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Jahr A (2019-2020)  
6. Juni 2020

Aus Gottes reichem Leben für andere zur Gnade werden

Kommentar zum Dreifaltigkeitssonntag von Pater Théo Klein SCJ

„Gott richtet nicht hin, sondern er richtet auf“: So lautete der Leitspruch meines vor kurzem verstorbenen geschätzten Mitbruders, Pater Paul Birsens, der im Leben von vielen Menschen, die er begegnete und begleitete, tiefe Spuren hinterließ. Seine Lebensweisheit nährte er aus dem Johannesevangelium 3,17: „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.“

Christliches Leben bedeutet, Zeugnis ablegen von Gott, der sich liebevoll zu den Menschen neigt, sich mit ihnen verbindet und sie in seine Liebe hineinnimmt. Im innersten Kern unseres Glaubens an den dreieinigen Gott kommen Gottes- und Menschenliebe zusammen. Wenn wir die Liebe leben – ob es uns bewusst ist oder nicht–, „leben wir in Gott“. Das Glaubensbekenntnis an die Trinität enthält eine not-wendige Botschaft für jeden. Wir bekennen uns als Christen zu Gott, wenn wir das Kreuzzeichen machen: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Das Kreuzzeichen begleitet uns seit dem Tag, als wir auf den Namen des dreieinigen Gottes getauft wurden. Fragen wir jedoch bei vielen Getauften nach, was das bedeutet, dann stößt man oft auf Unwissen und Schweigen. Der Gott in den drei Personen bleibt für viele abstrakt und leider dann auch unverbindlich.

Und gerade dieser Gott, der Schöpfer, Erlöser und Vollender unseres Lebens ist, bietet uns an, zu ihm in eine persönliche Beziehung zu treten. Jedes christliche Gebet und Leben beginnen im Namen des dreieinigen Gottes. Diese Gottesbeziehung kann ganz verschieden sein wie Papst Benedikt XVI. zum Ausdruck brachte, weil so viele Wege zu Gott führen, wie es Menschen gibt.

Gott ist unser Vater und Schöpfer. Wir haben uns selbst nicht ins Dasein gerufen, wir sind seine Geschöpfe. Er erhält alles und will, dass wir leben. Er bejaht und liebt jeden Einzelnen ganz persönlich. Wir dürfen „Du“ zu ihm sagen und ihn „Vater“ nennen. Sein Wort gibt unserem Leben Ordnung und Sinn. Gott wollte nicht fern von uns sein. In der Menschwerdung Jesu Christi hat er uns sein Gesicht zugewandt. Jesus ist das Abbild, der Sohn des Vaters. An ihm können wir ablesen, wie Gott ist und wie er zu uns steht. Wir dürfen Jesus als unseren Freund und Bruder betrachten, durch ihn Gott ganz nahe sein, wir können in eine vertraute, enge Beziehung mit ihm treten, denn wir wissen, er ist immer für uns da, er begleitet uns auf unserem Weg und in Freud und Leid steht er zu uns, wie er verheißen hat: „Ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung der Welt.“ Von Gott geht auch eine Kraft aus, die alles durchdringt. In allem was an Gutem geschieht, wirkt diese Kraft, der Heilige Geist, der in unserem Innersten unseres Herzens wohnt. Der Heilige Geist verwandelt uns, erfüllt uns mit Freude, Liebe und Begeisterung. In seiner Kraft können wir Zeugen der Liebe Gottes sein.

Wenn wir uns an Gott den Vater wenden, so wird uns der Urgrund, aus dem wir kommen, bewusst. Wenden wir uns an Jesus, der uns menschlich nahesteht, und öffnen uns dem Heiligen Geist, so erahnen wir die Macht und Liebe, die uns durchdringt und trägt.

Entdecken wir die Schönheit des Glaubens, die uns in unserer christlichen Lebenserfahrung beglückt und bereichert: „Wir können den Ozean nicht ausschöpfen, aber wir können in ihn eintauchen.“ (Raniero Cantalamessa)

Quelle: Luxemburger Wort

Théo KLEIN s.c.j.
 
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