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6. April 2019

Wer von euch ohne Sünde ist …

Wegweiser zum fünften Fastensonntag “Iudica” von Georg Rubel (7.04.2019)

Wer von uns kann behaupten, dass er ohne Sünde ist? Auch wenn wir keine schweren Vergehen begehen, so müssen wir doch und gerade in dieser österlichen Bußzeit zugeben und uns eingestehen, dass wir uns in unserem Leben nicht immer so verhalten, wie es den Geboten Gottes entspricht.

Der Mensch ist ein Sünder. Das Evangelium vom fünften Fastensonntag stellt es uns in sehr drastischer Weise vor Augen und zeigt zugleich Perspektiven auf, wie mit Sünde und Schuld umzugehen ist.

Da ist eine Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde. Laut mosaischem Gesetz steht auf Ehebruch die Todesstrafe durch Steinigung (vgl. Lev 20,10; Dtn 22,22). Hier geht es also nicht um ein kleines Fehlverhalten, sondern um eine schwerwiegende Sünde, um eine Todsünde.

Die Pharisäer und Schriftgelehrten bringen die Frau zu Jesus und fragen ihn, wie er den Fall beurteilt. Ihre Intention ist alles andere als lauter und rein. Sie wollen ihn damit auf die Probe stellen und einen Grund finden, um ihn anzuklagen.

Auf Nachfrage hin antwortet Jesus und verblüfft seine Gegner. Er spricht kein Urteil über die Frau, sondern wendet sich stattdessen gegen die Ankläger und überführt sie der eigenen Sündhaftigkeit: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.“ (Joh 8,1-11)

Diese Antwort Jesu trifft nicht nur seine Gegner, sondern auch uns. Sie ist Ermahnung und Warnung zugleich, dass es uns nicht zusteht, andere Menschen als Sünder zu verurteilen. Schließlich sind wir selbst nicht ohne Sünde.

Wie es am Ende des Evangeliums explizit heißt, verurteilt Jesus die Ehebrecherin nicht. Er entlässt die Frau und fordert sie dazu auf, von jetzt an nicht mehr zu sündigen. Dieser Auftrag Jesu gilt auch uns!

Quelle: wort.lu->www.wort.lu]

Georg RUBEL
georg.rubel lsrs.lu
 
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