Es gibt keine Caritas mehr!?
Kommentar zum 2. Adventssonntag von Fränk Strock (8.12.2024)
Eine Feststellung oder eine Frage, dies soll hier ergründet werden. Auf jeden Fall wurde die Hilfsorganisation Caritas Luxemburg an den Rand des Bankrotts getrieben. Oder ist sie es schon? Aber es zeichnet ein Bild unserer Gesellschaft und der Menschheit im Ganzen. Man muss sich das, was hier passiert ist, einfach durch den Kopf gehen lassen: Kriminelle haben sich erdreistet, eine Organisation dermaßen zu ruinieren, dass viele Hilfsprojekte bei den ärmsten der Armen aufgegeben werden mussten. Und eine großangelegte Rettungsaktion dieser Projekte blieb aus.
Ich selbst war, wie sicher viele andere, erst einmal schockiert. Mein erster Gedanke war, wie soll die Caritas in den nächsten Wochen die Löhne ihrer Mitarbeiter bezahlen. Und als Reaktion auf diese Frage habe ich einen größeren Betrag gespendet. Wer hat das Gleiche getan?
Doch mein Gedanke steht im Gegensatz zu dem, was ich in persönlichen Gesprächen mit Mitarbeiter, aber auch in Interviews in den Medien, gehört habe: den Mitarbeitern geht es darum, dass ihre Arbeit mit den Menschen weitergeht. Der arme Mensch hierzulande oder im Ausland ist ihre Priorität, nicht ihr eigenes Schicksal.
Durch dies Haltung sind diese Mitarbeiter wertvolle Hoffnungsträger für die Menschen in Not. Mit ihrer Haltung zeigen sie den Menschen, wie wertvoll sie sind: erst einmal sind sie einfach da! Dann hören sie zu! Sie geben die nötige direkte Hilfe! Sie versuchen zu ergründen, welche eignen, innere und äußere, Ressourcen sie haben, mit denen sie ihr Problem beheben können! Sie erarbeiten mit den Menschen einen Plan, wie das Problem langfristig gelöst werden kann, nach Konfuzius: „gib den Menschen jeden Tag einen Fisch, oder lehre ihn fischen, dann wird er sein Leben lang satt.“
Es ist also ihre Aufgabe besonders die Menschen würdevoll zu begegnen, die von der Gesellschaft oft als unwürdig dargestellt werden.
Aber was hat das mit den Texten dieses Sonntags zu tun? Nun, diese Texte sagen uns folgendes: steht auf und hab Mut, denn eure Erlösung ist nahe. Ja die Prophezeiungen der Propheten über Jesus sind Hoffnungstexte. Gott wird es richten! Und in unserer Taufe wurden wir auch zum Propheten gesalbt, also genau zu Hoffnungsträgern für die Menschen um uns. Auch wenn die Krise auch uns beutelt, gibt unser Glaube in Jesus uns Hoffnung, die uns stützt und die wir an die weitergeben, die keine haben.
Wir sind gefordert! Einmal kam eine schwangere Frau zu mir, die als Alleinverdienerin unbedingt ihr Auto brauchte. Da sie aber eine neue Brille braucht, um Autofahren zu dürfen, bezahlte ich ihr diese. Monate später kam sie vorbei, um mir ihr Neugeborenes zu vorzustellen.
Caritas bedeutet an erste Stelle, die gelebte Nächstenliebe. Sei es nun, die Nöte der Menschen sehen, die um mich herumleben, oder einen Bettler mal kurz einladen, zu einem Sandwich und einem Bier, oder eine Patenschaft für ein Kind in einem Entwicklungsland, oder ... (der Phantasie ist hier keine Grenze gestellt)
Lassen sie uns Caritas leben, und unsere Hoffnung teilen. So ebnen wir Gott den Weg!
Eine aufbauende Adventszeit!