Eine Pause bei Jesus zu machen
Kommentar zum 14. Sonntag im Jahreskreis A - Marie-Christine Ries (05.07.2026)
Ein Wort das gut tut: «Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und belastet seid! Ich will euch erquicken“, so steht es im Evangelium von diesem Sonntag. Jesus lädt uns ein, mit allem, was unser Leben ausmacht, um uns zu erquicken, sprich um uns ausruhen zu lassen. Er versteht, dass das Leben anstrengend sein kann oder ist. Seine Worte üben keinen zusätzlichen Druck aus, im Gegenteil sie sind entlastend und verständnisvoll.
Jesus sagt nicht, kommt erst mal mit eurem Leben zurecht, und wenn ihr das schafft, dann dürft ihr euch bei mir ausruhen. Er weiß, dass wir Seine Nähe angewiesen sind, um Schritt für Schritt, den Alltag zu leben, und in Seiner Nachfolge zu gehen.
Will man den Satz Jesu vereinfacht zusammenfassen, so könnte es sein: „Mach mal Pause“, auch wenn die Pause nur kurz ist. Es geht ums Loslassen, um dann gestärkt, vielleicht auch mit neuem Blick und neuer Kraft, den Alltag mit all seinen Herausforderungen wieder aufzunehmen.
Es ist Jesus der uns einlädt die Pause mit Ihm zu verbringen, denn er will uns Ruhe verschaffen.
Wie kann das gehen? Da gibt es viele Möglichkeiten: ein bewusster Moment der Stille, das dankbare Staunen über die Schönheit der Schöpfung, das Lesen und Meditieren des Tages Evangeliums, die Feier der Liturgie, ein paar Tage in der Stille in einem Kloster, das Anzünden einer Kerze in einer Kirche und vieles mehr.
Je nach Möglichkeiten, kann jeder oder jede für sich entscheiden, wie er oder sie auf diese Einladung Jesu antworten will.
Ihm können wir unsere Sorgen, Ängste, Überforderungen anvertrauen, er schenkt uns den inneren Frieden, den Frieden den nur Gott uns geben kann.
Meine Erfahrung ist es, dass die Probleme, damit nicht von heute auf morgen schwinden, aber die Last hat sich verändert, denn ich weiß, dass ich nicht allein bin, weil Jesus an meiner Seite und mit mir geht. Dieses Wissen verändert meinen Blick auf den Alltag und seine Herausforderungen.
Mir ist die Pause am Ende des Tages wichtig: mir die Zeit zu nehmen, im Gebet den vergangenen Tag vor Gott zu bringen und mit Ihm den Tag nochmals in den Blick zu nehmen. Dankbar sein, für die Momente in denen ich Gottes Spuren und Nähe besonders erfahren habe, für Momente von einem mehr an Leben. Um Verzeihung bitten, wenn es mir an Liebe, Zuhören, Geduld oder einfach an Mitmenschlichkeit gefehlt hat. All das loslassen, was ungelöst oder bedrückend zurückbleibt, indem ich es bewusst in Gottes Hände lege, und zum Abschluss Gott den kommenden Tag anvertrauen und um seine Kraft und Liebe bitten.
Jesus ruft Menschen zu sich, er ruft auch uns. Er kennt unsere Mühen und Sorgen, unsere Freuden wie unsere Ängste mit Leben zurecht zu kommen. Uns gilt seine besondere Zuwendung.
Ich wünsche uns allen, dass wir uns die Zeit nehmen, eine Pause bei Jesus zu machen. Es lohnt sich.