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Recensions de livres / Buchtipps
Troll, Christian: Als Christ dem Islam begegnen.
Religiöses Buch des Monats Januar 2005

Troll, Christian: Als Christ dem Islam begegnen.

Würzburg: Echter Verlag, 2004. 80 S.

Angesichts immer heftiger aufbrechender Konflikte zwischen den abendländischen Gesellschaften und muslimischen Immigranten einerseits, zwischen westlichen und islamischen Staaten andererseits nimmt unbestreitbar die Dringlichkeit zu, auch im Westen den Islam verstehen zu lernen. Und da die westliche Gesellschaft sich mittlerweile auf einem weitgehend säkularisierten Fundament begründet, kommt den Christen im vermittelnden Dialog mit dem Islam als einer trotz aller Unterschiede doch auch ähnlichen monotheistischen Weltreligion eine besondere Bedeutung zu.
Das in der Reihe „Ignatianische Impulse“ erschienene Büchlein des in Frankfurt lehrenden Jesuiten Christian W. Troll betrachtet die Weltreligion Islam deshalb nicht aus einer „neutralen“ religionswissenschaftlichen Perspektive, sondern ganz dezidiert im Spiegel des christlichen Bekenntnisses, damit „die Konturen sowohl der islamischen wie der christlichen Sicht des Glaubens klarer hervortreten“. Nach Ansicht des Autors lässt der Vergleich mit dem eigenen Standpunkt Christen die muslimische Religion viel eher aus der Innensicht des Gläubigen heraus begreifen - und zugleich den eigenen Glauben in seiner Besonderheit tiefer verstehen.

Darum will der renommierte Religionswissenschaftler keine geschichtliche oder systematische Kurzdarstellung des Islam und seiner Lehre geben, sondern anhand einiger unverzichtbarer Grundbegriffe (Muhammad, Gott, Koran, Gemeinschaft...) zentrale Inhalte des islamischen Denkens in der direkten Gegenüberstellung zu christlichen Auffassungen vermitteln. Es geht dabei um den Wesenskern des Islam, der unabhängig von der jeweiligen Ausdifferenzierung in verschiedenen Traditionen, Rechtsauffassungen und gesellschaftlichen Bewegungen allen Muslimen gemeinsam ist. Mit einer solchen theologisch fundierten und respektvollen Betrachtung des Islam aus christlicher Perspektive gelingt dem Autor eine Darstellung, die nicht die Gegensätze in den Mittelpunkt rückt, vielmehr in den Unterschieden die Gemeinsamkeiten und in den Gemeinsamkeiten die Unterschiede aufweist, und die das Selbstverständnis des Islam, Zeugnis der „Wirklichkeit und Wahrheit Gottes“ zu sein, prinzipiell anerkennt.
Gleichwohl werden hier bestehende Unterschiede nicht eingeebnet, werden Probleme und letztlich bleibende Unvereinbarkeiten nicht verschwiegen oder beschönigt. Dies zeigt sich beispielsweise bei der klärenden Differenzierung zwischen Islam und Islamismus, die zugleich aber auch den inneren Zusammenhang der beiden Begriffe aufzeigt.

Ein Buch, das sich trotz aller Knappheit nicht auf bloße Sachinformation beschränkt, sondern ernst macht mit dem Begriff „Dialog“ zwischen Christentum und Islam und dafür sowohl die Richtung sowie erste Ansatzpunkte aufzeigt.

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen in Deutschland der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

 
 
 
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