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Jahr B (2020-2021)  
24. Dezember 2020

Weihnacht - eine Urgewalt an Hoffnung, Heilung, Licht und Zukunft

Kommentar zu Weihnachten von Karsten Steil-Wilke (25.12.2020)

Der Zurückweisung bei der Herbergssuche, der Geburt in der Krippe in Heu und Stroh und der Flucht nach Ägypten, stehen heute Kontakt- und Besuchsverbote in Altenheimen und Krankenhäusern, die Furcht vor dem Verlust der Arbeit und dem wirtschaftlichen Ruin in Corona-Zeiten gegenüber. In diesen Zeiten des Wandels scheint die einzige Konstante die stetige Veränderung zu sein. Die kürzeren und dunkleren Tage, sowie ernüchternde und kraftzehrende Bilder und Nachrichten darüber, was der Virus alles anrichtet, tun ihr übriges. Viele Menschen kommen dabei nicht nur materiell an ihre Grenzen, nein, auch die inneren Lichter von Hoffnung und Vertrauen drohen bei Vielen auszugehen. Mitten in dieses düstere Szenario bricht die Geburt Jesu hinein. Klein, verletztlich, unscheinbar, bedroht, in der Armut und der Kargheit der Krippe. Doch gerade er wird es sein, so unser fester Glaube, der dem ewigen Tod den Stecker zieht. Er bringt Leben, Hoffnung und Zukunft. Nicht im Märchen, sondern konkret zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort ist er Mensch geworden. Diese Geburt entfacht eine Urgewalt an Hoffnung, Heilung, Licht und Zukunft. Sie gilt für alle Zeiten. Es ist jetzt die Zeit, sich fest in dieser Hoffnung, die in Jesus entspringt, zu verankern. Jetzt und hier und heute, an der Seite unserer Mitmenschen. In der Familie, am Arbeitsplatz, im Kindergarten und der Schule, in der Freizeit und der Öffentlichkeit. Sie hinzuweisen auf den Stern, der schon damals Könige, Hirten und Weise zur Krippe geführt hat. Selber Licht und Stern zu werden, ins Gespräch zu kommen und Jesus im Gespräch zu halten, damit unserer Zeit nicht das Zutrauen und die Lebensfreude ausgeht. Das ist dann wirklich missionarisches Christsein. Quarantäne, Arbeitslosigkeit, Pleite, Polarisierung, soziale Instabilität werden nicht das letzte Wort haben. Hoffnung und Friede und Zukunft werden sich durchsetzen, wenn wir immer wieder neu symbolisch in der Advents- und Weihnachtszeit nach Bethlehen aufbrechen. Mit Empathie, offenem Ohr, solidarischer Hand und Sonne im Gemüt. So können Lichter in den Herzen unserer Mitmenschen entfacht werden. Doch das allerschönste ist, dass sie alle, Hirten und Könige, nicht nur aufbrechen nach Bethlehem. Sie kommen auch an. Uns ist nicht Friede, Freude, Eierkuchen verheißen, sondern unzerstörbares, nie enden wollendes Leben bei Gott. Der Eröffnungsvers der Liturgie am Weihnachtsmorgen fasst zusammen, auf was wir vertrauen dürfen und was uns erwartet, wenn er den Propheten Jesaja zitiert: „Ein Licht strahlt heute über uns auf, denn geboren ist uns der Herr. Und man nennt ihn: Starker Gott, Friedensfürst, Vater der kommenden Welt. Seine Herrschaft wird kein Ende haben.“ Nehmen wir diesen Hoffnungshorizont jetzt an Weihnachten in uns auf und lassen wir ihn unser Leben ganz durchdringen. Speichern wir, nein bunkern wir diese göttliche Kraft und Hoffnung der Heiligen Nacht, um gut durch diese herausfordernde Zeit zu kommen. In diesem Sinne: Frohe, gesegnete und gesunde Weihnachten!

Karsten STEIL-WILKE
karsten.steil cathol.lu
 
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