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Jahr A (2019-2020)  
13. Juni 2020

Fronleichnam – Geheimnis des Glaubens

Kommentar zu Fronleichnam von Claude Bache (14.06.2020)

Nach der Wandlung während der Messfeier ruft der Priester oder der Diakon aus: „Geheimnis des Glaubens!“ Die Gläubigen antworten darauf: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit!“ Auf den ersten Blick ist dies ein Ausruf des Glaubens und des Lobpreises. Das, was hier geschehen ist, bekennt die Kirche: Tod und Auferstehung Jesu Christi werden gegenwärtig mit seinem Leib und Blut! Der Ausruf ist aber zugleich ein Ausdruck des Staunens angesichts der Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi.

Es übersteigt unser menschliches Vorstellungsvermögen so sehr, dass es kein Wunder ist, wenn gerade heute Menschen Mühe haben, diese reale Gegenwart Christi in der Eucharistie zu erkennen. So wie damals in Kafarnaum, als die Leute fragten: „Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?“ (Joh 6,52). Wir wissen, dass sich damals viele Menschen zurückzogen und Jesus schließlich seine Jünger fragte, ob auch sie gehen wollten. Aber Petrus bekannte mit den Aposteln: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“ (Joh 6,68). Sicher, wir wollen uns dieses Bekenntnis des Petrus zu Eigen machen. Jesus ist der Herr, er ist unser Leben! Dennoch dürfen wir aber auch fragen: Ja, wie geht das? Was ist da im Abendmahlssaal geschehen, als Jesus sagte: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird, das ist mein Blut, vergossen für euch“? Das Abendmahl – und damit jede Eucharistiefeier – ist ohne den Karfreitag nicht zu verstehen. Jesus nimmt in der Geste des Mahles das Geschehen von Golgota vorweg, wo er aus Liebe die Passion bis zum Tod auf sich nimmt. Hier werden seine Worte Wirklichkeit: Mein Leib, mein Blut – für euch! Durch das Annehmen des Leidens und seinen Sieg über den Tod verwandelt er die Passion in eine Hingabe für uns. Das ist die Verwandlung, die die Welt braucht, denn sie erlöst uns nicht „von oben“, sondern „von innen heraus“, also mit uns zusammen.

Und diese Erneuerung der Welt will Gott immer und für ewig durch denselben Weg verwirklichen. Jede Eucharistiefeier setzt daher diesen Akt gegenwärtig, wir gewinnen Anteil am Leben und Sterben Jesu. Diesen Weg mitzugehen, lädt uns der Herr ein. Es ist der Weg des Weizenkorns, das in die Erde fällt und stirbt, um zu neuem, ewigem Leben zu erwachen (vgl. Joh 12,24). So will Gott die Menschheit erneuern. Durch das Brot und den Wein, in denen sein Leib und sein Blut tatsächlich gegenwärtig sind, verwandelt Christus uns, indem er uns in sich aufnimmt. Er bezieht uns in sein Werk der Erlösung mit ein, indem er uns in der Kraft des Heiligen Geistes fähig macht, wie Weizenkörner zu leben, die in ihm und mit ihm vereint sind.

Gott in uns – für unser Leben! Erneuern wir am kommenden Fronleichnamstag – wenn auch in diesen Corona-Zeiten ohne feierliche Prozession – unser Bekenntnis des Glaubens an den lebendigen Christus, der in der Eucharistie gegenwärtig ist. Rufen wir staunend aus: „Geheimnis des Glaubens!“ und lassen wir uns ganz von diesem Geheimnis erfüllen.

Quelle: Luxemburger Wort

Claude BACHE
 
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