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Wegweiser Jahr A (2016-2017)  
22. April 2017

Der „ungläubige“ Thomas

Wegweiser zum 2. Sonntag der Osterzeit (23.04.2017)

Mit dem „ungläubigen Thomas“ erzählt das Sonntagsevangelium eine Geschichte, welche die Haltung vieler Christen zu ihrem Glauben wiedergibt. Thomas möchte mit seinen eigenen Händen die Wundmale des Auferstandenen fühlen können. Er will Beweise. Viele möchten heute analog zu diesem biblischen Bild handfeste Gründe für ihren Glauben, der ihrer säkularen Prüfung standhalten kann. Kein kirchliches Gehorsamsgebot kann Christen mehr zu einem Glauben verpflichten, der ihrer religiösen Unsicherheit, ja ihrem religiösen Misstrauen nicht Rede und Antwort steht.

Antwort? In seinem großen Roman „Rituale“ lässt Cees Nooteboom seinen Protagonisten Inni Wintrop über Gott sagen: „Gott klingt wie eine Antwort, und das ist das Verderbliche an diesem Wort, das so oft als Antwort gebraucht wird. Er hätte einen Namen haben müssen, der wie eine Frage klingt.“ Karl Rahner hat Ähnliches weniger drastisch mit seinem Bild vom Geheimnis des Glaubens oft formuliert: die Frag-würdigkeit unseres Glaubens.

Als kleiner Christ und Mensch komme ich nicht ohne Antworten aus. Antworten sind Akzente für mich, die lange halten. Ich hebe Antworten wie wertvolle Fundstücke auf, ich sammle sie nicht. Mit meinen Fragen bin ich unterwegs und lebendig. Und es möge keiner versuchen, mich mit seinen Antworten einzuschläfern.

(Quelle: wort.lu)

Winfried HEIDRICH
 
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