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Jahr A (2019-2020)  
7. März 2020

Auf Jesus Christus hören

Der Kommentar zum 2. Fastensonntag von Henri Hamus (9.3.2020)

Es war überwältigend auf dem Berg der Verklärung. Es hat den Freunden die Sprache verschlagen. Petrus, der Wortführer, meint als erster reden zu müssen! Nach dem Evangelium nach Markus (9,6) wusste er gar nicht richtig, was er da sagte: „Lass uns hier drei Hütten bauen!“

Diese Hütten können Orte des Bleibens, des Verweilens sein. „Verweile doch, du bist so schön“ im Munde des Faust von Goethe wird gern herangezogen, um dem schönen Augenblick bleibende Gegenwart zu geben. Doch dieses Verweilen wäre Stillstand, wäre Abschied nehmen von Streben und Suchen, wäre Verharren im Gestrigen, das keinen Morgen und nichts Neues mehr kennt.

Diese Hütten sind für Petrus drei gleich wichtige Lehrhäuser; Lehrhäuser sind die Schulen der Lehrer, der Rabbinen; Martin Buber erzählt von ihnen in seinen „Erzählungen der Chassidim“. Mose, Elija und Jesus werden gewissermaßen auf eine Stufe gestellt. Diese drei lehren, was zum Leben dient und in ein bleibendes Glück führt. „Es ist gut, dass wir hier sind“, sagt Petrus; hier empfangen und erhalten wir alles, was wir suchen und brauchen.

Petrus und die anderen Jünger werden dann aber eines Besseren belehrt: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf IHN sollt ihr hören!“ Stellt ihn nicht einfach neben andere Lehrer, „nur einer ist euer Lehrer!“, hört auf ihn!

Jesus ist der Sohn Gottes

Die Erzählung der Verklärung auf dem Berg offenbart Jesus als Sohn Gottes. Auch wenn er in der Tradition von Gesetz und Propheten, von Mose und Elija steht, ist er doch absolut einzigartig. Er ist Gott, der Mensch geworden ist, der wie wir als Mensch gelebt hat, den Versuchungen ausgesetzt, der dennoch nicht gesündigt hat. Er ist der, der für die Menschen „Weg, Wahrheit und Leben“ ist, der wie ein Hirt über sie wacht und sie zu allem führt, was dem Leben dient, der alle und alles mit Gott versöhnt, der die Mauern des Hasses niederreißt und im Reich Gottes die Einheit schafft. Er ist der, der Menschen beruft, dieses Werk der Versöhnung zu verkünden und weiter zu führen.

Auf IHN sollt ihr hören! Die österliche Bußzeit ist eine Zeit der Konzentration auf das, worauf es ankommt. Überflutet von tausend Stimmen und unaufhörlichen Geräuschen brauchen wir Orte und Zeiten der Stille – um dem zu lauschen, der „Worte des ewigen Lebens“ hat, um zum Buch der Bücher, der Bibel, zu greifen und auf das „Wort des Lebens“ zu hören!

Die Flut der Angebote ist schier unübersichtlich. In den meisten Büchereien stehen unter „Religion“ mehr Bücher über Weltreligionen, östliche Weisheitslehren und (oft) esoterische Spiritualitäten als über das Christentum. Die Auswahl ist enorm, und jeder kann sich so seine Religion, seinen Glauben zusammenbasteln. Schon Paulus ahnte, dass die Zeit kommt, in der die Menschen „die gesunde Lehre“ nicht ertragen. Ob wir heute in einer solchen Zeit leben?

Viel Energie wird zurzeit in der Kirche auf Strukturreformen verwandt. Auch auf materielle Probleme und Finanzierungsmodelle. Genau soviel gehört investiert in den Hunger der Menschen. Wir sagen und glauben, dass Gott uns in Jesus ein unüberbietbares und bleibendes Geschenk gegeben hat. Dieses Geschenk will geteilt sein! Menschen haben nicht nur Hunger nach Brot, sie haben genauso Hunger nach Anerkennung, Liebe und nach Gott! Jesus hat sie nicht verhungern lassen?

Vielleicht ist es eine der dringendsten Aufgaben der Pastoral heute, Menschen zu IHM zu führen, ihnen SEINE Worte nahe zu bringen, mit Ihnen die Evangelien zu lesen, sie anzuleiten, selber „Hörer des Wortes“ zu werden.

„Jeden Morgen wecke, Herr, mein Ohr, damit ich auf Dich höre wie ein Jünger.“ (nach Jesaja 50,4 b)

Quelle: Luxemburger Wort

 
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