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Wegweiser Jahr B (2017-2018)  
10. März 2018

Ein Symbol für eine zwischenmenschliche Geste

Wegweiser zum 4. Fastensonntag (11.03.2018)

(Jn 3,14-21)

Der vierte Fastensonntag trägt verschiedene Namen: Laetare (nach dem lateinischen Introitus: Freue dich, Jerusalem); Halbfasten, Halleffaaschten, mi-carême als Halbzeit der Fastenzeit; und eben auch Bretzelsonntag, ja, warum? Es ist nicht ganz klar nachzuvollziehen, wie der Sonntag zur Bretzel kam. Es gibt eine Reihe von Sagen und Legenden zur Entstehung der Bretzel als solcher, mit religiösem, historischem oder folkloristischem Bezug.

Eine spezifisch luxemburgische Erklärung habe ich nicht gefunden. Ungeachtet seiner unklaren lokalhistorischen Verwurzelung erfreut sich der Bretzelsonntag hierzulands großer Beliebtheit (sehr zum Vergnügen auch der Bäckerzunft ,die in Deutschland übrigens auch eine Bretzel als Zunftzeichen hat). Der Brauch, dass ein Mann am Bretzelsonntag seiner Angebeteten/ Geliebten/Frau eine leckere (am besten auch noch gefüllte) Bretzel schenkt und im Gegenzug dafür an Ostern ein Schokoladenei bekommt, mag inzwischen hoffnungslos überkommerzialisiert sein.

Schön finde ich die Geste des Schenkens im Zusammenhang mit der Form der Bretzel aber trotzdem: sie sieht aus wie sich umschlingende Arme. Arme, die einen geliebten Menschen bergen, streicheln, beschützen, ihm Freude und Glück verheißen. Arme, in die man sich hineinflüchten und hineinkuscheln kann, wenn man Zusammengehörigkeit, Trost und Liebe erfahren möchte. Die Bretzel ist ein Symbol für eine zwischenmenschliche Geste. In jeder liebevollen Geste eines Menschen schimmert aber auch immer die große Liebe Gottes durch. Darum lassen wir uns am Sonntag die geschenkte Bretzel ohne schlechtes Gewissen schmecken.

Quell: wort.lu

Mireille SIGAL
mireille.sigal cathol.lu
 
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