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8. April 2019

Freiheit ist mehr als eine Parole und Floskel

Impuls zur fünften Fastenwoche von Pater Théo Klein SCJ

Längst ist das Zitat „Zur Freiheit hat Christus uns befreit“ (Galater 5,1-6) zu einer Parole geworden. Dieser Satz von Paulus klingt nach heutigen Ohren so, dass es keine Verpflichtungen, keine Bindungen gibt, wir können ganz in Freiheit entscheiden und uns selber verwirklichen. Das Evangelium scheint dem auch den Vorschub zu leisten, wenn Jesus die Engherzigkeit und die Fixierung der Pharisäer heftig kritisiert. Was wir allerdings dabei schnell vergessen, ist dass die Freiheit der Christen darin besteht, sich radikal an Christus zu binden. Da ist die wahre Freiheit. Darin realisiert sich Freiheit in dieser totalen Bindung und Verpflichtung auf Christus. Paulus hat diese Freiheit entdeckt als er sich ganz vorbehaltlos auf Christus eingelassen hat.

Was machen wir heute? Natürlich ist wahr, wenn wir sagen, dass das Christentum sich in die entsprechende Zeit hineinversetze, aber es braucht auch eine Wiedererkennbarkeit. Würde Paulus uns heute wiedererkennen als Christen, die befreit sind? Würden die Kirchenväter, wie zum Beispiel Augustinus uns wiedererkennen und sagen, wenn sie uns sehen: „Ihr glaubt das gleiche, was wir geglaubt haben und was uns wichtig war“. Diese Basis muss es ja geben. Und diese Basis findet man nur in der totalen Bindung an Christus, die wahre Bindung gewährt. Freiheit besteht nicht darin, in dem wir meinen, wir müssten eine neue Kirche erfinden oder ein neues Glaubensbekenntnis formulieren, weil das alte antiquiert ist und nicht mehr verstanden wird. Bemühen wir uns das Glaubensbekenntnis zu verstehen. Bemühen wir uns das Credo auszulegen.

Es geht darum das Glaubensbekenntnis auszulegen, wie Paulus und die Kirchenväter es getan haben. Das bleibt auch unsere Aufgabe, dass die Freiheit, die sich in der Bindung an Christus realisiert, damit es die Wiedererkennbarkeit in allen Generationen durch die 2000 Jahre hindurch gibt. Das soll uns ein Trost sein, dass wir nicht allein gestellt sind, dass wir es nicht allein schaffen müssen in den großen Fragen, die wirklich groß sind, den Glauben weitersagen und verkünden an die nächste Generation. Paulus zeigt uns den Weg und viele Generationen haben das gleiche getan. Die Fastenzeit ist eine exzellente Zeit sich in einem allerersten Schritt bewusst zu werden, dass die wahre Freiheit in der Bindung an Christus sich realisiert.

Théo KLEIN s.c.j.
 
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