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Bicher-Rezensioune . Recensions de livres  
13. August 2018

Kelten, Klöster und das Book of Kells

Neue Ausgabe der Zeitschrift „Welt und Umwelt der Bibel“ befasst sich mit der Bedeutung Irlands für die Religiosität Europas

Irland-Reisende suchen nicht nur grüne Wiesen und wilde Küsten, sondern sind oft auch auf religiöser Spurensuche. Die einen suchen nach der keltischen Religion, die anderen nach der frühen christlichen Klosterkultur. Das neuste Heft der Zeitschrift „Welt und Umwelt der Bibel“ mit dem Titel „Irland. Von Druiden und eigensinnigen Mönchen“ stellt vor, was die Wissenschaft von den Kelten, den Klöstern und dem Einfluss der Iren auf das Christentum weiß.

Die keltische Religion ist für die Religionswissenschaft kaum fassbar. Schriftliche Quellen aus keltischer Zeit gibt es nicht. Von den Druiden weiß man nur aus christlicher Polemik gegen das Heidentum. Die archäologischen Funde aus dem eisenzeitlichen Irland bieten keine Anhaltspunkte für die Jenseitsvorstellungen jener Zeit. Auch das neuzeitliche Interesse an den Kelten sei oft gekennzeichnet durch die Projektion eigener Ideale und Konflikte zurück in diese Zeit. Dieses nüchterne Resümee zieht der Experte für keltische Religionsgeschichte, Professor Dr. Bernhard Maier von der Universität Tübingen.

Besser ist die Quellenlage ab dem 6. Jahrhundert, in dem zahlreiche Klöster gegründet wurden. Professor Dr. Hubertus Lutterbach von der Universität Duisburg-Essen beschreibt die Eigenheiten des irischen Klosterlebens. Es hebt sich durch besonders harte Bußübungen und sehr viel Beten hervor, weil die Gläubigen darin einen wirksamen Schutz gegen Dämonen und den Teufel sahen. Zum Teil wurden Doppelklöster angelegt, in denen männliche und weibliche Ordensleute unter einer Leitung lebten – und das konnten auch Äbtissinnen sein.

Der Einfluss der irischen Klöster reichte aber weit über die Insel hinaus. Mönche wie Columban wanderten bis auf den Kontinent. Hier kamen sie in Konflikt mit den gallischen Bischöfen, gerieten aber auch in die zahlreichen politischen und kirchlichen Intrigen in Gallien und Franken. Zugleich galten die Mönche von der grünen Insel als sehr gelehrt und gelangten um 800 sogar an den Hof Karls des Großen. Der irische Historiker Professor Dr. Dáibhí Ó Cróinín beschreibt detailreich diese Einflüsse.

Die Handschriftentradition der irischen Kirche ist im „Book of Kells“, zu dem jährlich eine Million Besucher ins Trinity College in Dublin pilgern, einzigartig dokumentiert. Es verbindet die Buchmalerei byzantinischer und karolingischer Tradition mit der vorchristlichen keltischen Kunst. Doch sind die wissenschaftlichen Meinungen über den Sinn vieler Buchilluminationen geteilt, schreibt die Kunsthistorikerin Dr. Rachel Moss aus Dublin in ihrem Beitrag für „Welt und Umwelt der Bibel“.

Weitere Beiträge gehen der Frage nach, ob ein irischer Abt bereits im 6. Jahrhundert mit einem Boot Nordamerika erreicht hat und was es mit dem Streit um die richtige Berechnung des Ostertermins auf sich hatte. Und schließlich gibt es auch Beispiele von dem, was man heute in Irland sehen kann: eine Klosteranlage auf einer einsamen Insel oder ein Hochkreuz als Bilderbibel in Stein.


Irland. Von Druiden und eigensinnigen Mönchen, Welt und Umwelt der Bibel 3/18, ISBN 978-3-944766-60-7, einzeln 11,30 Euro.
Welt und Umwelt der Bibel kann im Abonnement, im Zeitschriftenfachhandel und auch einzeln bezogen werden bei:
Katholisches Bibelwerk e.V.
Postfach 150 365
D-70076 Stuttgart
E-Mail: bibelinfo bibelwerk.de
Telefon +49-(0)711 61920-50

www.bibelwerk.de

Quelle Bibelwerk

 
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