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Der Countdown bis Pfingsten läuft

Kommentar zum 7. Ostersonntag Jahres A - Christine Bußhardt, Pastoralreferentin (17.05.2026)

Mit Christi Himmelfahrt hat der Countdown bis Pfingsten, die sogenannte Pfingstnovene, begonnen. Neun Tage sind es dann noch bis zu dem Fest, das als Geburtsfest unserer christlichen Kirche gilt. Die Lesungen und Evangelientexte der Werk- und Sonntagsgottesdienste seit Osten und insbesondere zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten bieten die biblische Grundlage zum Verständnis des Hauptakteurs – dem Heiligen Geist.

Jörg Lauster, Professor für Systematische Theologie in München, beschreibt das in seiner Biografie des Heiligen Geistes folgendermaßen: „Der Geist Gottes wird zum Geist Christi, der Geist Christi wird zum Geist des Christentums.“ „Es gehört zum Wesen des Geistes, dass er sich so wenig festhalten lässt wie der Wind. … Nichts von seiner Gegenwart lässt sich mit kristallklaren Kriterien beweisen. Doch eine Biografie des heiligen Geistes kann Erfahrungen und Beschreibungen zusammentragen, die sich als Indizien seiner Gegenwart verstehen lassen.“

Zum Verständnis wie sich der Geist Gottes bemerkbar macht, entfaltet er im Kapitel „Inspiration als Psychologie des göttlichen Geistes“ wie Glaube als Gabe des Geistes verstanden werden kann.

Inspiration falle nicht einfach vom Himmel. „Glaube und Inspiration sind auch ein soziales und kulturelles Phänomen.“ Die Überzeugungskraft hänge erstens auch an der sozialen und kulturellen Einbindung des Glaubens. „Es bedarf einer Institution, die selbst kulturell attraktiv erscheint und dadurch den Glauben sozial absichert.“

Zweitens müsse der Glaube einen Inhalt bereitstellen und entfalte seine existentielle Kraft, wenn er Antworten gebe, auf die Fragen, die Menschen sich stellen.

Drittens bleibe immer offen, wie man konkret zum Glauben komme. Einen Hinweis bietet der Ausschnitt der Apostelgeschichte des kommenden Sontags: Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern. Apg 1,14

Wozu Glaube nützt und wie sich Glaube im Bewusstsein anfühlt, kann mit der Fähigkeit zu hoffen beschrieben werden, so Lauster, eine Fähigkeit, dem Zynismus und der Verzweiflung angesichts des Leids in der Welt zu widerstehen. Hoffnung wächst in der Erfahrung, das andere auch hoffen. Dies gilt auch für den Glauben.

Ausgehend von den drei genannten Punkten (1) Notwendigkeit einer Institution als soziale Absicherung (2) Inhalt, der existentielle Fragen der Menschen beantwortet und (3) die Freiheit des Geistes, lade ich Sie ein, liebe Leserin, lieber Leser, sich auf die Spurensuche des Geistes in der Gegenwart unserer Kirche zu machen.

Ein schöner Anlass bietet das Kirchweihfest der Pfarrkirche in Howald, das sich dieses Jahr Christi Himmelfahrt zum sechzigsten Mal jährt.

Mit 60 gehen manche in Rente, andere bereiten sich darauf vor. Das Jubiläum der Kirche Howald gibt ebenfalls Anlass, sich über Gegenwart und Zukunft einer ganzen Pfarrei im Quartett mit den Pfarreien des Dekanats Gedanken zu machen.

Als Pfarrkirche, verbunden mit einem Büro und einem Pfarrsaal, unterstützt durch die Oeuvres Paroissiales, den Fonds der Pfarrei und dem Kierchefong, sowie durch den guten Kontakt zur Gemeinde, eignet sich die Kirche bestens auch in der Zukunft als Anlaufstelle und Versammlungsraum und bietet einen zentralen Ort für die pastorale Arbeit. Durch die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Gruppen wie den Equipes des Funérailles, Wortgottesdienstgruppen, Katechese- und Jugendgruppen, den Verantwortlichen in der Sakristei, sowie den Sängerinnen und Sänger, Organistinnen und Organisten, dem Pastoralrat und dem Pastoralteam, können Bedürftige und Ratsuchende, Feiernde und Trauernde, empfangen und begleitet werden.

So feiern wir in diesen Tagen vor allem die „lebendigen Steine“: Menschen, die bereit sind, durch ihr Engagement, ihre Talente und ihren Glauben, den Geist Christi weiter in die christliche Gemeinschaft hinein- und auch in unsere Gesellschaft hinauszutragen.

Zwei der oben genannten Kriterien für das Wirken des Heiligen Geistes scheinen erfüllt. Damit auch der dritte Punkt von der Freiheit des Geistes seinen Niederschlag findet, wird folgender „Kirchentraum“ allen Gästen mit auf den Weg gegeben:

Kirchen(t)räume

Tritt ein,
schau Dich um.
Lass den Lärm der Straße hinter der Tür verschallen.
Tritt ein und öffne Deine Augen und Dein Herz.
Suche Dir einen Platz und
lass Dich ein
auf die Stille,
auf das Licht und auf das Dunkel,
auf das, was Dir ins Auge fällt.
Ruhe einen Moment aus.
Nimm Dir Zeit.
Du musst nichts tun,
Du musst nichts leisten.
Du musst Dich nicht beweisen.
Du darfst einfach da sein
und lauschen
auf Deine Gedanken,
auf Dein Herz.
In diesen Mauern wurde schon viel erzählt,
geweint und gehadert,
aber auch gesungen und gepriesen.
Du kannst, wenn Du willst etwas hier zurücklassen -
etwas von Deinen Sorgen,
Deiner Angst, Deiner Unsicherheit.
Und Du kannst, wenn Du willst
etwas von hier mitnehmen -
ein gutes Wort,
eine Melodie,
eine Zusage.
Gott lässt sich finden.
Der Ort,
an dem dies geschieht,
bist Du!

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