leserin angefragt. Kurz bietet uns fünf Frauen- und 18 Männergespräche an. Denn darum geht es: Kurz lässt die von ihm ausgewählten Menschen der Bibel ihre Geschichte mit Gott erzählend reflektieren. Für den eher Bibelunkundigen sind die wesentlichen in der Heiligen Schrift tradierten Daten aus dem Lebenswerk der jeweiligen Person festgehalten. Nur die Bibelkundigen werden Akzentverschiebungen, interessante Varianten bemerken. Sie gehen teilweise auf die intensive Textreflexion des biblischen Urtextes zurück und - wie könnte es bei einem Schriftsteller anders sein - auf durch den Autor bedingte Weglassungen oder Betonungen ein. So stoßen beide Lesergruppen auf Unbekanntes und neu zum Nachdenken Anregendes.
Kurz lässt jede und jeden nach seinem je eigenen Weg zum Glauben an Gott sein glaubendes Beziehungswirrwarr entfalten. Jede Gestalt steht für sich und alle richten sich an dem einen Gott aus, der sich im Alten Testament durch Zeichen und Menschenworte äußert und  der sich im Neuen Testament durch seinen Sohn selbst in die Welt setzt. Und so mündet die im letzten Kapitel entwickelte Einladung: „Die letzte Geschichte [ist] deine Geschichte“, in ein Angebot an die Leser, sich in diese Erzähltradition einzureihen, sich an den Fragen und ggf. nur temporär gültigen Antworten anderer abzuarbeiten und damit die eigene Geschichte zu denken, auszusprechen oder gar aufzuschreiben.
Ein ungeheuer warmherziges Werk eines Glaubenszeugen, der mit seinen ins Wort gebrachten durchlebten Erfahrungen und Fragen ermutigt und provoziert, sich mit dem Reichtum an wirklichem Leben der Bibel auseinanderzusetzen.

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

 
 
 
In dieser Rubrik
© Église catholique à Luxembourg Kontakt | Webmaster Tools
 
logo

http://www.cathol.lu//prier-et-celebrer-beten-und-feiern/pelerinages-wallfahrten/octave-oktave/article/entstehung-entwicklung-und

© Église catholique à Luxembourg
certains droits réservés