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Die Enzyklika Laudato Si’ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus  
20. August 2015

Die Enzyklika Laudato Si’ (19)

Der Dialog im Hinblick auf neue nationale und lokale politische Konzepte

Das Drama der auf unmittelbare Ergebnisse ausgerichteten politischen Planung, die auch von Konsumgesellschaften vertreten wird, führt zu der Notwendigkeit, kurzfristig Wachstum zu erzeugen. Mit Rücksicht auf die Wahlen setzen die Regierungen sich nicht leicht der Gefahr aus, die Bevölkerung mit Maßnahmen zu verärgern, die dem Konsumniveau schaden oder Auslandsinvestitionen gefährden können. Die Kurzsichtigkeit beim Aufbau der Macht bremst die Aufnahme eines Umweltprogramms mit weiter Perspektive in die öffentliche Tagesordnung der Regierungen. So vergisst man, dass „die Zeit mehr wert ist als der Raum“; dass wir immer dann fruchtbarer sind, wenn wir uns mehr darum kümmern, Prozesse auszulösen, als Räume der Macht zu beherrschen. Die politische Größe zeigt sich, wenn man in schwierigen Momenten nach bedeutenden Grundsätzen handelt und dabei an das langfristige Gemeinwohl denkt. Diese Pflicht in einem Projekt der Nation auf sich zu nehmen, kostet die politische Macht einen hohen Preis.

Unerlässlich ist die Kontinuität, denn man kann nicht mit jedem Regierungswechsel die mit dem Klimawandel und dem Umweltschutz verbundene Politik ändern. Die Ergebnisse erfordern viel Zeit und setzen unmittelbare Kosten voraus mit Wirkungen, die nicht innerhalb einer laufenden Regierungsperiode nachgewiesen werden können. Darum wird es ohne den Druck der Bevölkerung und der Institutionen immer Widerstand geben einzugreifen, sogar noch mehr, wenn es Notfälle zu lösen gilt. Dass ein Politiker diese Verantwortungen mit den dazugehörigen Kosten übernimmt, entspricht nicht der auf Effizienz und Unmittelbarkeit ausgerichteten Logik der aktuellen Wirtschaft und Politik, doch wenn er es zu tun wagt, wird er wieder die Würde erkennen, die Gott ihm als Menschen verliehen hat, und nach seinem Weg durch diese Geschichte ein Zeugnis großzügiger Verantwortlichkeit hinterlassen. Man muss einer soliden Politik den Vorrang geben, die die Institutionen zu reformieren und zu koordinieren vermag und die auch deren Betrieb ohne Pressionen und lasterhafte Trägheit gewährleistet. Freilich ist hinzuzufügen, dass die besten Vorkehrungen letztlich scheitern werden, wenn die großen Ziele, die Werte und eine humanistische, sinnerfüllte Auffassung fehlen, die jeder Gesellschaft eine edle und großherzige Orientierung verleihen.

(Auszug aus Der Dialog im Hinblick auf neue nationale und lokale politische Konzepte, 178, 181)

Bisher erschienene Auszüge aus der Enzyklika

Der Text der Enzyklika Laudato Si’

Le texte de l’encyclique Laudato Si’

 
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