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Jahr C (2018-2019)  
26. Januar 2019

Heute hat sich das Schriftwort erfüllt“ – Grundlage christlicher Kultur

Der Kommentar zum 3. Sonntag im Jahreskreis von P. Jean-Jacques Flammang (27.1.2019)

Lk 1, 1-4; 4, 14-21

Glücklicherweise haben wir Bücher über Jesus, in denen uns aufgeschrieben wurde, was sich damals ereignet und erfüllt hat. Diese Bücher wurden zu der Zeit verfasst, als noch jene lebten, die Jesus persönlich gekannt hatten. So konnte Lukas Berichte sammeln, die er sorgfältig überprüfte, bevor er sie in sein Evangelium aufnahm. Und da er ebenfalls um 
die Erwartungen der Menschen
wusste, um ihre Ansichten über Gott und das, was die Propheten vom Messias angekündigt hatten, konnte er auch auf Fragen bezüglich Jesus genau eingehen.

Bis heute überzeugen sowohl das historische Werk in seinem Evangelium als auch sein direktes Zeugnis in der Apostelgeschichte. Beide Schriften sind uns im Neuen Testament erhalten geblieben.

Ist Jesus nun wirklich Gott der Sohn, der erwartete Messias?

Für den Evangelisten Lukas ist diese Frage ohne Zögern mit Ja zu beantworten.

Denn mit Jesus erfüllt sich das alte prophetische Wort: „Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr 
hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“

Jesus erläutert: „Heute hat sich dieses Schriftwort erfüllt“, und Lukas beschreibt denn auch, wie sich die Weissagung für die Armen, die Gefangenen, die Blinden, die Zerschlagenen konkret zu erfüllen beginnt.

Das Evangelium eröffnet somit einen neuen Weg, Gott in unsere Welt einzulassen, damit stets wiederholt werden kann: „Heute hat sich das Schriftwort erfüllt.“

Unsere ganze westliche Kultur ist von diesem glaubenden Wissen um Gottes Kommen grundlegend geprägt worden. Christus wurde als so zentral erkannt, dass man mit ihm die Zeitrechnung neu angefangen hat: vor und nach Christi Geburt. Alles konnte neu und anders im Lichte des von Jesus gebrachten Evangeliums gedeutet werden.

Neue Empfindungs-, Verständnis-, Bewertungs- und Handlungsmuster wurden entworfen, die wesentlich unsere westliche Kultur und ihre Werte prägen. Sicher waren im Laufe der Jahrhunderte stets Weiterentwicklungen nötig, denn es gab immer auch Rückschläge. Christlich aber ist unsere Kultur geblieben. Keine der Revolutionen und Änderungen wurde als so grundlegend neu erkannt, dass die Zeitrechnung hätte neu angefangen werden müssen. Vielmehr wurde intuitiv erfasst, dass neue und gute Akzentsetzungen Christus und sein Evangelium nicht überwinden, sondern dass gute Werte, wie etwa Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit im Evangelium gründen und von ihm gefördert werden.

Heute mögen verschiedene Strömungen sich eine „nachchristliche“ Zeit herbeisehnen. Was immer darunter zu verstehen ist, gegen Christus und sein Evangelium kann und sollte diese Zeit nicht sein, wenn sie nicht Rückschritt, sondern Fortschritt in Richtung Menschlichkeit sein will, und wenn sich weiterhin für alle, besonders auch für die Armen und Zerschlagenen, das gute Schriftwort erfüllen soll.

Quelle: Luxemburger Wort

Jean-Jacques FLAMMANG s.c.j.
 
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