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Recensions de livres / Buchtipps
Paulus Terwitte: Ich bleib dann mal da. Warum das Katholische in unserer Gesellschaft nicht fehlen darf.
Religiöses Buch des Monats Juli 2011

Dass die großen christlichen Volkskirchen in unserer Gesellschaft an Bedeutung verlieren, ist längst unumstritten. Die durch den Missbrauchsskandal des letzten Jahres deutlich gestiegenen Kirchenaustrittszahlen haben dieses Phänomen nur noch einmal in besonders pointierter Form vor Augen gestellt. Wenn jemand in dieser Situation ein Buch schreibt „Ich bleib dann mal da“, wie es der durch die Medien bekannte Kapuzinermönch Bruder Paulus Terwitte jetzt getan hat, könnte dieser Titel von manchem missverstanden werden, entweder als trotziges Nichtwahrhabenwollen eines nicht mehr aufzuhaltenden Abwärtstrends oder als verzweifelte Rechtfertigung einer immer schwächer werdenden eigenen Position. Wer das Buch aufschlägt und liest, wird dann aber überrascht sein, wie offensiv und zuversichtlich der Autor die christliche Religion und (insbesondere) die katholische Kirche als eine Geisteshaltung darstellt, die unserer Gesellschaft entscheidende positive Entwicklungen ermöglicht hat – und ihr gerade in den vielfältigen Umbrüchen der Gegenwart nach wie vor Entscheidendes zu geben hat, ohne das unser aller (Zusammen-) Leben ärmer wäre.

In sechs Kapiteln wird so der katholische Glaube entfaltet als prägende Kraft, die dem Leben des Einzelnen wie der Gemeinschaft Richtung, Sinn und Ziel gibt. Im ersten Abschnitt reflektiert der Autor allgemein über das Unterwegssein als Grundzug des menschlichen Lebens und stellt einen großen Unterschied fest zwischen dem ruhelosen Herumgetriebenwerden des modernen Menschen und dem katholischen Pilgerweg durch die Welt hindurch zur himmlischen Heimat. Danach wird die christliche Schöpfungslehre dargelegt mit besonderem Blick darauf, was das Geschaffensein durch Gott für das Verhältnis der Menschen untereinander bedeutet; hier kommen auch die Heiligen und Maria zur Sprache, die in der katholischen Kirche als Vorbilder geschätzt und verehrt werden, weil sie eben zu Jesus Christus hinführen und nicht an seine Stelle treten. Im nächsten Kapitel, „Glaubensalltag“, geht es um Gebet und Liturgie, die beide den katholischen Alltag durch und durch prägen und verändern. Der Eucharistie als der Mitte des katholischen Glaubenslebens ist ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem der Zusammenhang zwischen Opfer, Erlösung und Dank entwickelt und gezeigt wird, wie aus diesem Geheimnis heraus ein Leben gemäß dem Evangelium möglich wird. Im nächsten Abschnitt geht es um „Gut und Böse“, um das Anerkennen, dass der Mensch ein Sünder ist - eine Einsicht, die den Menschen aber keineswegs lähmt oder überfordert, ihm im Gegenteil immer wieder einen echten Neuanfang und Vergebung ermöglicht. Das letzte Kapitel widmet sich schließlich der Ordnung und Struktur, die dem Gläubigen in der Kirche Halt und Orientierung und so „der Liebe eine Form“ geben.

Bruder Paulus Terwitte spricht eine sehr klare Sprache mit anschaulichen, bisweilen sogar etwas plakativen Beispielen, weitestgehend ohne theologische Fachbegriffe. So gelingt es ihm, gerade auch für die eher kirchenfernen Leser/innen verständlich zu machen, „warum das Katholische in unserer Gesellschaft nicht fehlen darf“ (Untertitel), und die kirchentreuen Leser/innen zu ermutigen, „da zu bleiben“ und sich trotz aller Kirchenkritik und Religionsmüdigkeit auch weiterhin mit Freude und Zuversicht für den katholischen Glauben stark zu machen.

Paulus Terwitte: Ich bleib dann mal da. Warum das Katholische in unserer Gesellschaft nicht fehlen darf.
Münsterschwarzach: Vier-Türme-Verlag, 2011. – 160 S.

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

 
 
 
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