lb fr pt en de
 
22. Juni 2019

„Gebt ihr ihnen zu essen!“

Kommentar zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi (Fronleichnam) von Patrick Muller (22.06.2019)

Im Jahre 1264 wurde das Hochfest des Leibes und Blutes Christi für die Gesamtkirche eingeführt. Vorher war es schon erstmals im Jahre 1246 im unsere Nachbardiözese Lüttich gefeiert worden. Mit der Fronleichnamsprozession wurde ein starker Akzent auf die Realpräsenz Jesu Christi in der konsekrierten Hostie gelegt, auf die Gefahr hin die aktive und gläubige Teilnahme an der Feier der Eucharistie etwas in den Hintergrund zu drängen. Die Prozession aber, wie auch die stille Anbetung, sind stets in enger Verbindung mit der lebendigen Feier des Heiligen Opfers zu sehen.

Lukas stellt im Sonntagsevangelium auch die Brotvermehrung in Zusammenhang mit der Eucharistie. Die Hinweise auf das Letzte Abendmahl (2. Lesung) sind in seiner Erzählung nicht zu übersehen: hier wie da nimmt Jesus das Brot, dankt, bricht und verteilt es.

Die Speisung der 5000

kann in Beziehung zu der Speisung der 100 durch Elischah in 2 Kön 4 gesetzt werden. Dort speist der Prophet 100 Männer mit 20 Broten. Das Verhältnis 20:100 ist recht bescheiden, nämlich 1:5. Die Speisung durch Jesus drückt somit eine nicht zu überbietende Fülle aus, da das Verhältnis hier 5:5000, das heißt 1:1000 ist. Das bedeutet, dass der Messias, den die Propheten verheißen haben, mit Jesus angekommen ist.

Auftrag und Herausforderung

Jesus ist nicht damit einverstanden die Menschen, die den ganzen Tag über bei ihm waren, hungrig wegzuschicken, so wie die Zwölf es ihm raten. Er fordert sie auf, ihnen zu essen zu geben. So wenige wir auch sind und so wenig wir auch haben – dafür stehen die fünf Brote und die zwei Fische – dürfen wir uns als Kirche auch heute nicht unserer Verantwortung entziehen unseren Mitmenschen den Schatz, den wir in zerbrechlichen Gefäßen tragen – so Paulus – zu vermitteln. Dass es hierbei um mehr geht als um Sättigung mit Nahrung, zeigt der Anfang dieses Evangeliums: das Volk verschlingt zuerst Jesu Worte vom Reich Gottes und alle die eine Hilfe brauchen werden geheilt. So ist heute ebenfalls der Hunger der Menschen vielfältig. Es geht hier um Hunger nach Wahrheit und Sinn, wie auch nach Heilung und Heil. Die Menschen im Evangelium werden nicht im Weggehen und Kaufen von Essen gesättigt sondern dadurch dass sie in der Gemeinschaft mit Jesus bleiben.

Verantwortung

Sowohl im Lukasevangelium wie im Markusevangelium steht die Brotvermehrung nach der Aussendung der Zwölf und ihrer Rückkehr. Im Johannesevangelium nimmt Jesus den Apostel Philippus in die Verantwortung für die Speisung der 5000. Die Brotvermehrung kündigt so gesehen sowohl die Einsetzung der Eucharistie am Gründonnerstag an als Jesus sich mit den zwölf Aposteln zum letzten Abendmahl versammelte wie auch des Priestertums. Bei Matthäus allerdings sind es die Jünger im weiteren Sinn welche die Brote austeilen und die vollen zwölf Körbe mit den übriggebliebenen Brotstücken einsammeln. Die Verantwortung der „Ernährung“ der Menschen obliegt der Kirche insgesamt, nicht nur den Priestern. Fronleichnam 2019 erinnert uns an unsere Mission mit unserem Leben das Leben Jesu Christi heute zu bezeugen und es zu den Menschen zu tragen. „Dieses Brot sollst Du erheben, welches lebt und gibt das Leben, das man heut den Christen weist. Neuer König, neue Zeiten, neue Ostern, neue Freuden, neues Opfer allzumal!“ (aus der Sequenz Lauda Sion)

Patrick MULLER
patrick.muller cathol.lu
 
Ä e r z b i s t u m    L ë t z e b u e r g   .   A r c h e v ê c h é   d e   L u x e m b o u r g    .   
YouTube
SoundCloud
Twitter
Instagram
Facebook
WhatsApp 352 691 12 97 76
Service Kommunikatioun a Press . Service Communication et Presse
Äerzbistum Lëtzebuerg . Archevêché de Luxembourg

© Verschidde Rechter reservéiert . Certains droits réservés
Dateschutz . Protection des données
Ëmweltschutz . Protection de l'environnement
5 avenue Marie-Thérèse
Bâtiment H, 1er Étage
L-2132 Luxembourg
+352 44 74 34 01
com cathol.lu