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4. November 2017

Kein Etiquettenschwindel

Der Wegweiser zum 31. Sonntag im Jahreskreis von Renée Schmit (5.11.17)

Welcher Verbraucher ist heutzutage nicht sensibel, wenn es um Markenversprechen und um Qualitätssiegel geht? Was drauf steht, sollte auch drin stecken. Denn was nützt dir das beste Label, wenn es bloss auf einer Mogelpackung klebt. Zum Thema - Wahrhaftigkeit des Glaubens - bezieht Jesus Position im Sonntagsevangelium. Unmissverständlich richtet er sich dabei an das ganze Volk und an den Kreis der Jünger, um so zu verdeutlichen, dass authentische Nachfolge mehr als Anhängerschaft ist, die eine Mitgliedskarte erfordert. Messerscharf prangert er die Scheinheiligkeit der religiösen Profis an, für die das Gesetzesdenken sich über die Liebe und über die Dienstbereitschaft gestellt hat.

Mit dieser alttestamentlichen Mentalität kann der Rabbi aus Nazareth sich nicht abfinden. In aller Öffentlichkeit fordert er seine Zeitgenossen in diesem Punkt auf wachsam zu sein: „Tut und befolgt alles, was sie euch sagen, aber richet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht was sie sagen“. Das Benehmen der Pharisäer fordert mehr Authentizität; konkrete Gesten der Nächstenliebe, statt leerer Worthülsen; gelebte Spiritualität, statt Frömmigkeitsübungen; mehr Demut, statt der frenetischen Sorge um den Ehrenplatz. So hält Jesus immer wieder Ausschau nach Menschen, durch die der Glaube Hand und Fuss bekommt: Authentisch christlich, als homeopatisches Mittel gegen jede Form des Etiquettenschwindels.

Renée Schmit renee.schmit cathol.lu
 
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