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19. Januar 2017

Künftiger Kirchenfonds vorgestellt

Verwaltung geschieht in den 33 neuen Pfarreien und 105 neuen kommunalen Kirchenfabriken

Am Donnerstag, dem 19. Januar 2017, wurde der Entwurf der Statuten und der Geschäftsordnung der Presse vorgestellt.
Der Kirchenfonds

1. EINLEITUNG UND KONTEXT

1.1. Transparenz

Es entspricht nicht den Gepflogenheiten, Einblick in Grundlagendokumente im Stadium ihrer Entwicklung einer erst zu schaffenden Organisationsstruktur zu gewähren. Das erzbischöfliche Ordinariat hat sich dennoch entschieden, die vorläufigen Entwürfe für die Satzung und die Geschäftsordnung des Kirchenfonds zum frühestmöglichen Termin und noch vor der Anhörung des SYFEL im Parlament am kommenden 23. Januar 2017 offenzulegen. Dies geschieht im Sinne der Transparenz und im Hinblick auf den Diskurs im Zusammenhang mit der Gesetzvorlage 7037/00. Die internen Arbeiten zu diesen Texten wurden den Mitgliedern des Bischofsrates, des Priesterrates, des Pastoralrates, des Regionalrates und des Domkapitels vorgestellt.

1.2. Vorgaben und Ziele

Die Arbeiten an den Texten orientierten sich an den folgenden Leitlinien:

  • Dezentrale Verwaltung des Kirchenfonds, nach Vorgabe und schriftlicher Zusage von Erzbischof Jean-Claude Hollerich vor der Unterzeichnung der Konvention vom 26. Januar 2015;
  • Einbindung möglichst vieler ehrenamtlicher Mitglieder der derzeitigen Kirchenräte, damit sie ihr spezifisches Wissen, ihre individuellen Kompetenzen und ihre lokale Verortung einbringen können;
  • Beachtung der Bestimmungen in der Gesetzvorlage 7037/00 « portant sur la gestion des édifices religieux et autres biens du culte catholique » und des Gesetzes von 1928 über die Stiftungen und gemeinnützigen Vereine (fondations/asbl);
  • Beachtung der Bestimmungen des allgemeinen und partikularen Kirchenrechts;
  • Schaffung eines Vertretungsgremiums auf kommunaler Ebene, für Fragen, die die Kirchenbauten und die lokalen Liegenschaften der jetzigen Kirchenfabriken betreffen;
  • Komplementarität von nötiger Professionalisierung und unerlässlichem ehrenamtlichen Engagement;
  • Anpassung des Kirchenfonds an die neuen Pfarrstrukturen.

1.3. Weitere Anpassungen

Eine Anpassung der vorliegenden beiden Entwürfe vor ihrem Inkrafttreten wird auf der Basis noch ausstehender externer rechtlicher Prüfungen, interner Beratungen, eventueller Schlussfolgerungen aus dem Gutachten des Staatsrates und möglicher Abänderungen („Amendements“) der Gesetzesvorlage sowie Änderungen des Verwaltungsrates des zukünftigen Fonds erfolgen. Nach Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes wird eine der ersten Aufgaben des Verwaltungsrates (VWR) sein, die Geschäftsordnung in ihrer endgültigen Fassung zu beschließen und umzusetzen.

1.4. Allgemeine Prinzipien

Im Kirchenfonds werden die operativen Entscheidungen dezentral auf der Ebene des Vermögensverwaltungsrates der (neuen) Pfarreien getroffen und die Immobilienprojekte werden auch dort initiiert und umgesetzt. Nichtsdestotrotz trägt der VWR – wie auch bei Stiftungen – die Gesamtverantwortung nach außen. Ähnlich wie in einer föderalen Organisation, gilt es einerseits die Übertragung von Befugnissen vom VWR an die Pfarreien klar zu definieren, andererseits aber auch verbindlich zu klären, wer wem Rechenschaft schuldet.

Diese Vorgehensweise soll sicherstellen, dass einerseits der VWR seiner Gesamtverantwortung nach außen gerecht werden kann, andererseits aber auch das Erzbistum und der Heilige Stuhl, entsprechend dem Kirchenrecht, ihrer Aufsichtspflicht gegenüber dem Kirchenfonds nachkommen können. Die beschriebene Funktionsweise bekommt unter dieser Rücksicht unweigerlich eine gewisse Komplexität, die nur schwerlich weiter reduzierbar ist. Das bedeutet aber nicht, dass die Geschäftsordnung kompliziert formuliert wäre. Weiterhin ist zu bedenken, dass die beschriebenen Abläufe für den jeweiligen (ehrenamtlichen) Nutzer nicht in ihrer Gesamtheit, sondern nur in Teilbereichen Anwendung finden.

1.5. Das Ziel und der Weg dahin

Die vorliegenden Texte beschreiben den Fonds in seiner finalen Ausprägung. Die Umsetzung geschieht jedoch progressiv. Die reduzierte Buchhaltung nach dem Kassenprinzip, ohne Erstellung einer Bilanz, die in den Kirchenfabriken derzeit angewendet wird, genügt den Anforderungen von 1809. Sie entspricht aber nicht mehr den gegenwärtigen Standards an Transparenz und Governance („principes de bonne gouvernance“) in unserer Gesellschaft.

Die Mitglieder der Kirchenräte werden bei der Einführung des Kirchenfonds dort abgeholt, wo sie stehen. Der Weg zur Zielorganisation geschieht in Etappen und setzt die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten voraus.

2. DIE FUNKTIONSWEISE DES KIRCHENFONDS IM ÜBERBLICK

2.1. Organe mit zentraler Bedeutung

Zwei Prozesse sind notwendig, um die operative Struktur des Fonds, die sich auf der lokalen Ebene befindet, aufzubauen:

  • die aktuellen 285 Kirchenfabriken schließen sich in 105 « Fabriques d’Église communales », zusammen (jeweils 1 pro Zivilgemeinde);
  • entsprechend dem Kirchenrecht wird für jede (neue) Pfarrei ein Vermögensverwaltungsrat eingesetzt, der sich hauptsächlich aus den Delegierten der kommunalen Kirchenfabriken und dem Pfarrer zusammensetzt.

Wenn in jeder Pfarrei diese Organe konstituiert sind, kann der Vermögensverwaltungsrat der Pfarrei im Verbund mit seinen kommunalen Kirchenfabriken die Arbeit aufnehmen.

2.2. Zusammenspiel des Verwaltungsrates mit diesen Organen

Im Regelfall ist eine direkte Einflussnahme des VWR auf die lokalen Vermögensverwaltungsräte und Kirchenfabriken nicht vorgesehen. Vom VWR wird eine ständige Zwischenstruktur eingerichtet: die „Cellule de Coordination et d’Assistance (CCA)“. Die Aufgabe der CCA ist es, die Pfarreien und kommunalen Kirchenfabriken professionell zu unterstützen und die Infrastruktur, die von allen geteilt wird, zur Verfügung zu stellen und zu verwalten. Die CCA wird sich sowohl aus haupt- als auch aus ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammensetzen.

3. DIE LOKALE EBENE: PFARREI UND ZIVILGEMEINDE(N)

3.1. Zivilgemeinde – kommunale Kirchenfabrik

Die Hauptaufgabe der kommunalen Kirchenfabriken wird es sein, die Kirchen mit ihrem Mobiliar sowie die anderen Immobilien auf dem Gebiet der jeweiligen Zivilgemeinde zu betreuen. Die beiden Hauptfunktionen in der kommunalen Kirchenfabrik sind die des/der Vorsitzenden und des Schatzmeisters. Der zuständige Pfarrer wird zu jeder Sitzung als Gast geladen.

3.2. Pfarrei – Vermögensverwaltungsrat

Die Vertreter der kommunalen Kirchenfabrik, der Pfarrer und der/die Vorsitzende des Pfarrrates („Conseil Pastoral de la Paroisse“) bilden den Vermögensverwaltungsrat.

Die Mitglieder bestimmen die Ämter unter sich: Vorsitzender – Schriftführer – Finanzverwalter – Immobilienverwalter. Weitere Mitglieder können zusätzlich kooptiert werden.

Der Vermögensverwaltungsrat ist zuständig für die geschäftlichen Anliegen der Pfarrei. Er hat dafür Sorge zu tragen, dass die materiellen Voraussetzungen zur Erfüllung der pastoralen Aufgaben der Pfarrei gegeben sind.

Anhand von jährlich von ihm zu erstellenden Budgets und quartalsweise zu erstellenden Abschlüssen, die dann für die 33 neuen Pfarreien zusammengeführt werden, werden das Gesamtbudget des Kirchenfonds und dessen Quartalsabschlüsse aufgestellt.

4. DIE ZENTRALE EBENE: VERWALTUNGSRAT UND CCA

4.1. Der Verwaltungsrat

Der VWR ist zuständig und verantwortlich für die gesamte Governance des Kirchenfonds: Einhaltung der Satzung, Beschluss und Umsetzung der Geschäftsordnung, Verantwortung für Budget und Quartalsabschluss des Fonds, strategische Ziele, Kommunikation an das Erzbistum entsprechend den kirchenrechtlichen und zivilrechtlichen Regelungen.

Die Benennung der Mitglieder erfolgt auf der Basis von Vorschlägen seitens des Dekanats- und Pastoralrates. Zusätzlich werden Experten vom Erzbistum genannt. Der Generalvikar und der Generalökonom sind von Amts wegen Mitglied und verfügen jeweils über ein Vetorecht. Der VWR funktioniert und entscheidet nur als Kollegium.

4.2. Die „Cellule de Coordination et d’Assistance“ (CCA)

Die CCA wird vom geschäftsführenden Verwaltungsratsmitglied („administrateur délégué“) des VWR geleitet und setzt sich aus ehrenamtlichen und/oder festangestellten Koordinatoren zusammen.

Dieses kleine Team hat als Hauptaufgabe, die Vermögensverwaltungsräte der 33 Pfarreien zu unterstützen und gegebenenfalls zu koordinieren. Dies geschieht zum Beispiel durch direkte Begleitung von Projekten, bei der Budgeterstellung, oder indirekt durch die Zurverfügungstellung von IT-Systemen, Workflows, Leitlinien und sonstiger administrativer Hilfestellung. Ihre Aufgabe ist es auch, eine kontinuierliche Verbindung zum VWR zu halten, damit dieser seiner Gesamtverantwortung gerecht werden kann.

Luxemburg, den 18. Januar 2017


Der Entwurf der Statuten

Die Geschäftsordnung / Le règlement d’ordre intérieur

Die wichtigsten Infos auf einen Blick / Flyer et présentation du Fonds

Am Mittwoch, dem 18. Januar 2017, wurde der Entwurf der Statuten und der Geschäftsordnung den Leitungsgremien der Erzdiözese vorgestellt.
 
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