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25. November 2021

Back to Basics

Kommentar zum 1. Adventssonntag von Christine Busshardt (28.11.2021)

Am ersten Adventssonntag laden uns die Texte der biblischen Lesungen zur Grundlagenforschung über unseren Glauben ein.

In der ersten Lesung kündigt der Prophet Jeremia, dessen Leben ins 7. Jahrhundert vor Christus datiert wird, die Erfüllung des Heilswortes Gottes an. Was sich so einfach liest, ist, wenn man es ernst nehmen möchte, sensationell. Ein Nachkomme aus dem Stammbaum des berühmten Königs David, der rund 400 Jahre vor Jeremia gelebt hat, wird kommen, und er wird Recht und Gerechtigkeit bringen.

In der zweiten Lesung, im Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Thessaloniki, um das Jahr 50 nach Christus geschrieben, bittet und ermahnt der eifrige Missionar alle, „in der Liebe zueinander und zu allen zu wachsen“ und so zu leben, wie Jesus ihnen aufgetragen hat.

Im Evangelium des Lukas, das um 70 nach Christus datiert wird, spricht Jesus von der nahenden Erlösung. Er fordert alle auf, sich aufzurichten und das Haupt zu heben, wachsam zu sein, zu beten und sich vom Alltag mit seinen Sorgen nicht ablenken zu lassen.

Was verbindet die Texte miteinander?

In allen drei Texten geht es um die richtige Einstellung zum Leben und um ein Vertrauen auf Gott, das zum Selbstvertrauen wird. Es geht um Gottes Gerechtigkeit, um grenzenlose Nächstenliebe und um ein Leben, das dem Vorbild Jesu folgt und Gott gefällt.
Vielmehr braucht es eigentlich auch nicht, um ein rechter Christ zu sein, oder? Man könnte allerdings auch andersherum fragen: Brauche ich solche Texte, um ein guter Mensch zu sein? Selbstverständlich nicht, werden viele antworten. Und trotzdem wage ich zu behaupten, dass die Texte der Bibel nicht wegzudenken sind aus der Geschichte unserer westlichen Anthropologie und der Sozialethik.

Nach dem Motto „Back to Basics“ dürfen wir auf Jesus und die ersten Christen schauen und auf ihre Vorbilder aus dem Alten Testament. Wir begegnen einer Zeit, wo Menschlichkeit und Barmherzigkeit, sozialer Zusammenhalt, und der Wunsch nach Frieden und Versöhnung Grundlage einer neuen Religion wurden. Dass von der Vergangenheit bis heute zu oft gegen diese Ideale auch innerhalb der Kirche aufs Schändlichste verstoßen wurde und wird, ist jedem bewusst.
Diese Tatsache hindert viele daran, die Zeichen der guten Botschaft des Glaubens überhaupt noch zu hören oder zu sehen.

„Mach‘s wie Gott und werde Mensch“

Dabei gibt es viele glaubwürdige Zeugen der guten Botschaft Jesu durch alle Jahrhunderte bis heute und auf ganz unterschiedliche Weise.

Menschen verschiedenen Alters, Nationalität und beruflicher Orientierung, Frauen und Männer, bezeugen durch ihr Denken und Handeln, oft im selbstlosen Einsatz für Andere, die gute Botschaft Jesu. Ihre Motivation ist ihre Liebe zu den Menschen, ihre Kraftquelle ist ihr Gebet und ihr Glaube. Überall dort bekommt die Botschaft Jesu ein Ohr, das hört, ein Herz, das mitleidet und zwei Hände, die zupacken, wo es nötig ist. Wo ich solchen Menschen begegne, macht Weihnachten, als Fest der Menschwerdung Gottes, für mich wieder richtig Sinn.

Damit wieder möglichst viele Menschen Lust bekommen, sich mit den Inhalten des Glaubens auch in der Kirche auseinanderzusetzen, wäre es angebracht, in der Liturgie der Sonntaggottesdienste ebenfalls einen Schritt „back to basics" zu machen und Texte und Gebete zu wählen, die alle ansprechen und verstehen, weil sie sie mit ihrem Leben in Verbindung bringen können.

Christine Bußhardt
Pastoralreferentin im Dekanat Süden-Ost

Christine BUßHARDT
christine.busshardt cathol.lu
 
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