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14. April 2017

Der Gehorsam Jesu

Kommentar zu Karfreitag von Claude Bache (14.4.2017)

Joh 18,1-19,42

Ein Wort, das sich keiner großen Attraktivität erfreut, ist „Gehorsam“. Wer will denn schon heutzutage gehorsam sein? In einer von Individualität und Freiheit bestimmten Welt wird sich vielerorts nach Leibeskräften gegen Anordnungen, Vorschriften und Vorgaben gewehrt. „Ich will nicht“, „das sehe ich nicht ein“ und „das mache ich nicht“ sind hierbei bekannte Aussagen.

Dabei gibt es viele Bereiche unseres Lebens, in denen der Gehorsam seinen angestammten Platz hat. Nehmen wir vor allen Dingen den Bereich der Erziehung. Dort kommt es maßgeblich darauf an, Regeln zu befolgen und Grenzen zu setzen. Der Handlungsspielraum des Einzelnen wird dadurch zwar eingeschränkt, aber das Ziel eines guten und liebevollen, sicheren und reibungslosen Miteinanders in Familie oder Schule kann besser erreicht werden.

Wenn wir nun auf den heutigen Karfreitag schauen, dann spielt das Wort Gehorsam eine große Rolle. Jesus geht nämlich aus Gehorsam ans Kreuz. Er erfüllt den Willen des Vaters. Vordergründig gesehen, geht der Sohn nur in den Tod, weil es der Vater für richtig hält. Wäre Jesus nicht gehorsam gewesen und hätte damit den Willen des Vaters nicht erfüllt, dann wäre er möglicherweise um das Kreuz herumgekommen. Ihm wäre sehr viel Leid und Schmerz erspart geblieben.

Wenn wir dies nun auf unser Leben und unsere Familiensituation übertragen, dann wird wohl niemand von uns so etwas seinem Kind zumuten. Außerdem würde sich sicherlich jedes Kind nach Leibeskräften gegen ein solches Ansinnen der Eltern wehren. Dennoch ist Jesus diesen Weg gegangen, und wir müssen uns am heutigen Tag mit seinem Gehorsam auseinandersetzen.

Die bohrende Frage dreht sich um das eigentlich unbegreifliche „Warum?“, „Musste denn das sein?“, „Gab es keinen anderen Ausweg?“.

„Nein.“ Die Antwort ist kurz und nüchtern, aber im vertrauensvollen Blick auf Gott klar. Nur die unauflösliche Bindung an Gottes Willen konnte zum Ziel führen. Nur das eindeutige Ja Jesu hat zum Leiden geführt und somit uns den Weg zu neuem Leben geöffnet. Die Botschaft Jesu, die er mit seinem Tod am Kreuz zum Höhepunkt bringt, besagt, dass ihn nichts von Gott trennen kann. Außerdem wird vom Ende her klar, dass Gott seinen Sohn auch niemals im Stich gelassen hat.

Gehorsam ist eine schwierige Lebensaufgabe, nicht nur im Kindesalter. Wir sind gut beraten, genau zu überlegen, wem gegenüber wir gehorsam sein wollen und welche Art von Gehorsam wir einfordern dürfen. Von Jesu Gehorsam am Karfreitag dürfen wir heute lernen, dass durch Gott Dinge möglich sind, die wir für unmöglich halten. Wir dürfen lernen, dass Gottes Pläne, so unbegreiflich sie uns manchmal erscheinen mögen, zu einem guten Ziel führen werden. Wir dürfen schließlich lernen, dass es nichts gibt, was uns von seiner Liebe trennen kann.

Quelle: Luxemburger Wort

 
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