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6. Januar 2022

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Kommentar zum Fest der Taufe Jesu von Claude Bache (9.1.2022)

Dass Menschen sich ändern und ihrem Leben eine neue Richtung geben, ist zwar nicht alltäglich, lässt sich aber hin und wieder in unserer nächsten Umgebung beobachten. Was ist nur in den gefahren? Ist die vielleicht unzufrieden mit ihrem Leben und sucht nach neuen Ufern?

Warum sollte jemand sein ruhiges, sicheres Leben in seiner Heimat eintauschen gegen eine Ungewissheit, in der allerhand Gefahren lauern, wo staatliche und religiöse Autoritäten gemeinsam gegen ihn vorgehen? Warum – so können wir uns auf dem Hintergrund des Evangeliums der Taufe unseres Herrn fragen – verlässt Jesus die Gegend von Galiläa, um drei Tagesmärsche entfernt im Süden einen Propheten zu sehen, der in der Wildnis lebt? Die Antwort ist in den Worten Johannes‘ des Täufers zu finden: „Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, … er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“

Feuer wird in der Bibel oft mit Gott in Verbindung gebracht. Ja, Jesus war erfüllt von diesem göttlichen Feuer. Es bewegte ihn, sich in eine Reihe mit den Menschen zu stellen, um wie sie die Taufe als Zeichen der Umkehr zu empfangen. Damit bekundet Jesus öffentlich, dass er sich mit den Sündern solidarisierte und den ersten Schritt im göttlichen Plan zur Rettung der gefallenen Menschheit getan hat. Dieser Schritt wird sogleich bestätigt durch die Stimme aus dem Himmel: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.“

Wir erinnern uns an das große Gebet des Volkes Israel um Gottes Erscheinen, das bei Jesaja steht: wie Gott es durch das Meer führte und wie der Geist Gottes auf ihm ruhte; wie Jahwe den Himmel öffnen und herabkommen wird, um sein Volk zu erlösen (Jes 63,7 – 64,11). Auf diesem reichen Hintergrund alter Weissagungen des Propheten verläuft die Schilderung der Taufe Jesu im Jordan. Jetzt hat sich das Wort erfüllt, da der Himmel sich öffnet und der Geist Gottes herabkommt. Jetzt steigt der aus dem Wasser, den Gott, der Vater, als seinen Sohn öffentlich bestätigt. In Jesus erfüllen sich die uralten Hoffnungen und Sehnsüchte des Volkes.

Der Neubeginn, den wir Menschen in unserem Leben vollziehen, mag zwar nicht die Erfüllung alter Prophetien sein, könnte aber die Erfüllung einer Hoffnung bedeuten. In jedem Neubeginn steckt ein Risiko. Deshalb zögern wir, den ersten Schritt zu gehen. Jedem Neubeginn wohnt aber auch ein Zauber inne, wie es Hermann Hesse einst formuliert hat. Es wird uns daher leichter neu anzufangen, wenn andere uns dazu ermutigen. Auch Jesus hat für den Beginn seiner Sendung Ermutigung erfahren: durch die Liebe des Vaters und durch die Begegnung mit Johannes dem Täufer.

Claude BACHE
 
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