lb fr pt en de
 
19. November 2018

„Fasten wir gemeinsam für das Klima“

Menschen verschiedener Anschauungen fasten anlässlich der Eröffnung der COP24

Fasten bedeutet, sich selber, den anderen Lebewesen und unserer Umwelt Sorge zu tragen. Sich Sorge tragen, indem wir unserem Körper und unserem Geist eine andere Zeit schenken. Anderen Sorge tragen, indem wir beweisen, dass wir fähig sind uns einzuschränken, um zu einer besseren Verteilung der Güter beizutragen. Dem Sorge tragen, was einige Natur nennen, andere Schöpfung, um zu zeigen, dass wir fähig sind, der Habgier zu widerstehen, die von unserer Konsumgesellschaft gefördert wird.

Für das Klima fasten bedeutet, auf die vom Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaveränderungen (IPCC) ausgesprochene Warnung zu reagieren und an die Bevölkerung und die Regierungen zu appellieren:

- Ja, wir haben gehört, dass es sowohl dringend als möglich ist zu handeln, um die laufende Klimaerwärmung zu begrenzen. Wenn sie in gleicher Weise fortschreitet, wird dies kurzfristig zu verheerenden und unwiderruflichen Deregulierungen für alles Leben führen.

- Ja, wir sind uns bewusst, dass die Konsequenzen der klimatischen Veränderungen für die Menschheit zuerst die schwächsten Völker treffen und treffen werden. Wir müssen uns alle engagieren, um lokale Ungerechtigkeit und Gewalt zu verhindern, welche die Folgen einer kollektiven Verantwortungslosigkeit sind.

- Ja, wir möchten uns nicht einfach geschickt aus der Affäre ziehen, sondern wünschen uns, dass die sich in einem bisher nicht gekannten Ausmaß entwickelnde Krise eine Gelegenheit sein möge zu einer positiven Veränderung des Menschen, der sich bewusst wird, einer Welt, einer Geschichte, einer Gemeinschaft anzugehören, mit denen er sich in wechselseitigem Handeln für eine Verbesserung einsetzt und nicht mehr auf eine Verschlechterung ausgerichtet ist.

- Für das Klima fasten bedeutet, die Gelegenheit zu ergreifen um über unsere Lebensweise nachzudenken und um konkrete Entscheidungen über unseren Lebensstil zu treffen (z.B. entscheiden, anders zu essen, sich anders fortzubewegen oder anders zu konsumieren).

- Gemeinsam fasten bedeutet, Frauen und Männer aus der ganzen Welt, ob sie nun einer christlichen Konfession angehören oder nicht, ob sie politisch aktiv sind oder nicht, um eine uralte Praxis und eine gemeinsame Identität zu vereinigen: Als Bewohnerinnen und Bewohner einer Erde, die sich zusehends erwärmt, leisten wir Widerstand gegen eine fatalistische Einstellung und hoffen auf eine Veränderung, die allen zugute kommt.

- Für das Klima fasten bedeutet, von der Faszination an Katastrophen Abstand zu nehmen, zu bezeugen, dass die Menschen fähig sind, sich zu verändern, sich mit ihresgleichen und mit allen Lebewesen zu solidarisieren und die Regierungen zu ermutigen, den Einsatz für das Klima zum Drehpunkt ihrer Politik zu machen.

Die Aktion findet statt am Freitag, 30. November, Samstag, 1. Dezember und Sonntag, 2. Dezember, anlässlich der Eröffnung der COP24. Fasten wir einen oder mehrere Tage. Fasten wir allein oder in Gruppen. Verzichten wir auf Essen oder auf andere Dinge (auf unser Auto, unser Smartphone etc.). Und weshalb sollten wir nicht unser Fasten mit einem fröhlichen Mahl unterbrechen, das unseren aktuellen und zukünftigen Einsatz feiert? Denn Fasten bedeutet auch das Leben zu feiern, indem wir alles genießen, was uns gegeben ist! Schlagen wir lokale Fastenaktionen und/oder Feste des Fastenbrechens vor oder schließen wir uns solchen Aktionen an - in Frankreich, Luxemburg und Großregion und darüber hinaus, mit Hilfe der Internetseite: https://jeunepourleclimat.net .


Dieser Text wurde von drei Frauen verfasst: Natacha Cros-Ancey und Alexandra Breukink, protestantische Pastorinnen, und Marion Muller-Colard, Theologin und Schrifstellerin, nachdem sie sich mit FreundInnen ausgetauscht hatten, Glaubende (aus verschiedenen religiösen Traditionen) und Nicht-Glaubende, die sich in einer gemeinsamen Überzeugung wiederfinden: wir wollen ein Zeichen setzen!

Appel au jeûne à l’occasion de la COP24
 
Ä e r z b i s t u m    L ë t z e b u e r g   .   A r c h e v ê c h é   d e   L u x e m b o u r g    .   
YouTube
SoundCloud
Twitter
Instagram
Facebook
Service Kommunikatioun a Press
Äerzbistum Lëtzebuerg

© Verschidde Rechter reservéiert
Dateschutz
5 avenue Marie-Thérèse
Gebei H, 1. Stack
L-2132 Lëtzebuerg
+352 44 74 34 01
com cathol.lu