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Carême 2017 . Faaschtenzäit 2017  
6. März 2017

Een Häerz, dat lauschtert

Fastenzeit 2017: Exerzitien im Alltag - 1. Woche: Ein Herz, das sich nach Gott sehnt und sich von ihm geliebt weiß

1. Tag: „Meine Seele dürstet nach dir“

Einführung in den Tag:

Vieles füllt unseren Alltag aus und hält uns in Atem: die Arbeit, die Familie, verschiedenartige Sorgen, der Stress, … Und so finden wir nicht genug Zeit um uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Trotzdem wohnt tief in uns der Wunsch nach Stille, um auf die Stimme des Herzens zu hören, unsere Sorgen gut zu sortieren, Zeit für das Gebet einzuplanen. Am Anfang dieses Exerzitienweges wollen wir uns Zeiten des Innehaltens nehmen und in uns die Sehnsucht nach Gott, die in uns wohnt, hochkommen lassen.

Bibeltext: „Gott, du, mein Gott, dich suche ich“ (Psalm 63,2-9)

Gott, du mein Gott, dich suche ich,
meine Seele dürstet nach dir.
Nach dir schmachtet mein Leib
wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.
Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum,
um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.
Denn deine Huld ist besser als das Leben;
darum preisen dich meine Lippen.
Ich will dich rühmen mein Leben lang,
in deinem Namen die Hände erheben.
Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele,
mit jubelnden Lippen soll mein Mund dich preisen.
Ich denke an dich auf nächtlichem Lager
und sinne über dich nach, wenn ich wache.
Ja, du wurdest meine Hilfe;
jubeln kann ich im Schatten deiner Flügel.
Meine Seele hängt an dir,
deine rechte Hand hält mich fest.

Impulse zum Gebet:

  • Ich lese langsam diesen Psalm und lasse ihn in mir nachhallen: Welcher Vers oder Ausdruck berührt mich besonders? Ich wiederhole diesen Vers mehrere Male innerlich und ich denke über den Sinn nach, den er heute für mich nimmt. Dann wiederhole ich dasselbe mit einem 2. oder 3. Vers oder Ausdruck.
  • „Nach dir schmachtet mein Leib wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser“: ich stelle mir dürres Land vor, das dringend auf Regen oder Gießwasser wartet (in meinem Garten). Habe ich schon im Herzen einen solchen Durst nach der Gegenwart Gottes erlebt?
  • „Deine Huld ist besser als das Leben“: wie verstehe ich diesen Vers für mich heute?
  • „Ja, du wurdest meine Hilfe“: kann ich mich an Momente meines Lebens erinnern, in denen ich die Gegenwart Gottes und seine Liebe für mich gespürt habe? Ich lasse diese Erinnerungen und die Gefühle, die sie begleiten, in mir hochkommen.
  • Um das Gebet zu beenden, wende ich mich Gott oder Jesus Christus zu wie einem Freund: was will ich ihm in meinen eigenen Worten sagen?

2. Tag: Jesus klopft an die Tür meines Herzens

Einführung in den Tag:

Wenn wir an unsere Beziehung zu Gott denken, kommt es uns meistens vor, dass wir aktiv sein müssen: uns Zeit für das Gebet nehmen, uns konzentrieren um seine Gegenwart zu spüren, in der Stille ausharren, ... Dabei vergessen wir, dass Gott auch auf der Suche nach uns ist, dass er uns begegnen möchte wie Adam und Eva im Garten Eden: „Wo bist du?“ (Genesis 3,9). Vielleicht sind uns Gott und Jesus viel näher als wir glauben?

Bibeltext: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an“ (Geheime Offenbarung 3,20)

Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet,
bei dem werde ich eintreten und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir.

Impulse zum Gebet:

  • Ich versuche, mir diese Szene der Geheimen Offenbarung bildlich vorzustellen: Jesus ist ganz nahe bei mir, an der Tür meines Herzens und er klopft vorsichtig an, um eingelassen zu werden. Wie berührt mich dieses Bild?
  • Was hindert mich daran, die Stimme Jesu im Alltag zu hören? Was könnte ich ändern, um sie besser zu hören?
  • Bin ich bereit, Gott oder Jesus in mein Herz einzulassen? Habe ich den Wunsch, ihn zurück zu halten um mit ihm zu essen und zu trinken, seine Gegenwart zu verkosten wie die Jünger von Emmaus?
  • Die Messfeier und die Kommunion gehören zu den bevorzugten Momenten, in denen wir die Nähe und Intimität Jesu erleben können; achte ich genügend darauf, diese bevorzugten Momente zu nützen?
  • Zum Abschluss wende ich mich vertraulich Gott oder Jesus zu und vertraue ihm an, was ich auf dem Herzen habe: Lob, Dank, Bitte, …

Ein Gedanke für den Tag:

„Unser Herz ist ruhelos bis es ruht in dir. » (hl. Augustinus)

3. Tag: Gottes Liebe für mich

Einführung in den Tag:

In vielen Begegnungen Gottes mit den Patriarchen, den Propheten oder seinem Volk Israel ergreift Er selbst die Initiative: Er spricht Abraham an und bittet ihn, loszuziehen, er zeigt sich Mose und vertraut ihm die Aufgabe an, sein Volk zu befreien, … Mit uns ist es nicht anders: die meisten haben in der Taufe ein totales Ja von Seiten des Herrn und die Versicherung, dass er das ganzes Leben bei uns sein wird, geschenkt bekommen lange bevor wir unsererseits damit anfangen, Gott zu lieben (Gebet, Besuch des Allerheiligsten, usw.). Es ist gut, uns diesen „Vorsprung“ der Liebe Gottes oft vor die Augen zu halten, um Dankbarkeit in uns aufkommen zu lassen und unseren Glauben in die rechte Perspektive zu rücken.

Bibeltext: „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt“ (Jeremia 31,2-5)

So spricht der Herr: Gnade fand in der Wüste das Volk, das vom Schwert verschont blieb; Israel zieht zum Ort seiner Ruhe. Aus der Ferne ist ihm der Herr erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir so lange die Treue bewahrt.
Ich baue dich wieder auf, du sollst neu gebaut werden, Jungfrau Israel. Du sollst dich wieder schmücken mit deinen Pauken, sollst ausziehen im Reigen der Fröhlichen. Wieder sollst du Weingärten pflanzen auf Samarias Bergen. Wer Pflanzungen anlegt, darf ihre Früchte genießen

Impulse zum Gebet:

  • Wie stark bin ich mir bewusst, dass ich auch „Gnade gefunden“ habe vor den Augen Gottes und dass er es ist, bei dem ich Ruhe finde?
  • Ich erinnere mich an die Wohltaten, die mir in der letzten Zeit von Gott geschenkt wurden; eine schöne Begegnung, ein Wort, das mich berührt hat, ein frohes Erlebnis, usw.
  • Wo habe ich schon die Erfahrung gemacht, dass Gott mir treu bleibt?
  • Wie höre ich für mich persönlich die Versprechungen Gottes in den beiden letzten Versen? Was könnten sie für mich/für unsere Kirche heute bedeuten?
  • Ich danke Gott aus ganzem Herzen für alles, was er mir geschenkt hat.

Ein Gedanke für den Tag:

„Dann will ich allezeit deinem Namen singen und spielen!“ (Psalm 61,9)

4. Tag: Die Liebe Gottes, Quelle der Liebe für andere

Einführung in den Tag:

So lange wie die Liebe nur ein Gebot bleibt, droht sie uns schwer zu fallen, uns mit unseren Grenzen zu konfrontieren und uns innerlich auszutrocknen. Als Lieblingsjünger Jesu hat der hl. Johannes in seiner Jugend die Erfahrung der starken Liebe Jesu für ihn gemacht. Diese empfangene Liebe hat er als Quelle seiner Liebe für die anderen entdeckt. Nicht nur lieben aus Pflicht, sondern aus Dankbarkeit und getrieben von dieser immer größeren Liebe als unsere, die uns von Gott geschenkt wird. Das irdische Leben Jesu ist erfüllt von dieser Liebe, die er von Gott empfangen und an alle weitergegeben hat, denen er begegnete. Und wenn er mir heute begegnen wollte?

Bibeltext: „Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns geliebt“ (1 Johannes 4,7-11)

Liebe Schwestern Brüder, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe. Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. Liebe Schwestern und Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben.

Impulse zum Gebet:

  • Wenn mich die Wiederholungen dieses Textes stören, kann ich einen Vers oder Ausdruck auswählen, der mich anspricht. Ich wiederhole ihn mehrmals innerlich und lasse ihn in mir nachhallen.
  • Jedes Jahr entdecken wir zu Weihnachten neu, dass Gottes Sohn einer von uns geworden ist. Gott hat uns das größte Geschenk gemacht, indem er uns seinen Sohn gesandt hat. Mit Staunen und Freude lasse ich mich erneut von diesem großen Geschenk berühren.
  • Gott will, dass wir leben und zwar durch Jesus und indem wir aus der Liebe leben wie er; welchen Platz nimmt die Liebe in meinem Leben ein im Vergleich zur Pflicht oder Routine? Welche Geste könnte ich mir einfallen lassen, um jemandem meine Liebe auszudrücken?
  • Zum Abschluss wende ich mich Jesus zu wie einem Freund: was will ich ihm in meinen eigenen Worten sagen heute?

Ein Gedanke für den Tag:

„Am Abend des Lebens werden wir nach der Liebe gerichtet.“ (hl. Johannes vom Kreuz)

5. Tag: Die verkannte Liebe

Einführung in den Tag:

Wer liebt, geht das Risiko ein, enttäuscht zu werden! Das tut weh und wenn die Erfahrung sich wiederholt, ist man versucht, sich zu der Liebe zu verschließen um diese Verletzungen zu meiden. Genau das aber hat Jesus auf tragische Weise erlebt: die größte Liebe, die Gott den Menschen erwiesen hat, ist von ihnen verachtet und zurückgewiesen worden. Doch das hat sie nicht aufgehalten, im Gegenteil! Die bedingungslose Liebe Gottes bis zum Kreuz strahlt mit 1000 Lichtern seit dem Ostermorgen. Das gibt unserer Hoffnung neuen Aufschub und hilft uns, die Verletzungen der Vergangenheit zu heilen. Und wer hat nie andere enttäuscht in ihrer Erwartung, Liebe oder ein gutes Ohr zu finden und ernst genommen zu werden?

Bibeltext: „... doch die Seinen haben ihn nicht erkannt.“ (Johannes 1,9-14)

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.

Impulse zum Gebet:

Ich wähle einen Vers oder den Teil eines Verses aus, der mich heute anspricht und ich lasse ihn auf mich wirken. Ich kann auch den ganzen Text langsam Vers für Vers lesen und dabei verweilen um ihn in mich aufzunehmen.
Welche Gefühle kommen in mir auf, wenn ich lese und betrachte, dass Jesus, das ewige Wort Gottes von den Seinen nicht aufgenommen worden ist? Wie groß ist mein Wunsch, ihn heute in mir aufzunehmen?
Durch den Glauben werden wir neu geboren als Kinder Gottes: ich nehme dieses Geschenk bewusst wahr und denke nach, wie sich dieses neue Leben konkret umsetzen kann.
„Wir haben seine Herrlichkeit gesehen“: die Herrlichkeit Gottes ist der lebendige Mensch (hl. Irenäus von Lyon) – wo bin ich dieser Herrlichkeit jüngst begegnet in mir oder in anderen?

Gedanken für den Tag:

"Die Herrlichkeit Gottes ist der lebendige Mensch,
der aufrechte Mensch ist dein Lob und deine Ehre.„(Französisches“Gloria")

6. Tag: Das Leben wählen

Einführung in den Tag:

Das Herz, das sich nach Gott sehnt und nach seinem Willen leben will, ist nicht auf sich selbst gestellt. Gott gibt seinem Volk die Gebote als Richtschnur. Sie wollen uns nicht in unserer Freiheit beschneiden, sondern uns zum Glück führen. Gott, der uns liebt, zeigt uns, wo wir entlanggehen können, weil er zu sehr darunter leiden würde, wenn wir uns verlaufen. Man braucht keine großen Studien zu machen um das Gesetz des Herrn zu verstehen oder sich riesig anzustrengen um es zu finden: es ist in unser Herz und unser Gewissen geschrieben. Es reicht, auf die kleine innere Stimme zu hören und sich die Gebote des Herrn zu befolgen, die in der Hl. Schrift offenbart sind, um sein Leben zu gelingen!

Bibeltext: Deuteronomium 30,11-16

Dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, geht nicht über deine Kraft und ist nicht fern von dir. Es ist nicht im Himmel, sodass du sagen müsstest: Wer steigt für uns in den Himmel hinauf, holt es herunter und verkündet es uns, damit wir es halten können? Es ist auch nicht jenseits des Meeres, sodass du sagen müsstest: Wer fährt für uns über das Meer, holt es herüber und verkündet es uns, damit wir es halten können? Nein, das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten.
Hiermit lege ich dir heute das Leben und das Glück, den Tod und das Unglück vor. Wenn du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, auf die ich dich heute verpflichte, hörst, indem du den Herrn, deinen Gott, liebst, auf seinen Wegen gehst und auf seine Gebote, Gesetze und Rechtsvorschriften achtest, dann wirst du leben und zahlreich werden und der Herr, dein Gott, wird dich in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, segnen.

Impulse zum Gebet:

  • Das Gebot Gottes geht nicht über meine Kraft hinaus: Welche Gebote fallen mir leicht zu befolgen? Mit welchen habe ich Probleme? Warum?
  • Ich versuche, mir die 10 Gebote und die Gebote Jesu im Evangelium ins Gedächtnis zu rufen. Welches spielt eine große Rolle in meinem Leben?
  • Die Gebote als Weg zum Leben: bin ich wirklich davon überzeugt oder gibt es Widerstände in mir, um sie zu befolgen?
  • Vor allem bittet uns Gott, ihn zu lieben als Antwort auf seine Liebe, sowie unsere Schwestern und Brüder – welchen Gott entdecke ich hier?

Gedanke für den Tag:
„Ubi caritas, et amor; ubi caritas, Deus ibi est“
Wo Liebe ist, da ist Gott.

7. Tag: Rückblick auf die 1. Woche

Einführung ins Thema:

Nach dieser 1. Woche blicke ich auf die vergangenen Tage zurück. Ich lese meine Notizen durch. Vielleicht gibt es einen Text, der mich besonders angesprochen hat, mit dem ich eine weitere Zeit des Gebetes verbringen möchte. Ansonsten kann ich mit folgendem Psalm beten:

Bibeltext: Psalm 36,6-10

Herr, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist,
deine Treue, soweit die Wolken ziehn.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes,
deine Urteile sind tief wie das Meer.
Herr, du hilfst Menschen und Tieren.
Gott, wie köstlich ist deine Huld!
Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel,
sie laben sich am Reichtum deines Hauses;
du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
in deinem Licht schauen wir das Licht.

Impulse zum Gebet / zum besinnlichen Rückblick:

  • Wie erging es mir in dieser Woche mit den täglichen Gebetszeiten?
  • Wann und wo habe ich in dieser Woche gespürt: Staunen, Freude, Ermutigung, Neuorientierung, Einladung zum Loslassen, ...?
  • Was ist mir schwergefallen? Welche Blockaden und Widerstände waren da?
  • Wofür möchte ich Gott danken und loben? Worum möchte ich ihn um Verzeihung bitten? Was möchte ich ihm abschließend anvertrauen?

Zum Abschluss:

Ich schreibe mir 2-3 Punkte auf, die ich in der Kleingruppe heute Abend mitteilen möchte.

 
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