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8. Juli 2018

Meine Gnade genügt Dir!

Wegweiser zum 14. Sonntag im Jahreskreis von Sr. Véronique Weis (8.7.2018)

(2. Korintherbrief, Vers 7)

Diese Zusage an Paulus gilt auch für mich. Wie oft überkommt uns das Gefühl der Überforderung, und wir wollen sagen: „Nun ist genug!“
Die Arbeit, Familie, sogar in unserer Freizeit ist das Leben schnelllebig geworden. Immer mehr wird von uns erwartet, immer schneller müssen wir reagieren, wir dürfen uns keinen Fehler erlauben, wir müssen funktionieren. Dabei fühlen wir uns keinesfalls stark, schnell und unfehlbar.

Doch wir Menschen bleiben schwache Wesen, die ohne die anderen, den Anderen nicht überleben können. Und wie schön ist es dann zu wissen – es gibt Einen, bei dem ich schwach sein darf, ja, der meine Schwachheit in Kraft umwandelt durch seine Gnade.
Doch mit dem Begriff Gnade tun wir moderne Menschen es uns schwer. Wir, die wir immer alles selbst im Griff haben wollen.

Das Wort Gnade wird im normalen Sprachgebrauch auch gebraucht und steht für unverdiente Gunst, Zuneigung, Hilfe, Liebeserweis, Güte, Nachsicht, Wohltat ohne Erwartung einer Gegenleistung, und man versteht darunter eine wohlwollende, freiwillige Zuwendung. Wenn dies schon unter uns Menschen möglich ist, wie sollte dies von Gott aus nicht der Fall sein.

Reine Zuneigung ohne Erwartung einer Gegenleistung, was kann es Schöneres und Vollkommeneres geben. Und doch gibt es eine Bedingung: Ich muss diese Zuneigung zulassen, sie an mich heranlassen; wissen und akzeptieren, dass ich schwach bin und ich diese Zuneigung brauche, um zu leben.

Dann fange ich ein bisschen an zu verstehen, was Paulus meint, wenn er schreibt: „Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ (Vers 10.)

Quelle: www.wort.lu

Véronique WEIS
 
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